Studie

27. Februar 2017 22:13; Akt: 28.02.2017 07:01 Print

So kommen Frauen fast garantiert zum Orgasmus

Wer kommt öfter: Männer oder Frauen? Hetero-, Homo- oder Bisexuelle? Forscher kennen die Antwort und haben eine Orgasmus-Anleitung formuliert.

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Hetero-, Homo- oder Bisexuelle: Wer erlebt im Bett mehr Höhepunkte? Das wollten Forscher der Chapman University in Kalifornien ganz genau wissen und haben nachgefragt. Herausgekommen ist Folgendes: ... ... Bei den heterosexuellen Männern gaben 95 Prozent an, beim Sex üblicherweise immer einen Orgasmus zu haben. Dieselbe Angabe machten auch 89 Prozent der homosexuellen ... (Im Bild: Schauspieler Neil Patrick Harris, rechts, mit Ehemann David Burtka) ... und 88 Prozent der bisexuellen Männer. (Im Bild: Sänger Mika, der sich mit «Gace Kelly» einen Namen machte) 86 Prozent der lesbischen Frauen antworteten, sie würden beim Sex so gut wie immer zum Höhepunkt kommen. (Im Bild: Ellen De Generes, links, und ihre Frau Portia De Rossi) Dieselbe Aussage traf auf 66 Prozent der bisexuellen Frauen ... (Im Bild: Kristen Steward, links, mit Freundin Annie Clark) ... und auf 65 Prozent der heterosexuellen Frauen zu. (Im Bild: Channing Tatum und Gattin Jenna Dewan-Tatum) Deswegen jetzt die Flinte ins Korn werfen müssen Frauen aber nicht: Die Forscher berechneten auch, wie auch sie ihre Orgasmus-Wahrscheinlichkeit steigern können. Am häufigsten gelangen demnach die heterosexuelle Frauen zum Höhepunkt, die sich während des Sex manuell stimulieren, ... ... Oralsex haben und ... ... zudem mit ihrem Partner intensive Küsse austauschen. Auch das Ausprobieren neuer Stellungen und eine glückliche Beziehung lassen sexuelle Höhepunkte wahrscheinlicher werden. Der Begriff Orgasmus stammt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie «vor Liebesverlangen glühen». Er bezeichnet den Höhepunkt des sexuellen Lustempfindens. Der Gang einer Frau verrät, wie sie kommt. Das behaupten jedenfalls belgische Forscher der katholischen Universität von Louvain. Sie sind überzeugt, dass man beim Laufen erkennt, ob eine Frau zu einem vaginalen Orgasmus fähig ist oder nicht. Die ersten Erfahrungen mit dem Höhepunkt machen viele schon im Mutterleib. Besonders männliche Embryonen stimulieren und berühren auf Ultraschallbildern ihre Geschlechtsorgane. Ausserdem legen Kinder viel früher als angenommen - also vor der eigentlichen Geschlechtsreife - Hand an sich selbst. Der Orgasmus ist nicht nur das höchste der Gefühle, er macht auch noch schön. Das zumindest behauptet Neurophysiologe David Weeks vom Royal Edinburgh Hospital. Weitere positive Nebenwirkung: Der Orgasmus stärkt das Immunsystem und baut Stress ab. Denn bei sexuellen Handlungen nimmt das Stresshormon Kortisol deutlich ab, während die Konzentration der Powerhormone Adrenalin und Noradrenalin deutlich ansteigt. Ihren Höchststand erreichen sie beim Orgasmus - er kann bis zu 100 Prozent über dem Normalwert liegen. Zusätzlich verdoppelt sich die Anzahl der natürlichen Killerzellen des Immunsystems. Doch nicht immer kommt Frau zum Höhepunkt. Deswegen täuschen sie ihn vor. Laut Forschern der Columbia Universität in New York spielt Angst vor Untreue in diesen Fällen eine grosse Rolle. So gaben die meisten Studienteilnehmerinnen an, dass sie das Interesse des Partners an der Beziehung wachhalten und ihn vom Fremdgehen abhalten wollten. Eine mögliche Ursache für Orgasmusprobleme könnte ein zu grosser Abstand zwischen Klitoris und Scheidenöffnung sein, wie US-Forscher Kim Wallen feststellte. Demnach sind weniger als 2,5 Zentimeter Abstand ein ein Erfolgsindikator für den weiblichen Orgasmus beim Geschlechtsverkehr. Als andere Erklärung könnten die Ergebnisse von niederländischen Forschern gewertet werden. Sie haben herausgefunden, dass Hände und Bauch einer Frau deutlich sensibler sind als ihr Genitalbereich. Schläft der Mann nach dem Sex ein, ist das nicht seine Schuld. Vielmehr wird beim männlichen Geschlecht nach dem Orgasmus das Müdigkeitshormon Prolaktin ausgeschüttet. Dass während des Höhepunkts die Zeit wie im Flug vergeht, haben Forscher der Universität Kopenhagen schon 1984 herausgefunden. Damals liessen sie Frauen schätzen, wie lange der Orgasmus gedauert hätte. Nahezu alle gaben eine gefühlte Zeitspanne von 12 Sekunden an. Die Stoppuhr, die zur Überprüfung diente, hingegen durchschnittlich 26 Sekunden. Beim Sex ist das Ejakulat durchschnittlich um 20 Prozent umfangreicher, als wenn der Mann selbst Hand anlegt ... Doch in beiden Fällen stösst der Penis das Ejakulat mit einer Geschwindigkeit von etwa 17 Kilometern pro Stunde aus. Das ist vergleichbar mit dem Tempo von Langstreckenläufern. Bei einzelnen Männern wurden sogar Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde gemessen. Orgasmen machen laut US-Sexualforscherin Beverly Whipple schmerzunempfindlich. In einer Studie hatte sie mit einem Gerät Druck auf die Finger von Frauen ausgeübt und geschaut, wie weit sie gehen konnte. Ergebnis: Beim Sex erhöht sich die Schmerzgrenze durchschnittlich um 75 Prozent. Deshalb bemerken wir Kratzer und blaue Flecken erst später. Für die einen ist Sex während der Menstruation unvorstellbar, für die anderen gibt es nichts besseres - und das aus gutem Grund. Denn weil während der Periode die Geschlechtsteile viel besser durchblutet sind, können Frauen in der Zeit häufiger und schneller zum Orgasmus kommen. Nicht alle Frauen sind laut, wenn sie kommen, sondern manche Frauen werden ganz, ganz still. Deutlich einfacher zu interpretieren sind folgende Körperreaktionen: Ihre Pupillen erweitern sich, ihr Herz rast, die Haut wird rosig und ihre Bauchmuskeln ziehen sich rhythmisch zusammen. Auch ihre Schamlippen werden besser durchblutet und damit dunkler. Und: Ihre Klitoris ist danach übersensibel und braucht erst einmal etwas Ruhe.

