Ägypten

02. November 2017 13:20; Akt: 02.11.2017 14:11 Print

Berühmteste Pyramide gibt neue Rätsel auf

Dank einer Technik, die auf kosmischer Strahlung beruht, haben Forscher einen bisher nicht bekannten grossen Hohlraum in der Cheops-Pyramide entdeckt.

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Ein internationales Forscherteam hat einen bisher unbekannten Hohlraum in der Cheops-Pyramide entdeckt. Eine Basler Ägyptologin vermutet dahinter allerdings keine neue Grabkammer, sondern einen Beweis für die ausgeklügelte Baukunst des antiken Ägyptens.

Die Pyramiden warten immer wieder mit Überraschungen auf. Im Rahmen des Projekts «Scan the Pyramids» ist ein internationales Forscherteam aus Ägypten, Frankreich und Japan auf zuvor unbekannte Strukturen in der Cheops-Pyramide gestossen. Nun berichten sie im Fachblatt «Nature» von einem grossen versteckten Hohlraum, der bisher völlig unbekannt war.

Neue Art von «Röntgenbildern»

Gelungen ist die Entdeckung des Hohlraums dank eines bildgebenden Verfahrens, das auf kosmischer Strahlung beruht. Genauer gesagt auf Myonen, elektronenähnlichen Elementarteilchen, deren Flugbahn sich ändert, je nachdem ob sie Stein oder Luft durchdringen. So können Forschende mithilfe von Detektoren eine Art «Röntgenbild» der Pyramide erstellen. Ähnlich hatten Wissenschaftler der Uni Bern bereits den Eigergletscher durchleuchtet und im vergangenen Juni davon berichtet.

Die genaue Struktur des mindestens 30 Meter langen Hohlraums ist noch unbekannt. Das Entdeckerteam um Mehdi Tayoubi vom Heritage Innovation Preservation Institute in Paris und Kunihiro Morishima von der Nagoya University in Japan bestätigte seine Existenz jedoch mit mehreren weiteren Techniken.

Ausgeklügeltes Design

«Interessant ist vor allem die Position dieses neuen Hohlraums», sagt Ägyptologin Susanne Bickel von der Universität Basel auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Der «Nature»-Studie zufolge befindet er sich über der grossen Galerie, die rund 47 Meter lang und fast neun Meter hoch ist und zur Königskammer führt. «Vermutlich wollte man die Galerie von der darüber liegenden Steinmasse entlasten», so Bickel.

Der Hohlraum hat nach bisherigem Wissensstand keinen Zugang, was gegen eine Grabkammer spreche. «Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich um einen statischen Trick handelt, um die gewollten Hohlräume zu entlasten», erklärt die Ägyptologin. Das unterstreiche einmal mehr das ausgesprochen ausgeklügelte Design des Pyramidenbaus.

Die «Grosse Pyramide» von Gizeh wurde während der Herrschaft von Pharao Khufu (Cheops) zwischen 2509 und 2483 vor Christus gebaut. Obwohl sie eines der ältesten und grössten Bauwerke der Menschheit ist, sind viele Fragen zu ihrer inneren Struktur noch offen. Mit nicht-invasiven Methoden versuchen die Forschenden im Projekt «ScanPyramids», die Geheimnisse dieses Weltwunders der Antike zu lüften.

(rub/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A.Surrer am 02.11.2017 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Grab.

    Ich war persönlich in dieser Pyramide, wie auch in ca. 10 Gräber irgendwelcher Pharaonen im Tal der Könige. Was für mich sofort offensichtlich war, das eine waren Gräber, das Andere nicht! Schon als 9 jähriger Bube viel mir auf, das es in der Pyramide ganz anders Aussieht als in allen Gräbern die wie zu vor betrachten gingen. Doch was ist es? Für was wurde es erbaut? Wann dürfen wir mal wieder "aufklärerische Wissenschaft" betreiben, und nicht nur Wissenschaft um zuvor definierte Theorien zu bestätigen. Alles was wir über die Egypter wissen wurde vor ca 120 Jahren "bestimmt"...

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  • Boris am 02.11.2017 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Es muss einen Weg da rein geben.

    Das wäre jetzt ein Fall für Indiana Jones.

  • Lemon am 02.11.2017 20:11 Report Diesen Beitrag melden

    Da haben die alten Ägypter wohl

    eine Medienblase eingebaut? Die waren ihrer Zeit Jahrtausende voraus ;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Müller M. am 06.11.2017 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ich gebs zu

    Als ich in 1979 Ägypten war, ist mir das Salatbuffet nicht bekommen. Beim Besuch der Pyramiden hatte ich derart starke Blähungen.. (der Rest ist Geschichte)

  • Diego am 04.11.2017 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Die Menscheit

    Hat sich nur aus einem Grund weiterentwickelt, weil es Menschen gab, die es wagten aus der angeblich unwiederlegbaren Wahrheit auszubrechen. Das haben wir komplett verlernt, wir verwalten nur noch die Irrtümer unserer Vorgänger und deshalb können wir uns nicht weiterentwickeln. Ja liebe Wissenschaftler, es tut weh, wenn man erkennt, dass man 30 Jahre nur wie ein Papagei die Irrtümer von GEstern nachgebetet hat und es würde Euch unglaublicher Kritik aussetzen, wenn man jetzt umschwenken würde. Für mich hat das was heute Wissenschaft genannt wird, nicht mehr mit Wissenschaft zu tun, es ist Lobby

  • Mike Zac am 03.11.2017 23:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Pyramide ist kein Grab

    ich habe mich damit etwas befasst und bin der Meinung, dass ein so präzise und riesig gebautes Bauwerk nicht von Steinmenschen errichtet worden ist. Entweder gab es 3000 J.v.C. Menschen die intelligenter waren aber durch eine Katastrophe ums Leben kamen oder es waren Ausserirdische. Ich tendiere zu Menschen, die uns damit ein Zeichen in der Zukunft geben wollten. Wie sonst hat die Pyramide so viel tausend Jahre Erdbeben durchgehalten während modernste Häuser heute gleich umfallen. Leider gibt es keine Überreste. Nach 3000 Jahren würde selbst ein Auto durchrosten und zerfallen.

    • Peter am 06.11.2017 14:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Mike Zac

      Da haben Sie recht "Steinmenschen" waren es bestimmt nicht.

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  • Peter(TOO) am 03.11.2017 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Der 2. Versuch

    Luis Walter Alvarez (1911-1988,Physiker, 1968 Nobelpreis für Physik) machte 1965-1969 genau den gleichen Versuch in der Chephren- und Cheops-Pyramide. Allerdings bekam er keine eindeutiges Resultat, bzw. war überzeugt, dass es keine verborgenen Kammern gibt. Vermutlich lag es an den damals schlechteren Messgeräten und der Computer-Auswertung.

  • Michél am 03.11.2017 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Uhralte Nachricht

    Kocht man jetzt diese alte Suppe, alle paar Monate neu auf, zum prüfen wie weit die Digitale Demenz schon fortgeschritten ist.