Historische Dokumente

26. Januar 2012 05:53; Akt: 26.01.2012 09:29 Print

Die süssen Geheimnisse von JFKDie süssen Geheimnisse von JFK

Geheime Tondokumente belegen: John F. Kennedy bezeichnete den Tag seiner Beerdigung unwissentlich als «schweren Tag». Und: Sie zeigen ihn als fürsorglichen Vater.

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Tonbandaufnahmen, in denen der damalige Präsident John F. Kennedy den Tag seiner Beerdigung als «schwierigen Tag» bezeichnet. Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Niemand weiss genau, was ihn dazu bewogen hat, doch der verstorbene US-Präsident John F. Kennedy hat in den letzten Monaten seines Lebens regelmässig Gespräche seiner Treffen im Weissen Haus aufgenommen. Ohne das Wissen seiner Gäste oder Mitarbeiter. Am Dienstag wurden von der John F. Kennedy Bibliothek in Boston 45 Stunden Tonbandmaterial veröffentlicht. Darauf sind Treffen mit Politikern zu hören, Momente mit seinen Kindern und ganz besonders spannend: John F. Kennedy hatte den Tag seiner Beerdigung als «schweren Tag» bezeichnet.

Bei der Aufnahme handelt es sich um ein Gespräch zwischen Kennedy und einem seiner Mitarbeiter. Er bespricht die Planungen für den Besuch eines indonesischen Generals in Dallas im Bundesstaat Texas, wo er am 22. November 1963 ermordet wurde. «Wann ist er hier? Montag? Das wird ein schwieriger Tag», sagt Kennedy. Sein Gesprächspartner entgegnet: «Es wird ein schrecklicher Tag sein, Mr. President.» An besagtem Montag wurde der am Freitag zuvor ermordete Kennedy schliesslich beerdigt. Wieso Kennedy der Meinung war, der Montag werde ein schwieriger Tag, ist aus der Konversation nicht nachvollziehbar.

Auf den Bändern ist zu hören, wie Kennedy mit Beratern Strategien zur Wiederwahl erörtert, sein Wunsch, die wirtschaftlichen Umstände junger Wähler zu verbessern oder seine Idee, an der nächsten Konferenz der Demokraten mit der neuesten Technologie – Farbfilmen – aufzuwarten.

Die Kinder und der sowjetische Aussenminister

Es gibt aber auch private Aufnahmen mit seiner Familie. Einmal sind seine zwei Kinder, John Junior und Caroline zu hören, die ausserhalb des Oval Office spielen, bevor er ihnen Andrei Gromyko vorstellt, den damaligen sowjetischen Aussenminister. «Hallo, hallo», sagt Gromyko während die Kinder hereinkommen. Anschliessend sagt er zum Vater: «Sie sind sehr bekannt in unserem Land.» Kennedy erinnert die Kinder daraufhin daran, dass Nikita Chruschtschow, der damalige Präsident der Sowjetunion, ihnen den Hund geschenkt habe. «Sein Chef ist derjenige, der euch Pushinka geschickt hat», hört man auf einer Aufnahme beim «Telegraph». Maura Porter, die Archivarin an der Kennedy Bibliothek, welche die Veröffentlichung der Aufnahmen überwachte, freut sich über diese Aufnahme ganz besonders: «Er wechselt vom ‹Präsident sein› zum ‹Vater sein› und das ist wirklich süss.»

Es gibt aber auch Passagen, auf denen der damalige Präsident weniger süss ist. Er wirkt mal gelangweilt, klingt verärgert oder flucht sogar. Auf einem Band regt er sich auf, nachdem er von einem militärischen und einem diplomatischen Berater, die beide Vietnam besucht hatten, zwei widersprüchliche Berichte erhält. Er kritisiert sie: «Wart ihr beide im gleichen Land?»

Was wollte Kennedy mit den Aufnahmen?

Nicht bekannt ist, warum Kennedy hunderte Stunden aufgenommen hatte oder auch, warum er die Aufnahmen sogar vor seinen engsten Mitarbeitern geheim gehalten hatte. Laut Maura Porter von der Kennedy Bibliothek könnte er sie gesammelt haben, um später seine Memoiren schreiben zu können. Möglicherweise könnte er die Aufnahmen auch gemacht haben, um Besprechungen überprüfen zu können. Zuvor hatte sich Kennedy nämlich darüber geärgert, dass die Streitkräfte eine Diskussion mit ihm über die Schweinebucht später anders dargestellt hätten.

Die Aufnahmen tauchten während den Watergate-Anhörungen zu Präsident Richard Nixon auf. Etwa fünf Minuten der Tonaufnahmen wurden zurückgehalten, da sie private Familieninformationen enthalten. 30 Minuten wurden aufgrund der nationalen Sicherheit nicht veröffentlicht, heisst es bei der Bibliothek.

(ske/sda)

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  • Fritzli Bühler am 26.01.2012 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Welch Wunder

    Ist ja unglaublich, Zitat: "Er wirkt mal gelangweilt, klingt verärgert oder flucht sogar." Er flucht sogar! Das ist doch nicht möglich dass ein Präsident flucht?!

  • Tom Weber am 26.01.2012 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Unlogische Verschwörungstheoretiker

    Liebe Verschwörungstheoretiker, wenn diese 30 unveröffentlichten Minuten wirklich so wahnsinnige Geheimnisse beinhalten würden, dann würde man gar nicht bekanntgeben, dass sie existieren, sondern sie einfach vernichten. Recht logisch eigentlich, oder?

    • t.ruther am 26.01.2012 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      @tom

      auch vor der bekanntgabe der 30min, war für die meisten informierten menschen klar, das JFK einem Komplott zum Opfer fiel.

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  • Samy am 26.01.2012 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus dem Weg geräumt

    Es mag als Verschwörungstheorie abgetan werden, trotzdem ist eine Schlussfolgerung aus Kriminaltechnischer Sicht nur logisch dass Kennedy aus dem Weg geräumt wurde von jenen welche die Fäden hinter den Kulissen ziehen. In seiner berühmten Ansprache warnt er vor dem Militärisch-Industriellen Komplex und deren Absichten. Er nennt das Wort Verschwörung sogar selbst. Ich denke er hat es mit der Absicht aufgezeichnet dies zu belegen und der Öffentlichkeit zu zeigen wer die wahren Herren sind. Aber wie die meisten rechtschaffenden Menschen in bekannter Position kam er nicht weit. Schaut euch selbst seine Rede an

    • ivan postic am 26.01.2012 11:27 Report Diesen Beitrag melden

      genau!

      genau. super rede. hatte richtig gänsehaut. das war noch ein politiker.

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