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Für viele Paare ist der Orgasmus beim Sex das erklärte Ziel. Doch der lässt sich nicht immer so einfach erreichen. Vor allem Frauen sollen sich damit schwertun, während er Männer einfach überkommt, heisst es.

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Doch was ist daran dran? Und welche Rolle spielt dabei die sexuelle Orientierung? Dieser Frage sind Forscher um David Frederick von der Chapman University in Kalifornien nachgegangen – und haben ganz nebenbei noch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Erreichen des höchsten der Gefühle gefunden.

Anonym und ehrlich

Für die im Fachjournal «Archives of Sexual Behavior» veröffentlichte Studie haben die Psychologen die Daten von rund 52'600 hetero-, homo- und bisexuellen, allesamt vergebenen Männern und Frauen aus den USA ausgewertet.

Diese hatten in einer anonymen Online-Umfrage nicht nur Auskunft zu der Häufigkeit ihrer Höhepunkte gegeben, sondern auch, was sie dafür tun, um einen solchen zu bekommen. Auch andere sexuelle Gewohnheiten wie Selbstbefriedigung oder favorisierte Stellungen wurden abgefragt.

Grosse Unterschiede

Dabei zeigte sich, dass für 95 Prozent der heterosexuellen Männer Orgasmus-Schwierigkeiten kein Thema sind. Dieselbe Angabe machten auch 89 Prozent der homosexuellen und 88 Prozent der bisexuellen Männer. Sie kommen laut eigener Auskunft so gut wie immer.

