Gefährliches Virus

25. März 2014 16:19; Akt: 25.03.2014 17:00 Print

Weshalb das Ebola-Fieber tödlich ist

Nach seiner Rückkehr aus Westafrika wurde ein Kanadier mit Verdacht auf Ebola ins Spital gebracht. Doch der Patient hat grosses Glück gehabt.

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Beim Verdacht auf Ebola ist höchste Vorsicht geboten. (Bild: AFP/ISAAC KASAMANI )

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In Kanada ist ein Mann mit Verdacht auf eine Ebola-Erkrankung ins Spital eingeliefert worden. Er war kurz zuvor von einer Reise aus Westafrika zurückgekehrt, wo seit Anfang Februar mindestens 59 Personen an der Virus-Infektion gestorben sind. Auch der kanadische Patient weise für die Krankheit typische Symptome auf, sagte Denise Werker, die stellvertretende Vorsitzende der Gesundheitsbehörde der Provinz Saskatchewan. Doch nun gaben die Behörden Entwarnung.

Bis zu diesem Moment wurde der Mann unter strikter Quarantäne gehalten. Denn die Ebola-Viren gelangen durch Körperflüssigkeiten, Blut oder Gewebe von Mensch zu Mensch. Experten gehen davon aus, dass afrikanische Trauerrituale, bei denen Angehörige und Freunde den Verstorbenen nahekommen, bei der Übertragung eine grosse Rolle spielen. Auch eine Ansteckung durch Tiere ist möglich, etwa über infizierte Exkremente oder infiziertes Fleisch. Einige Studien deuten zudem darauf hin, dass das Virus von Fledermäusen übertragen wird.

Wenig Aussicht auf Heilung

Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 21 Tage. Bricht die Krankheit aus, sieht alles zunächst nach einer Erkältung aus. Doch auf Fieber, Kopf-, Hals- und Muskelschmerzen folgen Übelkeit und – nach fünf bis sieben Tagen – schwere Blutungen im Magen-Darm-Trakt sowie im Genitalbereich. Weil die Zahl der für die Blutgerinnung wichtigen Blutplättchen bei den Betroffenen stark verringert wird, drohen die Infizierten innerlich zu verbluten. Später kommt es zu Nierenversagen, dann versagt das Herz-Kreislauf-System. 50 bis 80 Prozent der Patienten sterben. Damit zählt die Weltgesundheitsorganisation WHO das «hämorrhagische Fieber», wie Ebola auch genannt wird, zu den tödlichsten Infektionskrankheiten der Welt.

Ebola vorbeugen kann man bisher nicht. Derzeit testen Forscher mehrere Impfstoffe. Doch bis diese beim Menschen eingesetzt werden können, dauert es noch einige Jahre. Auch ein laut WHO vielversprechendes Medikament sei noch in der Erprobungsphase im Labor. Die bislang einzige Heilungschance stellt das Spritzen von Antikörpern dar, die von Personen stammen, die das Ebola-Fieber überlebt haben. Doch diese Therapie hilft — wenn überhaupt — nur in der Anfangsphase der Krankheit.

Das Ebola-Virus ist nach einem Ausläufer des Kongo-Flusses benannt. An dessen Ufer hatte der Direktor einer Missionsschule 1976 gemeinsam mit einem Kollegen einen frisch erlegten Affen gekauft. Wenige Tage nachdem sie diesen gegessen hatten, waren beide Männer tot. In den Wochen darauf starben in der Region weitere 280 Menschen. Erst im darauffolgenden Jahr zeigte sich, dass das Virus schon länger existierte: Der Erreger konnte im toten Körper eines Arztes nachgewiesen werden, der fünf Jahre zuvor an einer rätselhaften Fiebererkrankung gestorben war. Dies, nachdem er die Leiche eines jungen Mannes obduziert und sich dabei am Finger verletzt hatte. Wie sich später herausstellte, waren beide schon 1972 mit Ebola infiziert.

Seitdem hat das Fieber mindestens 1200 Menschen bei 1850 nachgewiesenen Fällen getötet. Bisherige Epidemien kamen vor allem im Kongo und in Uganda vor, zuletzt im Jahr 2012.

(fee/sda)