Chronik

04. April 2017 11:18; Akt: 04.04.2017 11:18 Print

Explosionen in der U-Bahn sind keine Seltenheit

Russland, Frankreich, Japan: U-Bahnen sind oft Ziel terroristischer Anschläge. Am besten in Erinnerung dürften wohl jene von London im Jahr 2005 sein. Eine Übersicht.

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Bei einer Explosion in einem U-Bahn-Waggon im Zentrum von St. Petersburg sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen, Dutzende weitere wurden verletzt. Nach bisherigem Wissensstand (4.4.2017) ist ein Sprengsatz in einem Wagen explodiert. Islamistische Terroristen verüben in der belgischen Hauptstadt Brüssel einen Doppelanschlag auf den Flughafen und die U-Bahn. 32 Menschen kommen ums Leben, mehr als 320 werden verletzt. Bei einem Bombenanschlag in der Metro der weissrussischen Hauptstadt Minsk werden 15 Menschen getötet und etwa 150 verletzt. Die Verdächtigen sollen im Auftrag Oppositioneller gehandelt haben, heisst es zunächst. Der Präsident der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik, Alexander Lukaschenko, sagt später, es gebe keine Hinweise auf die Drahtzieher. Dennoch wurden zwei Verdächtige zum Tode verurteilt und mit einem Genickschuss hingerichtet. In zwei Moskauer Metro-Zügen sprengen sich Selbstmordattentäterinnen in die Luft. Sie reissen 40 Menschen mit in den Tod. Der Anführer der Islamisten im Nordkaukasus, Doku Umarow, bekennt sich zu den Anschlägen. Beim ersten Selbstmordanschlag in Westeuropa zünden vier Muslime mit britischem Pass Sprengsätze in drei Londoner U-Bahnen ... ... und einem Doppeldeckerbus. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt. Eine Geheimorganisation namens Kaida al-Dschihad bekennt sich zu den Anschlägen. Eine mutmassliche Tschetschenin sprengt sich am Eingang einer belebten U-Bahn-Station in Moskau in die Luft. Elf Menschen sterben, darunter die Attentäterin und ihr Komplize. Ein seit langem gesuchter Terrorist aus der nordkaukasischen Teilrepublik Karatschai-Tscherkessien. Rund 50 Menschen werden verletzt. Die Terrorgruppe Islambuli-Brigaden der al-Qaida bekennt sich zur Tat. Bei einer Explosion in einem vollbesetzten U-Bahn-Waggon werden in Moskau 39 Fahrgäste durch eine tschetschenische Selbstmordattentäterin getötet. Nach unterschiedlichen Angaben werden zwischen 100 und 230 Menschen verletzt. Auf einer viel befahrenen Linie Moskaus explodiert unter einem Sitz eine Bombe. Vier Menschen sterben, zwölf weitere Fahrgäste werden verletzt. Algerische Islamisten zünden eine Bombe in der Pariser Metro. Acht Menschen werden getötet, mehr als 100 verletzt. Mitglieder der japanischen Aum-Sekte setzen in mehreren U-Bahn-Waggons in Tokio das Nervengas Sarin frei. Zwölf Menschen sterben, mehr als 5300 werden zum Teil schwer verletzt. Der Gründer der Aum-Sekte, Shoko Asahara, und seine Anhänger wurden zum Tode verurteilt. In Baku (Aserbeidschan) explodiert in einem U-Bahn-Waggon zwischen zwei Stationen ein Sprengsatz, im Tunnel bricht Feuer aus. Sieben Reisende kommen ums Leben, zehn werden verletzt. 13 Menschen sterben in Baku, als in einem voll besetzten Zug eine Zeitbombe explodiert. 50 Menschen werden verletzt. Die Behörden vermuten militante Muslime oder Armenier dahinter. Zwischen zwei Moskauer Stationen explodiert ein unter einer Sitzbank versteckter Sprengsatz. Für den Mord an sieben Fahrgästen werden 1979 drei Armenier hingerichtet.

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In St. Petersburg explodierte in der U-Bahn-Linie 2 ein Sprengsatz. Die Wucht der Detonation tötete mindestens elf Menschen und verletzte etwa 45 weitere. Die russischen Behörden gehen von einem Anschlag aus.

Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass der U-Bahn-Schienenverkehr von Terroristen angegriffen wurde, wie die Bildstrecke zeigt (siehe oben).

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roman Bühler am 04.04.2017 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Sind wir sicher ?

    Während wir Europäer immer etwas Schwurbeln von Verständnis für andere Kulturen und dergleichen, sollte sich der IS (wenn es die waren) lieber nicht mit den Russen anlegen. Die sind nicht so weichgespült wie wir und es dürfte eine heftige Reaktion folgen. Es wäre an der Zeit, das Problem mal ernsthaft anzugehen. Ich bezweifle, dass wir in der CH viel sicherer sind.

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  • L.A. am 04.04.2017 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur in London

    Es gab auch in Madrid am 11. März 2004 einen Anschlag bei dem 4 Züge in die Luft gesprengt wurden! Dort sind 192 Personen gestorben. Also gab es nicht nur in London etc. Anschläge bei den ÖV.

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  • Theorie & Praxis am 04.04.2017 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stop Isl

    Wie immer ist es nur eine religion. Hoffentlich endet dieser wahnsinn oder hält sich zumindest in grenzen. Darum muss man auch solche Sympathisanten ohne wenn und aber gleich wieder in ihrer heimat zurück bringen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jens G am 05.04.2017 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    U-Bahn-Anschläge 

    Das Prinzip des U-Bahnsystem zur Zerstörung von Städten wird u.A. auch in Protokollen der Weisen von Zion thematisiert. Und jetzt häufen sich diese Vorfälle.

  • ruiger am 05.04.2017 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    norbert

    Jeder Anschlag ist eine Tragödie aber, wenn man unsere Zeit mit den 60-90 jahren vergleicht, läuft bei uns ja fast nichts. Dazumals wurde ja fast wöchentlich ein Anschlag in Europa verübt, durch die IRA, bader meinhof gruppe und weiteren...

  • Chung him. am 04.04.2017 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politiker

    Benötigen in Europa fast die ganze Zeit mit IS Terror. Keine Zeit mehr für die eigene Bevölkerung ! Das ist wohl das Ziel des IS. Sehr schlimm !

  • Ella am 04.04.2017 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    @L.A.

    Da hast du absolut Recht. Allerdings hat es sich dabei um einen Anschlag auf einen Zug und nicht auf eine U-Bahn gehandelt.

  • Theorie & Praxis am 04.04.2017 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stop Isl

    Wie immer ist es nur eine religion. Hoffentlich endet dieser wahnsinn oder hält sich zumindest in grenzen. Darum muss man auch solche Sympathisanten ohne wenn und aber gleich wieder in ihrer heimat zurück bringen.