Zürcher Forscher

24. November 2010 12:17; Akt: 24.11.2010 15:01 Print

Das Geheimnis der Muttermilch

Ein Gemisch aus hunderten Varianten zuckerähnlicher Moleküle in der Muttermilch schützt Säuglinge vor Viren und Bakterien.

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Nun haben Forscher der Universität Zürich erstmals den Einfluss einer einzelnen Molekülvariante identifiziert. Das eröffnet neue Möglichkeiten für die Herstellung von Muttermilchersatz.

Die so genannten Oligosaccharide seien wichtige Bestandteile der Muttermilch, teilte die Uni Zürich am Dienstag mit. Die komplexen Moleküle, die ähnlich aufgebaut sind wie Zucker, werden im Darm nicht verdaut, dienen also nicht als Energiequelle. Sie schützen Säuglinge gegen Infektionen und begünstigen die Entwicklung der Darmflora.

Weil in der menschlichen Muttermilch hunderte Molekülvarianten vorkommen, ist es schwierig, der Rolle einzelner Oligosacchariden auf die Spur zu kommen. Doch nun haben Forscher um Thierry Hennet vom Physiologischen Institut der Universität Zürich zumindest bei Mäusen erstmals einen messbaren Einfluss einer einzelnen Variante auf die Darmflora gefunden.

Die Forscher gaben neugeborenen Mäusen Milch, denen ein bestimmtes natürliches Oligosaccharid fehlte. Wie sie im Fachmagazin «Journal of Experimental Medicine» berichten, entwickelte sich die Darmflora dieser Mäuse anders als bei Mäusen, die normale Milch bekamen.

Nun wollen die Forscher auch die Wirkung anderer Oligosaccharide untersuchen. Langfristig könnte dies neue Perspektiven eröffnen für die Herstellung künstlicher Säuglingsmilch. Ist nämlich bekannt, was für eine Wirkung einzelne Zuckermoleküle auf die Darmflora haben, könnte das Milchpulver gezielt ergänzt werden.

(sda)