Fruchtbarkeits-Studie

05. Juni 2014 21:19; Akt: 06.06.2014 08:45 Print

«Je mehr man kifft, desto eher ist man unfruchtbar»

von Tanja Bircher - Wer Vater werden will, sollte keine Joints rauchen: Kiffen verdoppelt das Risiko, unfruchtbar zu werden. Dies zeigt eine Studie. Der Grund: Die Samen sind selbst bekifft.

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Bei jungen kiffenden Männern verdoppelt sich das Risiko einer Unfruchtbarkeit. (Bild: Keystone)

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Sie sind ein Mann und wollen Kinder? Hören Sie auf zu kiffen! Der Konsum von Cannabis könnte einen negativen Effekt auf Ihre Zeugungsfähigkeit haben. Dies zeigt eine neue Fruchtbarkeits-Studie, die am Donnerstag publiziert wurde.

Die Forscher der Universitäten Sheffield und Manchester haben sich mit dem Einfluss der Lebensweise eines Mannes auf die Qualität seiner Spermien auseinandergesetzt. Entgegen den bisherigen Annahmen haben Alkohol, Rauchen und das Tragen von engen Hosen keine Auswirkung auf die Samenproduktion. Der Cannabiskonsum hingegen verdoppelt das Risiko, dass Männer abnormale Samen produzieren. Durch den regelmässigen Konsum von Marihuana verändert sich die Form und Grösse der Spermien, dies schmälert die Fruchtbarkeit des Mannes.

Der Hauptautor der Studie, Allan Pacey, sagt: «Wenn Sie ein Baby bekommen möchten, sollten Sie keine Joints mehr rauchen.» Der Erfolg werde zwar nicht über Nacht eintreten – es braucht drei Monate, um ein Spermium zu produzieren –, aber die Chance, Kinder zu zeugen, steige auf jeden Fall, wenn man auf Gras verzichte. «Wenn sie im August ein Kind zeugen wollen, müssen Sie im Juni aufhören zu kiffen», so Pacey. Wieso genau Cannabis den Spermien schadet, sei noch nicht klar.

«Das Spermium ist selbst bekifft»

Der Zürcher Fruchtbarkeitsexperte Christian Sigg kennt den Grund: Schuld seien Abbauprodukte im psychoaktiven Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol (THC). «Die Spermien müssen auf dem Weg zum Ei eine Reihe komplizierter Funktionen übernehmen und Schritte vollziehen. Das THC sorgt dafür, dass die Samen diese Funktionen nicht mehr richtig ausüben können und gewisse Schritte einfach auslassen. Das Spermium ist quasi selbst bekifft.»

In erster Linie werde die Beweglichkeit der Samen beeinträchtigt: «Das Timing wird gestört.» Denn Spermien müssten kurz bevor sie die Eizelle erreichten einen Sprint hinlegen, aufgrund des THCs spurteten sie quasi zu früh los und seien bereits ausgebrannt, bevor sie beim Ei ankommen. Eine Befruchtung sei somit nicht mehr möglich. «Das ist wie bei einem Marathonläufer, der zu früh zum Sprint ansetzt und dem die Puste schon vor der Ziellinie ausgeht», so Sigg. Auch die Qualität der Samen werde durch den Konsum von Cannabis beeinträchtigt, ausserdem hätten kiffende Männer oft weniger Samenzellen als Nicht-Kiffer.

Männer jeden Alters sind betroffen

In seiner Praxis in Zürich-Oerlikon behandelt Sigg regelmässig Patienten mit Kinderwunsch, die Cannabis rauchen. «Einige Prozente der Männer, die zu mir kommen, sind regelmässige Kiffer. Diesen sage ich, sie müssten unbedingt damit aufhören, wenn sie wirklich Kinder wollten.»

Die Männer seien meist zwischen 25 und 40 Jahren alt, das Alter spiele aber bezüglich Schädigung grundsätzlich keine Rolle. Viel mehr gilt: «Je mehr ein Mann kifft, umso grösser ist die Gefahr, dass er unfruchtbar wird.» Der Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und einem unerfüllten Kinderwunsch werde viel zu wenig thematisiert und gelte heute noch als Tabuthema, sagt Sigg. «Dies muss sich ändern.»

