Strichcode-Erfinder

14. Dezember 2012 14:47; Akt: 14.12.2012 17:09 Print

Er sah die Warenwelt schwarz und weiss

N. Joseph Woodlands Erfindung revolutionierte die Art, wie wir einkaufen und Waren bewirtschaften: 1952 meldete er den Strichcode zum Patent an. Nun ist er 91-jährig gestorben.

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N. Joseph Woodland auf einer Aufnahme aus den 1950er Jahren neben einem UPC. (Bild: Keystone/AP/Woodland Family)

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Seinen ersten Strichcode zeichnete Norman Joseph Woodland 1948 am Strand von Miami in den Sand. Als ehemaliger Pfadfinder liess er sich dabei durch das Morsealphabet inspirieren. Die Striche und Punkte im Sand verlängerte er nach unten und erschuf so die Grundstruktur für den Strichcode.

Den Anstoss zur Erfindung hatte der Chef einer Supermarktkette gegeben, der nach einem Weg suchte, Lagerbestände besser zu kontrollieren. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Bernard Silver nahm sich Woodland des Problems an und begann nach seinem Geistesblitz am Strand mit der seriellen Entwicklung von Strichcodes.

Woodland und Silver liessen sich ihre Idee mit den schwarz-weissen Strichen, die aus dem Handel heute nicht mehr wegzudenken sind, im Jahr 1952 patentieren. Das Patentrecht verkauften sie in der Folge für 15'000 Dollar an das Elektronikunternehmen Philco. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Strichcode-Systemen. Zu den bekanntsten gehört der hierzulande für Produktbezeichnungen verwendete EAN-Code. EAN steht dabei für «European Article Number», wobei der Begriff 2009 durch die Bezeichnung «Global Trade Item Number» abgelöst wurde.

Mehrfach ausgezeichnet

Der Maschinenbauer Woodland, der im Zweiten Weltkrieg am Bau der Atombombe mitarbeitete, war ab 1951 während rund 35 Jahren für den US-Technologiekonzern IBM tätig. Beim Computergiganten musste er allerdings lange warten, bevor er an seiner Erfindung weiterarbeiten konnte. Erst 1971 - zwei Jahre nach Ablauf des ursprünglichen Patents - machte sich IBM daran, einen kommerziell nutzbaren Strichcode zu entwickeln. Heraus kam der UPC (Universal Product Code), das amerikanische Vorbild des EAN. Woodland war massgeblich an der Entwicklung eines Laserscanners beteiligt, der Strichcodes lesen konnte und so dem System zum Durchbruch verhalf.

Für seine Verdienste erhielt Woodland von IBM 1973 den «Outstanding Contribution Award». 1992 verlieh ihm Präsident George Bush die Nationale Technologie-Medaille und 2011 wurde er in die Nationale Ruhmeshalle der Erfinder aufgenommen.

Nach Angaben seiner Tochter Susan starb Woodland am Sonntag in Edgewater, New Jersey, an Komplikationen im Zusammenhang mit seiner Alzheimer-Erkrankung.

(jcg/sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • noan white am 15.12.2012 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    und die schweizer?

    ein bericht über den schweizer EAN code erfinder wäre interessanter... der wird 97 und hat noch ganz viel anderes erfunden das nicht im internet steht..

  • sv am 14.12.2012 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauber

    Ein hoch au den Strichcode!! :-)

  • Flo S.C. am 14.12.2012 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie denn?

    Wie funktioniert es denn?

    • Free Info am 14.12.2012 23:19 Report Diesen Beitrag melden

      Das Zeichen des Tieres

      Wie es funktioniert werden alle begreifen, wenn ihnen der obligatorischer RFID-Chip (Radio Frequency Identification Chip) verpasst wird! (Johannes Offenbarung 13, Vers 17). 6 6 6

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