Freundschaftsforscher

09. Januar 2014 13:37; Akt: 09.01.2014 13:37 Print

«Manche sind mit nur einem Freund zufrieden»

Neue Freunde verdrängen alte, so eine neue Studie. Grund: Sie binden Zeit und Emotionen. Wer seine besten Freunde zu selten sieht, verliert sie, so Freundschaftsforscher Mitja Back.

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Eine beste Freundin oder lieber zehn? Die Zahl der Freunde hängt von der Persönlichkeit ab. (Bild: Photographer: George Dolgikh)

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Herr Back, wie viele Freunde brauchen wir?
Mitja Back: Das ist individuell. Es gibt Leute, die mit einem oder zwei engen Freunden zufrieden sind. Andere haben bis zu zehn. Und beide können damit glücklich sein – wichtig ist einfach, dass sie so viele Freunde haben, wie sie sich wünschen.

Umfrage
Wie viele enge Freunde haben Sie?
14 %
19 %
24 %
29 %
11 %
3 %
Insgesamt 13183 Teilnehmer

Die Studie von Robin Dunbar zeigt, dass wir nur eine begrenzte Zahl von Freunden haben können und neue beste Freunde immer alte ersetzen. Weshalb?
Weil Freunde nicht «gratis» sind: Es braucht Zeit und emotionale Ressourcen und enge Freundschaften zu pflegen. Man trifft sich oder telefoniert regelmässig.

Auf Facebook haben wir im Schnitt 342 Freunde. Zählen die nicht?
Die heissen zwar Freunde, die meisten von ihnen sind aber eher Bekannte. Über sie will man primär an Informationen kommen und andere Leute kennen lernen, die einem beispielsweise beruflich etwas bringen können.

Müssen einem auch beste Freunde etwas bringen?
Ja, positives Feedback stärkt das Selbstbewusstsein. Und Freunde unterstützen uns konkret und emotional: Man kann zu ihnen gehen, wenn es einem schlecht geht oder wenn man handfeste Hilfe braucht. Das beruht bei engen Freundschaften im Gegensatz zu Bekanntschaften aber auf Gegenseitigkeit.

Muss man gute Freunde täglich sehen?
Nein. Man kann auch eine enge Freundschaft pflegen, wenn man sich nur jedes halbe Jahr sieht. Allerdings ist zentral für eine enge Freundschaft, dass man etwas miteinander teilt und sie deshalb regelmässig auffrischt. Wenn man sich zu selten sieht, ersetzt man die Freunde irgendwann durch neue. Das sieht man am Beispiel der Schulfreunde, die man irgendwann aus den Augen verliert.

Haben Frauen mehr Freunde als Männer?
Nein, nicht unbedingt. Aber die Funktionen sind im Durchschnitt unterschiedlich: Freundinnen wollen vor allem über Probleme sprechen. Männer helfen einander eher bei konkreten Vorhaben und teilen gewisse Tätigkeiten, wie zum Beispiel Fussball schauen. Das sind aber nur Mittelwerte. Die Unterschiede innerhalb der Geschlechter sind grösser als jene zwischen Frauen und Männern.

Haben Junge mehr gute Freunde als Ältere?
Tendenziell schon. In der Jugend sind Freunde sehr wichtig. Später werden sie teilweise durch den Partner abgelöst. Wie lange man jemanden kennt, ist hingegen nicht so wichtig: Enge Freunde kann man am ersten Tag finden – und ein Leben lang behalten.

(hal)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • hansb. am 09.01.2014 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    freunde fürs leben

    Eigentlich sollten Freundschaften ein Leben lang halten. Man sieht sich über Monate/ vielleicht Jahre nicht, trifft sich und alles ist genau gleich wie beim letzten treffen, man fühlt sich wohl. Alles andere sind nur Kameraden

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  • michael klein am 09.01.2014 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    ist definitionssache

    beste freunde - das ist eine höchst individuelle definition. nach meinem empfinden sind das menschen, auf die man sich in jeglicher lebenssituation verlassen kann. die für einen da sind wenn es einem schlecht geht, egal was der grund ist. diese muss man auch nicht täglich sehen. es reicht zu wissen, das sie da sind.

  • Romina am 09.01.2014 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Freund

    Ich finde das stimmt. Ich hatte in meinem Leben immer nur einen besten Freund und eine beste Freundin. Mehr brauche ich nicht. Vielleicht wäre es anders, wenn ich nicht 5 Tage die Woche arbeiten würde und mehr Zeit für Freundschaften hätte...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anna2014 am 09.01.2014 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Bruder

    Ich habe ein paar sehr gute Freunde. Mein allerbester Freund, ist aber mein Bruder. Manchmal reden wir miteinander, ohne zu sprechen.

  • johnatan am 09.01.2014 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    Alles falsche Freunde

    Ich habe nur 2 enge Freunde, denen ich alles anvertraue und wir uns seit dem Kindergarten in allem unterstützen. Wir studieren heute sogar. Alle anderen sind Bekannte mit denen man kurz redet aber nicht mehr und nicht weniger. Und Freunde sind halt mit denen ich nicht gut auskomme, denen gehe ich dann aber aus dem Weg, mit denen will ich nichts am Hut haben.

  • Freundelos am 09.01.2014 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unterschied

    Für mich sind Freunde Menschen mit denen ich weinen, lachen, philosophieren kann. Menschen, die verstehn wie ich ticke, die mir mein Glück gönnen, die um mich kämpfen. Davon gibt es in meinem Leben NULL. Alle wollen mir ihr Leid mitteilen, ich mag wohl ihr Freund sein, doch für mich sind die alle nur Bekannte oder Kollegen.

  • wieder glücklich am 09.01.2014 11:39 Report Diesen Beitrag melden

    ich weiss es

    Erst Scheidung, dann Arbeitslosigkeit - jetzt weiss ich wer meine echten Freunde sind. Jetzt geht es mir wieder gut und ich werde nie vergessen wer zu mir gehalten hat.

  • Sophia_27 am 09.01.2014 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wahre Freunde sind unbezahlbar!

    Meine beste Freundin und ich kennen uns seit bald 14 Jahren. Wir haben jeden Tag Kontakt und wissen uns dennoch dauernd etwas zu erzählen. Wir freuen uns gemeinsam, wenn einer von uns etwas Tolles passiert ist, trösten einander und stehen uns bei, wenn eine von uns eine schwere Zeit durchmacht und wir hören zu, wenn eine mal Dampf ablassen muss. Ich wüsste echt nicht, was ich ohne sie machen würde. Süsse, ich danke dir für jede einzelne, gemeinsame Minute und bin gespannt, was wir in Zukunft gemeinsam erleben dürfen! :-)