Tipps und Tricks

21. Juni 2017 20:27; Akt: 21.06.2017 20:27 Print

So haben die Mücken keinen Stich

So schön der Sommer auch ist, er hat auch seine Schattenseiten. Denn mit ihm kommen die Stechmücken. Einige Fakten und Tipps.

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Sommerzeit ist Mückenzeit. Erfahren Sie das Wichtigste, was man zur Saison der Plagegeister wissen muss, in den folgenden Bildern. Bereits im relativ warmen und feuchten März hatten die Mücken ideale Bedingungen und konnten sich früh vermehren. Der April konnte den Blutsaugern nichts anhaben – und mit der warmen Witterung legen sie jetzt wieder los. Laut Biologin Doreen Walther vom deutschen Zentrum für Agrarlandforschung haben manche Mückenarten in diesem Jahr schon drei bis vier Generationen hervorgebracht. Die Mückenweibchen legen in Pfützen, Regentonnen, überschwemmten Wiesen und anderen stehenden Gewässern 200 bis 300 Eier ab. Daraus schlüpft nach etwa zwei Wochen die nächste Generation. Es stechen nur die Mückenweibchen. Sie brauchen Proteine, um nach der Befruchtung Eier zu bilden. Diese Nährstoffe bekommen sie, indem sie bei Menschen oder Tieren Blut saugen – übrigens durchaus das Zwei- bis Dreifache ihres eigenen Gewichts. Der Mückenspeichel enthält ein bestimmtes Enzym, damit das Blut nicht so schnell gerinnt, sondern beim Saugen flüssig bleibt. Dies – und nicht der Stich selbst – verursacht schliesslich den unangenehmen Juckreiz. Es sind weder die Blutgruppe noch das Geschlecht, wie viele irrtümlich meinen. Vor allem durch die Atemluft kommen Mücken ihren Opfern auf die Spur. Experten fanden heraus, dass Menschen mit erhöhten Kohlendioxid-Ausdünstungen eher gestochen werden. Wer zum Beispiel viel Reis isst, atmet vermehrt Kohlendioxid aus. Auch Schweissgeruch zieht Mücken regelrecht an. Da reichen schon Nuancen, die ein Mensch kaum wahrnimmt. Gleiches gilt auch für Parfüm und andere Duftstoffe. Damit die Mücken erst gar nicht ins Haus gelangen, helfen feinmaschige Fliegengitter aus Synthetik oder Baumwolle vor den Fenstern. Besonders anfällige Menschen können sich auch ein Moskitonetz über das Bett hängen. Für heimische Mücken reicht eine Maschenweite von zwei Millimetern. Auch Regentonnen und Teiche im Garten sollten wegen der Larven am besten mit Fliegengaze abgedeckt werden. Lange, weite Kleidung schützt im Freien vor Mückenstichen. Dünne und eng anliegende Kleider durchstechen Mücken problemlos. Mittel mit dem Wirkstoff Deet sind laut Stiftung Warentest am effektivsten, allerdings reizen sie Augen und Schleimhäute. Der Wirkstoff Icaridin ist ähnlich wirksam, reizt aber ebenfalls die Augen. Aus einem aktuellen Test vom Mai. Für Babys und Kleinkinder sind sogenannte Repellents allerdings nicht zu empfehlen. Ätherische Öle schützen laut Stiftung Warentest kaum und können zum Teil allergische Reaktionen auslösen. Auch Insektengift absondernde Apparate für die Steckdose, sogenannte Biozidverdampfer, sind nicht unproblematisch und sollten daher nur sparsam eingesetzt werden. Wirkungslos sind Gartenfackeln, Duftkerzen oder Ultraschallgeräte, die Mücken akustisch vertreiben sollen. Von elektronischen Fallen mit UV-Licht raten Experten ab, weil sie nur wenige Mücken anziehen, dafür umso mehr unter Schutz stehende Nachtfalter. Auch Hausmittel wie Zitronenmelisse, Tomaten- oder Basilikumpflanzen vertreiben Mücken nicht. Dagegen gibt es kühlende Gels. Auch hilft es, die Einstichstelle mit Spucke zu benetzen. Weil sie kühlt, lindert sie den Juckreiz zumindest vorübergehend. Besser betäuben lässt sich der Stich mit einem Kühlpack. Ein solches sollte dabei jedoch mit einem Tuch umwickelt werden, weil sonst Erfrierung droht. Einige Menschen schwören auch auf aufgeschnittene Zwiebeln oder Honig gegen Mückenstiche. Tatsächlich haben beide Lebensmittel eine leicht antibakterielle Wirkung. Ob sie aber auch gegen den Juckreiz wirken, ist wissenschaftlich nicht belegt. Wenn das Jucken gar nicht auszuhalten ist oder Symptome einer allergischen Reaktion auftreten, sollten Sie in der Apotheke nach Antihistaminika fragen. Derartige Mittel lindern den Juckreiz ein bisschen. Breitet sich der Ausschlag aber auch ausserhalb des Bereichs des Mückenstichs aus oder kommt es zu Fieber und Schüttelfrost, sollte man besser den Arzt aufsuchen. Sicher ist sicher.

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Doch es gibt Möglichkeiten, sie sich vom Leib zu halten, ohne dafür gleich Mücken-Hot-Spots meiden zu müssen.

