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Weiterbildung
22. Januar 2012 22:51; Akt: 23.01.2012 00:30 Print
Karriereaussichten für Einkäufer
von Ruedi Bomatter - In Zeiten von Währungsschwankungen und internationalen Beschaffungsmärk-ten ist der Einkauf zunehmend eine herausfordernde und spannende Aufgabe. Zudem bieten sich für Einkäufer interessante Karriereaussichten.
Die Einkaufslandschaft hat sich in den letzten Jahren gravierend verändert. In Zeiten von Währungsschwankungen und internationalen Beschaffungsmärkten ist der Einkauf zu-nehmend eine herausfordernde Aufgabe, welche viel strategisches Geschick, analytisches Denken und hohe Kommunikationsfähigkeit erfordert. Wer im Einkauf Potenziale erkennt und Einkaufsstrategien clever umsetzt, trägt einen wichtigen Teil zur Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens bei.
Während früher von «Preisdrückern» oder «einfachen Bestellab-wicklern» die Rede war, geht der Beruf des Einkäufers zunehmend in Richtung Beschaf-fungsmanagement und ist massgeblich an der Wertsteigerung beteiligt. Eine eigentliche Berufsausbildung für Einkäufer gibt es nicht. Voraussetzungen sind eine technische Be-rufslehre mit kaufmännischer Weiterbildung oder eine kaufmännische Ausbildung, be-triebswirtschaftliches Verständnis und Fremdsprachenkenntnisse.
«Mathematisches Flair und analytisches Denken sind unabdingbar», sagt Rolf Jaus, Geschäftsführer von procu-re.ch, Fachverband für Einkauf und Supply Management. «Ebenso eine hohe Kommunika-tionsfähigkeit, denn Einkäufer stehen in stetigem Dialog mit Lieferanten verschiedenster Unternehmen. Da die Märkte komplexer geworden sind, neue Technologien und politische Entscheide die Beschaffungsabteilung beeinflussen, aber auch Nachhaltigkeit immer stär-ker zum Thema wird, ist Flexibilität und die Bereitschaft zur stetigen Weiterbildung unabdingbar», so Jaus weiter. Einkäufer müssen partnerschaftliche Beziehungen mit Lieferan-ten aufbauen. «In vielen Branchen wie beispielsweise in der Lebensmittelindustrie ist der Preis nur die eine Seite – auch die Qualität der Erzeugnisse muss stimmen. Und dies gilt für die ganze Supply Chain, unter Umständen auch im Ausland. Das braucht Durchset-zungsstärke, aber auch Fairness. Im Idealfall wird eine Win-win-Situation für beide Sei-ten erzielt und so eine wertschaffende Geschäftsbeziehung aufgebaut», sagt Urte von Wrycz-Reckowsky, Business Coach und Leiterin von Ludina – Personal and Organizational Development. «Einkäufer sind manchmal zuständig für alle Bestellungen, von Rohstoffen über Kugelschreiber bis hin zu Dienstleistungen. Sie müssen sich in jede Materie einar-beiten können, und das ist eine spannende Herausforderung.»
Für ambitionierte Einkäufer bieten sich auch gute Karrieremöglichkeiten. Ein Neuling kann sich zum operativen Sachbearbeiter entwickeln. «Ein weiterer Karriereschritt ermöglicht die Ausbildung für Einkaufsfachleute mit eidgenössischem Fachausweis», sagt Rolf Jaus. Wer höher hinaus möchte, dem stehen mit der Erlangung des eidgenössischen Diploms zum Einkaufsleiter die Türen in die Führungsetagen offen. «Besonders Strategien sind hier gefragt, die bei-spielsweise mithilfe von E-Sourcing-Programmen das gesamte Bestellwesen vereinfachen oder ganz neue Bezugsquellen ausfindig machen», so von Wrycz-Reckowsky weiter. Und man darf die wirtschaftliche Kraft der Einkäufer nicht unterschätzen. Vor allem in Krisen-zeiten erwirtschaften die Einkäufer durch günstige Beschaffung einen hohen Prozentanteil des Unternehmensgewinns. Und was vorne eingespart wird, muss später beim Kunden nicht wieder doppelt so schwer hereingeholt werden.
www.seminare.ch/einkaeufer-info.html
www.procure.ch
www.ludina.ch


