Ähnlich gute Orgasmus-Erfahrungen machten nur die lesbischen Frauen. Von ihnen erklärten 86 Prozent, so gut wie immer einen Orgasmus zu erleben. Etwas schwächer fiel das Ergebnis hingegen bei den bisexuellen Damen aus. Bei ihnen sind nur 66 Prozent ähnlich erfolgreich. Bei den heterosexuellen Frauen waren es sogar nur 65 Prozent.

Die Krux mit der Evolution

Damit offenbaren vor allem die heterosexuellen Paare grössere Unterschiede: Während offenbar so gut wie jeder Mann beim Sex mit seiner Partnerin zum Orgasmus kommt, ist es bei den Frauen nur etwas mehr als jede Zweite.

Frederick und seine Kollegen gehen davon aus, dass dafür evolutionäre Gründe verantwortlich sind: Während der männliche Orgasmus zu einem Samenerguss und damit potenziell zu einer Befruchtung führt, diene der Orgasmus der Frau dazu, «die Bindung mit einem Langzeit-Partner zu erleichtern».

So klappts mit dem Orgasmus

Deswegen jetzt die Flinte ins Korn werfen, müssen hetero- und bisexuelle Frauen aber nicht: Denn die Forscher gingen in ihrer Studie noch einen Schritt weiter und berechneten, wie auch sie ihre Orgasmus-Wahrscheinlichkeit steigern können.

Am häufigsten gelangen demnach diejenigen heterosexuellen Frauen zum Höhepunkt, die sich im Laufe des Aktes manuell stimulieren, Oralsex haben und zudem mit ihrem Partner intensive Küsse austauschen. Auch das Ausprobieren neuer Stellungen und eine glückliche Beziehung lassen sexuelle Höhepunkte wahrscheinlicher werden.


Meg Ryan alias Sally kannte das wissenschaftlich bestätigte Orgasmus-Rezept offenbar noch nicht. (Video: Youtube/Filme und Politik)

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Helvetier am 27.02.2017 22:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau zuerst

    Das beste Resultat entsteht, wenn man nicht egoistisch ist.

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  • Anonym86 am 27.02.2017 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lösung

    wir habens ganz einfach gelöst. wenn sie nicht vor mir kommt, stimuliere ich sie noch oral. so haben beide garantiert immer spass

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  • Möchtegernmacho am 27.02.2017 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur 54%

    Sorry Ladies, ich kann nicht überall gleichzeitig sein ;-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • janiclolipop am 28.02.2017 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    #16

    Wenn man beim Sex ein Ziel hat- Orgasmus Dann hat man(n) was falsch verstanden...

  • Martial2 am 28.02.2017 14:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung...

    Es ist alles nur Spielerei, jeder/jede kann vortäuschen, damit der Partner sich zufrieden gibt. Es macht Freude oder auch nicht, mit dem Alter immer weniger, da es immer wieder dasselbe ist!!

  • Salome am 28.02.2017 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch...

    Wir heterosexuellen Frauen sollen uns also selber stimulieren um mit einem Mann zum Orgasmus zu kommen? Und sind selber schuld, wenn die Klitoris "zu weit entfernt ist vom Scheideneingang"? Komische Einstellung. Was ist eigentlich so schwierig daran, dieses "Knöpfchen" zu bedienen?

  • richy am 28.02.2017 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    spielzeug

    wir sind ein Paar mitte 50ig und haben immer einen Orgasmus. das wichtigste ist doch das man es geil hat, beide solten freude daran haben. zudem gibt es spielzeug wo beim vorspiel eingesetzt werden kann. z.b. womenicer das beste was ich je gekauft habe. wen mein schatz schon ein paar OG hatte ist sie auch enpfindlicher und geht dan die Post ab am schluss sind wir beide fölig foxy und das ist doch schön. Oder!!

  • Bonolono am 28.02.2017 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich so ein Problem?

    Also wer mit seiner Partnerin eine gute Beziehung führt, offen über Gelüste und Vorlieben sprechen kann und auch Freude am Sex hat, sollte nicht solche Probleme haben eine Frau zum Orgasmus zu bringen. Vielleicht betrifft dies noch die ältere Generation, wo es offiziell noch keinen weiblichen Orgasmus gab oder die jüngste Generation, welche noch am experimentieren sind. Bei allen dazwischen sollte es doch funktionieren. Vielleicht hatte ich mit meinen Partnerinnen auch nur Glück und bin noch nie an einen richtig schweren Fall geraten. In diesem Fall, gut für mich :-)