Richtige Kleidung, falsche Ernährung

Bereits die richtige Kleiderauswahl kann viel bewirken. So ist es ratsam, dünne und eng anliegende Kleidung durch lange, weite Textilien zu ersetzen. Sie können Mücken nicht so leicht durchstechen. Zudem fällt es den Insekten dann schwerer, überhaupt in die Nähe des Körpers zu gelangen.

Auch der Verzicht auf Kohlenhydrate bringt einiges. Denn dadurch wird der Kohlendioxid-Ausstoss reduziert, der Mücken nachweislich anzieht, genauso wie Schweissgeruch.

Mücken wegsprayen

Reicht das nicht aus, können spezielle Sprays helfen, die Tiere auf Abstand zu halten. Dafür braucht es jedoch Chemie. Denn laut neusten Erkenntnissen schützen ätherische Öle wie Zitronenöl auf der Haut nicht lange und nur wenig zuverlässig.

Deutlich besser sind laut der deutschen Stiftung Warentest Mittel, die die Wirkstoffe Deet (Diethyltoluamid) oder Icaridin enthalten. Sie sind beispielsweise in den Sprays von Antibrumm enthalten und gelten als am effektivsten.

Allerdings ist bei der Anwendung Vorsicht geboten: Beide Substanzen können Augen, Schleimhäute und Haut reizen. Zudem wird Schwangeren, Stillenden sowie Kindern unter drei Jahren vom Deet-Gebrauch abgeraten.

Die Plagegeister aussperren

Doch nicht nur im Freien läuft man Gefahr, zerstochen zu werden. Auch in den eigenen vier Wänden kann es zu Mückenattacken kommen.

Verhindert werden können solche durch feinmaschige Fliegengitter aus Synthetik oder Baumwolle vor Fenstern und Türen. Wem das noch nicht sicher genug ist, der kann sich ein Moskitonetz über das Bett hängen. Für heimische Mücken reicht laut Experten eine Maschenweite von zwei Millimetern.

Den Stich versorgen

Wenn die Plagegeister den Vorsichtsmassnahmen zuvor gekommen sind und zugestochen haben, helfen kühlende Gels. Sie mildern den Juckreiz zumindest vorübergehend. Gut betäuben lässt sich der Stich mit einem Kühlpack.

Einige Menschen schwören auch auf aufgeschnittene Zwiebeln oder Honig gegen Mückenstiche. Tatsächlich haben beide Lebensmittel eine leicht antibakterielle Wirkung. Ob sie aber auch gegen den Juckreiz wirken, ist wissenschaftlich nicht belegt.

Immer verfügbar und hilfreich ist Spucke. Wenn sie verdunstet, kühlt sie und mildert dadurch den Juckreiz. Ausserdem lassen einige Bestandteile des Speichels Wunden besser heilen.

Weitere Tipps finden Sie in der obenstehenden Bildstrecke.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ausrotten am 21.06.2017 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ich hasse diese Viecher!

    Mücken können über Viren, Würmer bis Parasiten einfach alles übertragen, es ist so eklig! Ich reagiere ausserdem stark allergisch auf diese Biester. Ich weiss ja jedes Tier hat seinen Sinn auf der Welt aber Mücken könnte man von mir aus ausrotten...

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  • E. Hofer am 21.06.2017 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dr.Dr.Dr.Dr.

    Trick 177, ein Kaffelöffel unter heissem wasser erhitzen und die Rundseite vorsichtig auf die Einstichstelle halten. Bei 60 Grad Wärme wird das Mückengift zerstört und inativ und schmerzt sofort nicht mehr. Den Kaffelöffel so vorsichtig auf die gestochene Stelle halten,dass man keine Hautverbrennung macht aber es muss ein wenig brennen.

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  • Ein Leser am 21.06.2017 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht so viel Mücken

    Komischerweise habe ich dieses Jahr nicht so ein Problem mit den Mücken. Momentan stören viel mehr die Brämen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jo Do am 22.06.2017 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kokosnussöl

    Einfach ein wenig Kokosnussöll einreiben und Ruhe ist!

    • Marianne am 23.06.2017 00:23 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht jeder wird gestochen

      Bei mir helfen keine der Hausmittelchen. Seit Jahren hängt über meinem Bett ein Moskitonetz. Wie schön, wenn man dann Nachts das charakteristische Piepsen hört, und sich einfach wieder einkuscheln kann. Das Biest ist ja draussen.

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  • 007 am 22.06.2017 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zitrone

    Zitrone hilft auch. Einfach auf die brennende Stelle halbierte Zitrone reiben.

  • Emilio Steiner am 22.06.2017 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wirkt 100%

    Gratis Tipp Man nehme einen Fön und beföne die Einstichstelle. Möglichst warm bis man es nicht mehr aushält und dies mehrmals. In der Regel 2-3 mal für 3-5 Sekunden.

  • Ursache am 22.06.2017 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Trick

    Wieso Symptome bekämpfen? Versucht es mit Ursachen Bekämpfung. Ernährt euch basisch. Das ist der Trick.

  • Steff am 22.06.2017 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Zeitpunkt

    Kein Problem im Moment, alles ist Furztrocken draussen, da gibt es automatisch kaum mehr Stechmücken. Bitte diesen Artikel für Juli aufsparen, wenn wieder 4 Wochen regnet und dann Warm wird passts.