Kennedy-Attentat

06. November 2009 13:40; Akt: 11.02.2010 15:02 Print

Umstrittenes Oswald-Foto ist echt

Ein Foto, das Kennedy-Attentäter Lee Harvey Oswald mit der Mordwaffe zeigen soll, ist nach Ansicht von Verschwörungstheoretikern gefälscht. Ein Professor hat nun jedoch nachgewiesen, dass es sehr wahrscheinlich echt ist.

Hany Farid erläutert seine Forschungen zum Oswald-Foto. (Video: YouTube)
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Das Bild soll im März 1963 in einem Hinterhof aufgenommen worden sein. Es zeigt Lee Harvey Oswald mit zwei marxistischen Zeitungen und einem Gewehr der Marke Mannlicher-Carcano. Genau eine solche Waffe wurde nach der Ermordung von John F. Kennedy am 22. November 1963 im Schulbuchdepot in Dallas gefunden. Mit ihr soll Oswald den Präsidenten erschossen haben, so die offizielle Version.

Verschwörungstheoretiker bezweifeln seit langem die Echtheit des angeblich von Oswalds russischer Frau Marina aufgenommenen Fotos. Sie behaupten, die Lichtverhältnisse seien nicht konsistent, der Schatten unter Oswalds Nase stimme nicht überein mit den übrigen Schatten. In Oliver Stones Verschwörungs-Film «JFK - Tatort Dallas» wird angedeutet, der Kopf von Lee Harvey Oswald sei in die Aufnahme hineinmontiert worden.

Mit neuer Software analysiert

Hany Farid, Direktor des Neukom Institute for Computional Science am Dartmouth College in New Hampshire, räumt nun mit dieser Version auf. Verschwörungs-Fans hätten ihn seit Jahren darum gebeten, das Bild zu analysieren, sagte Farid der Agentur AP. Er habe jedoch gewartet, bis eine passende Software vorhanden war, um dreidimensionale Modelle von Oswalds Kopf und seiner Umgebung zu kreieren.

Anfangs habe ihn der Schattenwurf selber skeptisch gemacht, gestand Farid. Die rund zweimonatige Analyse ergab jedoch, dass die Schatten auf dem Bild sehr wohl von einer einzigen Lichtquelle erzeugt worden sein konnten. «Als Akademiker und Wissenschaftler möchte ich nicht behaupten, dass das Bild absolut echt ist. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass es sich um eine Fälschung handelt», so Hany Farid.

Bereits früher hätten seine Forschungen gezeigt, dass das menschliche Gehirn Schattenwürfe «unglaublich schlecht» beurteilen könne, sagte der Wissenschaftler. Er wird seine Erkenntnisse gemäss AP im Magazin «Perception» veröffentlichen.

(pbl)