Lehrstellenmarkt

25. Januar 2017 08:28; Akt: 25.01.2017 08:29 Print

So viele offene Stellen wie nie

Unternehmen tun sich schwer, Lehrstellen optimal zu besetzen. Wir haben darüber mit Urs Casty von yousty.ch gesprochen.

storybild

Urs Casty - einst Rohstoffhändler, heute Experte in Lehrstellenfragen. (Bild: ZVG)

Fehler gesehen?

Wie präsentiert sich die aktuelle Situation auf dem Lehrstellenmarkt?
Urs Casty: «Die Situation auf dem Lehrstellenmarkt hat sich über die letzten Jahre verändert: Es gibt mehr Lehrstellen als Lehrstellensuchende! Diese Entwicklung ist seit 2010 ersichtlich und wird sich auch 2017 bestätigen.»

Viele Firmen haben Schwierigkeiten, ihre Lehrstellen besetzen zu können. Ist das nur eine Frage dieses Überangebotes?
Urs Casty: «Der Lehrstellenmarkt wird aus demografischen und gesellschaftlichen Gründen immer anspruchsvoller. Die Jugendlichen haben zwar die Qual der Wahl, da ein Lehrstellenüberschuss besteht, beschränken sich aber auf immer weniger Lehrberufe und haben keinen Plan B. Wenn sie keine Lehrstelle in ihrem Traumberuf finden, besuchen sie das 10. Schuljahr oder absolvieren ein Zwischenjahr.»

Wo liegen denn die grössten Schwierigkeiten für Firmen, ihre Lehrstellen optimal besetzen zu können?
Urs Casty: «Lehrstellensuchende fühlen sich oftmals nicht angesprochen und finden zu wenig jugendgerechte Berufs- und Lehrstelleninformationen. Das Erscheinungsbild, die Informationen sowie die Kanäle, wo die Lehrstellen ausgeschrieben werden, sind sehr wichtig. Eine Firma muss bei Schülern und Eltern «sichtbar» werden. Dazu gehört es, im Internet einen jugendgerechten Auftritt zu etablieren.»

Dann liegt das Problem nicht nur bei den Jugendlichen, sondern auch bei den Firmen?
Urs Casty: «Das ist richtig. Und so einfach wie jetzt – mit Internet – war es noch nie. Bereits mit einfachen Massnahmen und kleinem Budget kann eine Firma überzeugen: Bilder der Firma, des Arbeitsortes, der Berufssituationen, der Tätigkeiten und vor allem des Teams, also des Berufsbildners und der Lernenden, geben den Schülerinnen und Schülern wichtige erste Einblicke. Unternehmen, welche sich aktiv für die Berufsbildung einsetzen und mit der Zeit gehen, haben ganz klar weniger Probleme, ihre Lehrstellen zu besetzen. Da über 70 Prozent der Schüler vor allem das Internet zur Lehrstellensuche nutzen, ist eine gute Internetpräsenz das A und O.»

www.yousty.ch
www.info-shop.ch
www.berufsberatung.ch

(rb)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • René B. am 25.01.2017 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Lehrstellen sind heute weniger beliebt, alle haben das Gefühl ein Studium machen zu müssen. Die Chancen auf eine gute Berufskariere ist den Meisten zu wenig klar, und diese müsste man besser aufzeigen. Also ich kann alle nur zu einer Lehre ermuntern, klar da müsst ihr arbeiten, aber es lohnt sich.

    einklappen einklappen
  • Wolly am 03.02.2017 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    So ist es

    Maus schieber vor dem PC verdinen mehr . Wer will heute noch richtig krampfen fuer wenig geld? Die wenigsten.

    einklappen einklappen
  • Beat am 19.02.2017 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Unbrauchbare Schulabgänger

    Ich habe dieses Jahr als Berufsbildner über 50 Bewerbungen bekommen. Es ist erschreckend, was ich da gesehen habe: In wichtigen Fächern mehrere Note der Kategorie 2 !! In Selbst- und Arbeitskomponenten nur negative Einträge und Unentschuldigte Absenzen. Solche Bewerber stellt niemand ein, da ist der Ärger und Frust schon vorprogrammiert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Beat am 19.02.2017 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Unbrauchbare Schulabgänger

    Ich habe dieses Jahr als Berufsbildner über 50 Bewerbungen bekommen. Es ist erschreckend, was ich da gesehen habe: In wichtigen Fächern mehrere Note der Kategorie 2 !! In Selbst- und Arbeitskomponenten nur negative Einträge und Unentschuldigte Absenzen. Solche Bewerber stellt niemand ein, da ist der Ärger und Frust schon vorprogrammiert.

  • Wolly am 03.02.2017 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    So ist es

    Maus schieber vor dem PC verdinen mehr . Wer will heute noch richtig krampfen fuer wenig geld? Die wenigsten.

    • Bettina am 19.02.2017 10:46 Report Diesen Beitrag melden

      Andere Erfahrungen gemacht.

      Stimmt nicht, viele Berufe ausserhalb eines Büros bieten den grösseren Zahltag, als Bürojobs. In meinem Bekanntenkreis: Gipser 6200.-- FAGE 5800.-- KV aber nur 4200.--

    einklappen einklappen
  • René B. am 25.01.2017 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder

    Lehrstellen sind heute weniger beliebt, alle haben das Gefühl ein Studium machen zu müssen. Die Chancen auf eine gute Berufskariere ist den Meisten zu wenig klar, und diese müsste man besser aufzeigen. Also ich kann alle nur zu einer Lehre ermuntern, klar da müsst ihr arbeiten, aber es lohnt sich.

    • sepp/ackermann am 29.01.2017 16:00 Report Diesen Beitrag melden

      chancenlos beim lehrstellenassesement

      stimmt so nicht, mein sohn hat seit monaten vergeblich eine lehrstelle als schreiner gesucht, hat die schnupperwochen absolviert und immer wieder gehört, es gäbe keinen platz, seine schulleistungen sind ganz gut und er möchte eigentlich keine weiter schule mehr machen sondern einen beruf lernen nur gibt ihm niemand eine chance...

    • Koni am 19.02.2017 10:47 Report Diesen Beitrag melden

      Auf BIZ / Lena suchen

      Auf BIZ sind aber viele freie Lehrstellen als Schreiner ausgeschrieben.

    einklappen einklappen