Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Elektro-Rennauto «Furka»
23. Januar 2011 22:58; Akt: 23.01.2011 22:04 Print
Rennauto made in Switzerland
von Markus Arnold - Wenn Wirtschaft und Hochschulen zusammenspannen, entsteht Innovation. Zum Beispiel ein elektronisches Rennauto made in Switzerland.

Kommen Autos in Zukunft aus der Schweiz? Foto: colourbox.com
Flink dreht «furka» – das erste Elektro-Rennauto der Schweiz – auf Rennstrecken in Silverstone und Hockenheim seine Runden, ohne ohrenbetäubendes Dröhnen oder Benzingeruch. Das Rennauto ist ein Gemeinschaftswerk von Studenten der ETH Zürich, der Hochschule Luzern und der zhaw Winterthur. Das Studenten-Team tritt seit 2007 als Akademischer Motorsportverein Zürich (AMZ) alljährlich am Ingenieurswettbewerb Formula Student an – und zwar äusserst erfolgreich mit internationalen Spitzenplätzen. Dieser Ingenieurswettbewerb erlaubt es Studierenden aus aller Welt, mit ihren selbst entwickelten Fahrzeugen gegen Teams anderer Hochschulen anzutreten.
Technische Angaben zum RennwagenDas Elektro-Rennauto „furka“ Modell 2010 beschleunigt in 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Es werden Querbeschleunigungen von bis zu 2 G erreicht. Der Topspeed ist durch die Übersetzung auf 111 km/h beschränkt. Die Länge des 225 Kilogramm schweren Fahrzeuges beträgt 2,72, die Breite 1,42 und die Höhe 1,0 Meter. Die zwei E-Motoren haben eine Spitzenleistung von zweimal 30 kW (82 PS) und ein Drehmoment von 130 Nm. Die Energie in den Akkus reicht für ein Endurance-Rennen von 22 Kilometern im Renntempo.
Auf die Saison 2010 hin trat man nicht mehr in der Verbrennungsmotor-Kategorie an, sondern mit einem rein elektrisch angetriebenen Rennauto. Dass «furka» den Vergleich mit einem Verbrennungsmotor-Rennauto nicht zu scheuen braucht, zeigte sich im Rennen vom vergangenen August im österreichischen Melk. Dort startete das Schweizer Elektro-Rennauto in der gleichen Klasse wie die herkömmlichen Verbrenner-Fahrzeuge und erreichte bei 30 teilnehmenden Teams den fünften Schlussrang. «Das war ein besonderes Highlight für unser Team», sagt Stefan Liechti, Geschäftsleiter des AMZ.
Das Rennauto-Projekt dient den Studierenden in erster Linie dazu, die Arbeit in einer Projektumgebung zu erlernen. Unterstützt wird das Hochschulprojekt von der Wirtschaft. Namhafte Sponsoren und Gönner finanzieren die Entwicklung des Autos und die Teilnahme an den internationalen Rennen. «Unser Budget für eine Saison beläuft sich auf über 250‘000 Franken», verrät Liechti. Das Engagement der beteiligten Firmen sei auch eine Investition in deren eigene Zukunft. Denn die AMZ-Teammitglieder brächten einen wertvollen praktischen Erfahrungsschatz mit, der bei vielen Hochschulabgängern nicht so ausgeprägt vorhanden sei. Dies mache sie für künftige Arbeitgeber besonders attraktiv.
Für die Saison 2011 befindet sich das AMZ Racing Team derzeit mitten in der Konstruktionsphase. Bei der Entwicklung des neuen Rennwagens hat sich das Team auf Performance, Effizienz, Leichtbau, Zuverlässigkeit, Ergonomie, Sicherheit sowie auf das Zeit- und Kostenmanagement fokussiert. So wird ein Grossteil des Fahrzeuges komplett neu konstruiert. Aktiv betreut wird das neue Team auch von ehemaligen AMZ-Mitgliedern. Auf diese Weise können die Erfahrungen aus den vergangenen Saisons ideal genutzt werden. «Nachdem das Modell 2010 mit seinen 225 Kilogramm bereits mit Abstand das leichteste aller Elektro-Fahrzeuge der Rennserie gewesen war, liegt unser Gewichtsziel fürs neue Jahr bei 200 Kilogramm», so Stefan Liechti. Und er hofft natürlich, an die Erfolge der vergangenen Saison anzuknüpfen.
www.seminare.ch/hochschule-info.html
www.amzracing.ch
www.formulastudent.com

