In der Schweiz hat die Zahl an Männern mit Fruchtbarkeitsproblemen in den letzten Jahren zugenommen. Diese Entwicklung wird meist auf Umweltfaktoren zurückgeführt. In welchem Ausmass der Cannabiskonsum diese Zahlen beeinflusst, ist nicht bekannt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luana am 06.06.2014 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wie sicher?

    Eine neue Verhütungsmethode? Super, dann kann ich gleich die Pille absetzen, mein Freund kifft jeden Tag.

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  • der Russe am 06.06.2014 00:54 Report Diesen Beitrag melden

    Ritalin vs. Joint

    Was ist wohl schädlicher? ein kiffender Vater oder ein Staat, welcher jedem aktiven Kind Ritalin verschreibt?

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  • Mr. am 06.06.2014 06:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach was...

    Ach was, habe früher gekifft wie ein Weltmeister und habe trotzdem eine wunderschöne und gesunde Tochter! Immer diese unnützen Studien....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter R am 07.06.2014 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Immer schön vom Thema abweichen...

    ... wenn von der Schädlichkeit des Kiffens die Rede ist. Und wie jede neue Studie über die Schädlichkeit des Kiffens löst natürlich auch diese neue Fruchtbarkeitsstudie bei Kiffern Empörung aus und weiterhin werden die Gesundheits- Risiken und Gefahren von Cannabis-Konsum beschönigt und heruntergespielt. Und weiterhin weichen diverse Kommentatoren vom Thema ab und fangen an, über Alkohol zu reden und beklagen sich darüber, dass Cannabis illegal, Alkohol hingegen legal ist.

  • Splifftheshit am 07.06.2014 00:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Ich könnte wetten dass diese studie von einem svp-politiker durchgeführ t wurde :')

  • heiner brand am 06.06.2014 18:28 Report Diesen Beitrag melden

    umivadlo

    ok aber warum schreibt man dann auch nicht das Zigaretten und Alkohol IMPOTENT machen? ist doch das schlimmere Übel

    • nifnof am 07.06.2014 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      leider...

      ...ist das alles schon bekannt und toleriert. Hier werden neue Gründe gesucht(erfunden) um weiter das Gesundheitswesen und die Industrie kleinzuhalten und weiter leichte Einnahmequellen für die Polizei bereitzuhalten.

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  • H to the A am 06.06.2014 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    So ein Schwachsinn was hier behauptet wird! Beinhaltet ein Joint keine Samen oder kleine Äste von der Pflanze ist das Risiko auf Unfruchtbarkeit vollkommen ausgeschlossen ;)

  • Susanne am 06.06.2014 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schäden:

    Diese Woche beim Bier starteten auch die potenziellen Alkoholiker ein Theater und jetzt beim Kiffen wiederum, die, welche bereits als Süchtige gelten! Meist ist ja noch ALLES kombiniert mit Zigaretten, Alkohol und Drogen. Super, wieviel Geld da drauf geht vor allem für eine Familie. Wieso muss man sich dauernd zuknallen? Bitte mal psychiatrisch abklären lassen! Spätestens, wenn man noch behauptet, Drogen und Co. seien toll, ist man süchtig! Nur kein Süchtiger gibt es zu, da er bereits geschädigt ist und alles tarnt und ins Lächerliche zieht. Später sortierts dann die Süchtigen früher aus!!!

    • Ralf Gerlich am 07.06.2014 00:03 Report Diesen Beitrag melden

      Bedürfnis nach Rausch

      Rausch ist von jeher Bestandteil in jeder Kultur und erfüllt grundlegende, soziale Funktionen. Das Bedürfnis nach Rausch kann man nicht verbieten, nur kriminalisieren. Es braucht vor allem eine ehrliche und faktenbasierte Aufklärung über Rauschmittel und Sucht. Ihre abwertende ideologische Hetze grenzt an Demagogie und gerade Sie schreien nach psychiatrischer Abklärung! Nur Mut, Ihr Psychiater wird an Ihnen eine Freude haben.

    • Susanne am 07.06.2014 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sucht:

      Die ganze Prävention muss man hinterfragen und sogar die ganzen nutzlosen Therapien. Wenn das ja so toll ist und sogar noch Kultur, also, füllt die Lampe, bekifft euch weiter, aber verlangt vom Staat (Steuerzahler) keinerlei Unterstützung! Tragisch ist nur, wenn Kinder involviert sind, aber da fehlt ja solchen eh die Einsicht und die Verantwortung.

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