Flipped Classroom

22. Mai 2018 07:40; Akt: 22.05.2018 07:40 Print

Schule neu definieren

von Gabriel Aeschbacher - Flipped Classrooms sind ein mögliches Modell der Zukunft.

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(Bild: Fotolia)

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Vorwiegend zu Hause arbeiten und dann bei gelegentlichen Präsenzveranstaltungen die offenen Fragen abarbeiten können: Innovative Bildungsanbieter wie zum Beispiel die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) oder die ETH Zürich lagern die reine Informationsvermittlung in Selbststudiums-Phasen aus.

Roger O.*, werdender Vater, ist froh, kann er für seine nächste Weiterbildung eine Institution auswählen, die Weiterbildung auch ausserhalb des Klassenzimmers anbietet. «Die beschwerlichen Reisen nach einem langen Arbeitstag möchte ich möglichst eliminieren», sagt der Banker, der überdies so gut mit modernen Kommunikationsmitteln vertraut ist, dass er durchaus offen für innovative Weiterbildungsprojekte ist.

Die Stossrichtung, wonach Dozenten oder Lehrpersonen zunehmend eine Coaching-Funktion einnehmen, greift mit dem Lehrplan 21 auch auf die Volksschule über. Dort werden zunehmend Lernateliers respektive Lernstudios geschaffen, wo sich die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen selbst aneignen. Die Inputs dazu bekommen sie nach wie vor von ihren Lehrpersonen, die diesen Prozess sorgfältig begleiten und dafür sorgen, dass jeder Schüler möglichst individuell begleitet wird.

Der zertifizierte Berufswahl- und Lerncoach Elio Gallo (44) unterstützt diesen Ansatz grundsätzlich, hebt aber auch den Mahnfinger, «denn Lernen ist ein sehr individueller Prozess und der Coach ist gefordert, damit er den Überblick nicht verliert».

Dass virtuelle Klassenzimmer künftig das Mass aller Dinge sind, glaubt Oberstufenlehrer Markus D.* nicht. «Methodische Kompetenzen, zum Beispiel die gute Kommunikation oder eine ausgereifte Präsentation, kommen in der realen Welt immer noch deutlich besser an als im virtuellen Klassenzimmer.»

*Name der Redaktion bekannt

www.ffhs.ch
www.ethz.ch