Langzeitstudie

31. März 2017 21:19; Akt: 31.03.2017 21:19 Print

Gute Schüler greifen später eher zum Joint

Nur dumme Menschen nehmen Drogen, behaupten viele Menschen. Laut britischen Forschern liegen sie damit aber falsch.

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Wer greift zu welchen Suchtmitteln? Das wollten britische Forscher wissen. Ergebnis ihrer Studie: Wer in jungen Jahren besonders gut in der Schule ist, trinkt später mehr als doppelt so häufig regelmässig Alkohol wie jene Mitschüler, die weniger gute Note geschrieben haben. Ähnlich sieht es bei Cannabis aus: Auch hier greifen Menschen, die als Kind gut in der Schule waren, öfter zu als jene, die sich früher mit dem Lernen schwertaten. Beim Thema Rauchen zeigten sich die smarten Personen zurückhaltender als die weniger klugen. Die Forscher erklären das damit, dass Eltern in der Regel zunächst vor den von Zigaretten ausgehenden Gefahren warnen würden, weniger vor den Folgen von Cannabis-Konsum. Doch nicht nur die britischen Wissenschaftler, auch US-Forscher beschäftigten sich schon mit dem Konsum von Alkohol und Drogen. Sie untersuchten, wann Sex schöner ist – unter Cannabis- oder unter Alkoholeinfluss? Ihr Fazit: Geschlechtsverkehr fühlt sich bekifft besser an als betrunken. Aber die Erinnerungen an Sex unter Marihuana- oder Alkohohl-Einfluss sind unterschiedlich: Weil Alkohol Menschen kontaktfreudiger macht, finden Angetrunkene zwar deutlich schneller einen Bettgespielen, allerdings gehen sie dabei weniger wählerisch vor – und sind am Morgen danach häufig unangenehm überrascht. Ganz anders die Erfahrungen nach dem Cannabis-Konsum. Einige Probanden gaben an, dass ihnen das High in der Regel zu intensiverem und längerem Sex verhelfe. Dies, weil sie bekifft sensibler seien, während Alkohol sie eher betäube.

Zum Thema
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Schlaue oder dumme Menschen: Wer greift häufiger zu Drogen? Dieser Frage sind Forscher des University College in London nachgegangen. Dafür begleiteten sie rund 6000 Schüler über mehrere Jahre und befragten sie immer wieder.

Umfrage
Welches Laster haben Sie?
7 %
11 %
9 %
7 %
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8 %
16 %
8 %
25 %
Insgesamt 3655 Teilnehmer

In einem ersten Schritt erfasste das Team um James Williams die schulischen Leistungen der Teilnehmer, als diese 11 Jahre alt waren. Danach konsultierten die Forscher sie noch zwei weitere Male – einmal im Alter zwischen 13 und 17 Jahren, einmal im Alter von 18 bis 20 Jahren. Dabei befragten sie sie nach ihren Erfahrungen mit Suchtmitteln wie Nikotin, Cannabis und Alkohol.

Aus Neugier zum Kiffen gekommen

Dabei zeigte sich: Wer in jungen Jahren besonders gut in der Schule war, trank später mehr als doppelt so häufig regelmässig Alkohol wie jene Mitschüler, die weniger gute Note geschrieben hatten, heisst es im Fachjournal «BMJ Open».

Ähnlich sah es bei Cannabis aus: Auch hier griffen gute Schüler öfter zu als jene, die sich früher mit dem Lernen schwergetan hatten. Lediglich beim Tabakrauchen zeigten sich die smarten Studienteilnehmer zurückhaltender als die anderen.

Williams und seine Kollegen erklären das damit, dass Eltern in der Regel zunächst vor den von Zigaretten ausgehenden Gesundheitsgefahren warnen würden, weniger vor den Folgen von Cannabis-Konsum. Dabei wäre das aber wichtig. Denn obwohl das Studienergebnis einen Zusammenhang zwischen Intelligenz und Cannabis-Konsum herstellt: Intelligent ist Kiffen nicht, schliesslich kann es sowohl die körperliche als auch geistige Gesundheit schädigen.


(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • G.V. am 31.03.2017 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anhand der schulischen Leistungen?

    Anhand der schulischen Leistungen soll man beurteilen können ob jemand, Zitat, "dumm oder schlau" ist? Das ist absoluter Schwachsinn, die Schulnoten sagen absolut gar nichts über die Intelligenz aus. So manche grosse Tüftler in der Weltgeschichte galten als schlechte Schüler. Ich dachte in der heutigen Zeit denke man nicht mehr so oberflächlich.

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  • Remo Kaiser am 31.03.2017 21:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer frei von Laster ist

    Sollte sich fragen ob er wirklich lebt oder nur existiert.

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  • Moussa am 31.03.2017 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle korrekt

    45% frei von lastern? in wahrheit raucht jeder 2., kifft gefühlt jeder 10. und trinkt jeder 5. auch das verlangen nach einem "feierabendbier" ist meiner meinung nach eine last, da es je nach dem eine gewohnheit ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dr. Ben F. am 01.04.2017 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drogen überall

    Weshalb wird mit Drogen jeweils hartes Zeug assoziiert? Und dann wird geschrieben: Alkohol und Drogen etc.. Jeder Mensch hat min. 1 Sucht. Ob Esssüchtig (Im Essen hat es auch Drogen drin - Glutamat etc machen abghängig) Alkohol sowie Nikotin, Koffein, Zucker oder Medikamenten abhängig. Diese zählen auch als Drogen. Also etwas nicht tolerieren, aber selber Drogen negmen. Tupisch kurzsichtige Gesellschaft.

  • kiffende Mimose am 01.04.2017 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Glaubwürdigkeit

    Vielleicht durchschauen die Intelligenten eher, dass in der "Drogenaufklärung" seit Jahrzehnten stur die gleichen Behauptungen aufgestellt werden (z.B. "Cannabis ist eine Einstiegsdroge") - obwohl sie ganz offensichtlich falsch sind... Die warnenden Stimmen verlieren so an Glaubwürdigkeit

  • Niki am 01.04.2017 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    unglaubwürdig

    Schon wieder so eine "schlaue Studie". Wir haben in der Familie Naturwissenschafter und weltberühme Profisportler. Und niemand rauch, trinkt oder kifft. So ein Mist diese Studie

    • Scorpionne am 01.04.2017 13:06 Report Diesen Beitrag melden

      @Niki

      Lachhaft. Wer sagt denn,dass Wissenschaftler geschweige denn Sportler unbedingt intelligent sein müssen?

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  • Hulla am 01.04.2017 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Bin eh für

    die totale Legalsierung von allen Suchtstoffen. Dann müssen keine Polizisten inkl. Familie fliehen (staat ahoi) und es gibt deswegen keine Massenmorde mehr an den Konkurrenten

  • Miss Eule am 01.04.2017 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zur Ablenkung

    Könne es evt. sein, dass intelligentere Menschen mehr Gedanken haben, die sie belasten und deshalb Suchtmittel z.T. unbewusst eher als Erleichterung wahrnehmen?

    • Hello am 01.04.2017 12:09 Report Diesen Beitrag melden

      Was sie dann

      eben wieder unclever macht. Ein Stylisch "Bankertyp" hat mich in Bern im Geld gebeten. Er sie süchtig, Sucht ist unclever!

    • apollocombat am 01.04.2017 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hello

      cannabis kann nicht süchtig machen...

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