Jubiläum

22. Juni 2011 14:09; Akt: 22.06.2011 15:49 Print

Die «Hand Gottes» wird 25Die «Hand Gottes» wird 25

Am 22. Juni 1986 hatte Diego Maradona seinen grossen Auftritt. Mit der «Hand Gottes» und seinem Jahrhundertsolo spielte sich der Argentinier in die Fussball-Geschichtsbücher.

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Maradonas «Hand Gottes» und Sololauf im WM-Viertelfinal 1986 zwischen Argentinien und England. (Video: YouTube) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Die ganze Welt schaute an diesem Tag ins Aztekenstadion von Mexiko City. Dort standen sich England und Argentinien im WM-Viertelfinal gegenüber. Das Spiel begann um 12 Uhr Ortszeit vor 114 580 Zuschauern, und in der mexikanischen Mittagshitze wird schnell klar, dass der englische Trainer mit seiner Prognose richtig lag: «Argentinien hat einen Maradona und zehn andere Spieler», sagte Bobby Robson vor dem Spiel. «Wenn wir es schaffen, dass er nicht ins Spiel kommt, haben wir die halbe Miete.» Doch der 1,67 Meter kleine «Dieguito» lässt sich an diesem Tag von nichts aufhalten.

Der argentinische Spielmacher vernascht die Engländer bereits in der ersten Halbzeit, zieht die Fäden bei den Gauchos und knallt in der 33. Minute einen Freistoss an den Pfosten. Die Engländer waren mit dem 0:0 zur Pause gut bedient. Doch das war erst der Anfang.

20 Zentimeter Grössenunterschied

In der 51. Minute erhält Maradona zehn Meter nach der Mittellinie den Ball. Er umspielt den ersten Engländer, zieht am zweiten vorbei, vernascht den dritten und passt schliesslich zu Jorge Valdano. Der Stürmer wird vom Engländer Steve Hodge gestört. Dieser versucht, den Ball aus der Gefahrenzone zu dreschen. Doch seine «Kerze» fliegt in den Strafraum. Peter Shilton, der englische Torwart, rennt aus seinem Kasten. Es kommt zum Luftkampf mit Maradona, der auf einen Doppelpass spekuliert hat. Shilton ist 20 Zentimeter grösser als der argentinische Goldjunge und darf die Hände benutzen. Sekunden später liegt das Leder im Netz.

Peter Shilton hebt sofort seinen Arm, Bobby Robson schaut ungläubig zum Schiedsrichter und selbst der jubelnd abdrehende Maradona schaut zweimal Richtung Referee, um sich zu vergewissern, ob sein Treffer zählt. «Das ganze Stadion hat 'Mano' gerufen. Allen war klar, dass das Hands war», sagte ein Zuschauer nach dem Spiel. Doch der tunesische Schiedsrichter Ali Ben-Naceur gibt den Treffer. «Es war illegal, Betrug», sagte Bobby Robson nach dem Spiel. «The Sun» titelte: «Diego, the cheat!» und auch die «Daily Mail» wetterte, Maradona habe «mit offenkundigem Betrug» Argentinien ins Halbfinale gebracht.

Über sein Tor in der 51. Minute sagte der Protagonist nach dem Abpfiff: «Es war ein bisschen die Hand Gottes und ein bisschen Maradonas Kopf.» Erst 2005 gestand auch Maradona, den Ball wirklich mit der Hand gespielt zu haben.

Traumsolo über 45 Meter

Nur vier Minuten nach seinem umstrittenen Tor dribbelte sich «el pibe de oro» noch einmal in die Geschichtsbücher. Sein Sololauf über den halben Platz ging als «Tor des Jahrhunderts» in die Annalen ein. Maradona vernaschte sechs englische Spieler und Torhüter Shilton und drückte das Leder elf Sekunden später über die Linie. Selbst Trainer Robson sagte darüber: «Ein Wunder».

Messi – der neue Maradona

Mit Lionel Messi hat Argentinien längst den nächsten Superstar in seinen Reihen. Auch er gehört mit 1,69 Metern nicht zu den Grössten – was der bald 24-Jährige (Messi hat am 24. Juni Geburtstag) auf dem Platz aber zeigt, ist vom Allerfeinsten. Im April 2007 kopierte er im spanischen Cup sogar seinen Vorgänger. Messi liess die Gegenspieler von Getafe mit einem Super-Dribbling über die halbe Platzhälfte uralt aussehen und schob beim 5:2-Erfolg zum zwischenzeitlichen 2:0 ein (Video unten). «Ich widme dieses Tor Diego», sagte der Star mit dem Übernamen «Der Floh».

Nur zwei Monate später – im Juni 2007 – kehrte auch die «Hand Gottes» zurück. Messi erzielte das erste seiner beiden Tore beim 2:2 im Stadtduell gegen Espanyol mit der linken Hand (Video unten). Das irreguläre Tor löste im Stadion grosse Proteste aus. Mehrere Espanyol-Akteure stürmten auf den Schiedsrichter los, doch das Tor wurde anerkannt.

Am Montag erhitzte Messi erneut die Gemüter. Im Vorbereitungsspiel für die Copa America gegen Albanien (4:0) wollte der Superstar erneut ein Tor mit der Hand erzielen (Video unten). Hier nützten die Proteste der Gegenspieler und der irreguläre Treffer zählte nicht. Immerhin schoss Messi das 2:0 auf korrekte Art und bereitete zwei weitere Treffer vor.

Messis Solo 2007 gegen Getafe
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(Video: YouTube)

Messis «Hand Gottes» 2007 gegen Espanyol
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(Video: YouTube)

Messis «Hand Gottes» 2011 gegen Albanien
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(Video: YouTube)

(meg / heg)

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  • d.santi am 04.08.2011 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    D10S

    Der beste der besten. D10S wie die in Argentina sagen.

  • Rudi .V am 22.06.2011 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Deutschland

    hätte Weltmeister werden sollen

    • Simon LeBon am 23.06.2011 11:41 Report Diesen Beitrag melden

      Deutschland, genau.

      Stimmt eigentlich. Die Deutschen überzeugten an dieser WM von A bis Z. Wie schon vier Jahre zuvor in Spanien. Sportlich und auch punkto Fairness waren das 1a-Truppen!

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  • Roli am 22.06.2011 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    Toll ... weiter so

    Schön wenn man im Fussball solche Betrügereien als "Hand Gottes" noch huldigt. Wenn ich das richtig interpretiere ist Schummeleien und Betrügereien sogar geschichtsträchtig und zur Nachahmung empfohlen. Und warum stört sich denn jemand daran wenn Spiele ver- oder gekauft werden?

    • d.santi am 04.08.2011 07:44 Report Diesen Beitrag melden

      schiri muss pfeiffen

      Hand ist es erst wenn der Schiri pfeifft. Sagt dir jeder Trainer

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