Achtung

29. März 2011 19:09; Akt: 30.03.2011 07:20 Print

Wenn der Lebenslauf zur Falle wird

Er ist bloss eine Tabelle, da kann man nichts falsch machen, denkt mancher. Irrtum: Der Lebenslauf ist ein wahres Minenfeld.

Fehler gesehen?

Wer sich für eine neue Stelle bewirbt, muss einen Lebenslauf einreichen; also eine tabellarische Aufstellung seiner bisherigen Tätigkeiten und Kompetenzen. Weit verbreitet ist die Gliederung in 1. Persönliche Angaben, 2. Berufserfahrung, 3. Ausbildung, 4. In­fos zu speziellen Kompetenzen wie Sprachen/IT/Fachkurse, 5. nebenberufliche Tätigkeiten und 6. Referenzen. Der erste Fettnapf ist eine Binsenwahrheit, aber zentral: Rechtschreibe- und Grammatikfehler. Unbemerkt und mit den Jahren schleicht sich der zweite Fehler ein: zu viele Informationen. Zwei, maximal drei A4-Seiten sollten für einen Lebenslauf genügen. Wer mehrere feste Stellen hat­te, kann beginnen, erste Aushilfsjobs und Praktika wegzustreichen. Und als Hochschulabsolvent muss man nicht mehr erwähnen, welche Primarschule man besucht hat.

Umgekehrt sind Löcher im Lebenslauf Tretminen. Doch was tun mit Studienabbruch, Plauschweltreise oder Arbeitslosigkeit? Ausbildungen ohne Abschluss können unter der Rubrik Ausbildung aufgeführt werden, jedoch ohne den Abbruch explizit zu erwähnen. Reisen wird von vielen Arbeitgebern als positiv wahrgenommen und ist durchaus aufzulisten. Eine kurze Arbeitslosigkeit kann unerwähnt bleiben. Bei längerer Stellensuche können Formulierungen wie «berufliche Neuorientierung mit Besuch von Fachkursen im Bereich XY» zum Zug kommen. Auch die Erwähnung von Hobbys will bedacht sein: Base-Jumping oder Canyoning kommen oft nicht gut an. Schliesslich wollen Arbeitgeber möglichst gesunde Mitarbeitende. Aber auch Golfen kann in einer bodenständigen Firma einen Abwehrreflex auslösen.