Welttoilettentag

18. November 2011 08:01; Akt: 19.11.2011 11:01 Print

Vom grossen und kleinen «Geschäft»Vom grossen und kleinen «Geschäft»

Wussten Sie, dass vor sehr langer Zeit der Gang zum WC ein sozialer Akt war? Und dass über 40 Prozent der Menschen auf der Welt keinen Zugang zu Toiletten haben?

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Stille Örtchen aus aller Welt.

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Eine Toilette mit Wasserspülung ist für die Menschen in der westlichen Welt selbstverständlich - dabei haben fast 40 Prozent der Weltbevölkerung keinen Zugang zu sanitären Anlagen. Wie wichtig Hygiene beim kleinen und grossen «Geschäft» ist, wusste man aber offenbar schon vor mehreren Tausend Jahren.

Bereits in Mesopotamien soll es gut ausgebaute Abortanlagen gegeben haben; auch im alten Rom kannte man Latrinen und Toiletten, bei denen Wasser im Einsatz war. Die Exkremente wurden damit in grosse Abwasserkanäle gespült, als bekannteste gilt die Cloaca Maxima.

Übrigens, so wird kolportiert, war der Toilettengang zur damaligen Zeit ein geselliger Vorgang. In den Abortanlagen - so etwa in der Anlage in Ephesos in Kleinasien - waren mehrere Sitze nebeneinander angebracht. Man war nicht allein auf dem stillen Örtchen, sogar richtige Geschäfte sollen dort gemacht worden sein. Mit dem Untergang des Römischen Reiches ging auch die Toilettenkultur - vorerst - unter.

Vom Mittelalter zum WC

Im Mittelalter verrichteten die meisten Menschen ihr Geschäft dort, wo sie gerade waren, in manchen Häusern wurden Nachttöpfe benutzt, die in Abwässergräben ausgeleert wurden. Heute noch vielerorts zu besichtigen sind die Abtritt-Erker in den mittelalterlichen Burgen: Durch ein Loch fiel alles ins freie Gelände oder in den Burggraben.

Moderne Wasserklosetts, wie wir sie heute kennen, gibt es etwa seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Schon im 16. Jahrhundert entwickelte der Engländer John Harrington ein entsprechendes Gerät, es setzte sich allerdings nicht durch.

200 Jahre später, 1775, erwarb Harringtons Landsmann Alexander Cummings ein Patent auf eine Art Klosett mit Syphon. Bis das erste dieser «water closets» (WC) in Betrieb genommen wurde, vergingen jedoch ein paar Jahre.

Noch viel mehr Zeit verfloss, bis es in so gut wie jeder Wohnung in der Schweiz eine eigene Toilette gab. In den 1950er Jahren verfügte längst nicht jeder Haushalt über einen eigenen Abort, vielerorts teilten sich mehrere Parteien das 'stille Örtchen' auf halber Treppe. Das ist heute selten geworden - und war doch Luxus im Vergleich zur sanitären Situation derzeit in Afrika oder Asien.

(sda)

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  • Daniela am 22.11.2011 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plumpsklo...

    Nach 3 Wochen Chinareise schätzt man "Toiletten-Luxus" in der Schweiz wieder... Öffentliche "Plumpsklos" ohne Türen sind überwindungsbedürftig...

  • Peter Koller am 19.11.2011 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Stink, stink

    Das würde ja heissen dass 3,2 Milliarden Menschen jeden Tag hinter den Büschen die Hosen runter lassen müssen.

    • Brunzi am 19.11.2011 19:37 Report Diesen Beitrag melden

      WC Mangel

      Muss man auch in der CH. Wenn man nicht gerade auf der Autobahn ist, wo findet man da ein Häuschen?..hinter Busch Hosen runter lassen...

    • Muss Mal am 20.11.2011 08:47 Report Diesen Beitrag melden

      Mangel, Kostenpflichtig oder Geschlossen

      Selbst in der Stadt muss man sich nach Ladenschluss der Bezahltoilette (gibt fast nur noch diese) in den Bahnhöfen andere Orte suchen..

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  • Mike Müller am 19.11.2011 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Handy's als Toiletten

    Kein Witz, in Indien gibt es mehr Menschen mit einem Mobiltelefon als Menschen mit einer Toilette....

    • schweizer am 23.11.2011 10:13 Report Diesen Beitrag melden

      schweiz

      In der Schweiz gibt es auch mehr Handy als Toiletten

    • Bellomo am 24.11.2011 17:06 Report Diesen Beitrag melden

      Hää?

      Was ist das für ein komischer Vergleich Handy vs. Toilette? Hast du gewusst, dass es in Indien fast 1'000'000 mal mehr Einwohner als Toiletten hat? Da wirst du noch staunen.

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