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Pioniere der Lüfte
13. November 2011 15:47; Akt: 28.11.2011 09:30 Print
Der erste Flugzeugträger der Welt
Am 14. November vor 101 Jahren wurde eine Waffengattung geboren, die noch heute einen Eckpfeiler amerikanischer Militärpolitik bildet: Zum ersten Mal startete ein Flugzeug von einem Schiff.
Der 14. November 1910 hat die USS Birmingham zum ersten Flugzeugträger der Welt gemacht: Eigentlich handelte es sich bei dem Schiff um einen Kreuzer, der mit einer einfachen Holzrampe versehen worden war. Und die Navy war ursprünglich kein Fan der neuen Technologie: Captain Washington Chambers bekam für das erste Projekt weder Geld noch Personal. Doch dank des Pioniergeistes des mutigen Piloten Eugene Ely und des Flugzeugbauers Glenn Curtiss schaffte es das Trio mit einfachsten Mitteln für eine Luftfahrtsensation zu sorgen (Die ganze Geschichte und Fotos finden Sie in obiger Bildstrceke).
Die HMS Argus 1917.
Die HMS Hermes 1931.
Die Hōshō.
Die USS Langley.
Die USS Lexington.
Japaner und Briten überholen USA
Die ersten Angriffe von See aus flog jedoch Japan, das 1914 den Transporter Wakamiya umgebaut und mit vier japanisch-französischen Fliegern vom Typ Maurice Farman bestückt hatte. Sie wurden per Kran zu Wasser gelassen und stürzten sich dann auf das vom Deutschen Reich kontrollierte Tsingtao.
Der erste Flugzeugträger in der Form, wie wir sie heute kennen, war die HMS Argus. Das britische Schiff war ein umgebauter Ozeandampfer und wurde im September 1918 in Dienst gestellt. Das Flugdeck mass 167,3 Meter und zog sich über das ganze Boot, doch wegen diverser Kinderkrankheiten diente die Argus als Experiment- und Trainingsschiff. Sie wurde 1946 an einen Schrotthändler verkauft. Ihr Nachfolger schlug sich besser: Die HMS Hermes wurde 1924 an die britische Navy übergeben und im April 1942 von japanischen Fliegern versenkt.
Japan und USA: erste Test-Träger
Nippon selbst hatte 1922 als erste Nation einen Flugzeugträger in Dienst gestellt, der als solcher gebaut worden ist. Auch die Hōshō diente anfangs Flugexperimenten, die 1924 zu einem Umbau führten. Sie wurde im japanisch-chinesischen Krieg und bis zur Schlacht von Midway im Zweiten Weltkrieg eingesetzt, bevor sie für Trainingszwecke in heimische Gewässer versetzt wurde. 1946 wurde die Hōshō verschrottet.
Der erste US-Carrier in seiner heutigen Form war die USS Langley, die wie die HMS Argus und die Hōshō gebaut wurde, um späteren Träger-Generationen Bahn zu brechen. Dazu wurde das Kohlenschiff USS Jupiter zwischen 1920 und 1927 umgebaut. An Bord: Eine Voliere mit Brieftauben für die Kommunikation. Weil die Tiere aber nicht zuverlässig eingesetzt werden konnten, blieb es bei diesem einem Experiment für Marine-Tauben. 1936 war die Träger-Karriere schon wieder vorbei: Die Langley wurde zu einem Flugboot-Tender umgebaut, dass die Piloten per Kran zu Wasser liess.
Heute sind Träger schwimmende Festungen
Doch ohne die wertvollen Erkenntnisse, die mit der Langley gemacht worden sind, wäre die erste US-Trägerklasse nicht möglich geworden. Die USS Lexington wurde der Marine 1927 übergeben und 1942 von den Japanern versenkt. Heute sind die Schiffe machtvoller denn je: Die aktuellste Träger-Generation ist die der Gerald-R-Ford-Klasse: 2015 soll das erste dieser Boote ausgeliefert werden. Die Entwicklung verschlang angeblich neun Milliarden Dollar, der Bau schlägt mit 14 Milliarden zu Buche, berichtet «Strategy Page».
Weil die schwimmenden Flugplätze so teuer und wertvoll sind, besteht eine Flugzeugträgerkampfgruppe immer aus einem Konvoi von Marine-Schiffen. Mit ihnen fahren zwei Lenkwaffenkreuzer mit Marschflugkörpern, zwei bis drei Lenkwaffenzerstörer gegen Luft- und U-Boot-Angriffe, eine Fregatte, zwei Jagd-U-Boote und ein Versorger.
Historische Aufnahmen der Navy von 1922. Quelle: YouTube
Alte Aufnahmen der USS Langley. Quelle: YouTube
(phi)

























