Massenweise ausgesetzt

06. August 2017 09:57; Akt: 06.08.2017 11:17 Print

Tierschützer wollen Schildkröten-Brutstopp

Man kann sie sogar im Internet kaufen: Kleine Schildkröten sind beliebte Haustiere. Wenn Besitzer überfordert sind, werden sie ausgesetzt. Tierschützer sind alarmiert.

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Unüberlegt und schnell gekauft: Person trägt eine Schildkröte. (Bild: Keystone)

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In der Schweiz klagen Auffangstationen für Reptilien über mangelnden Platz in den Schildkröten-Gehegen. Auch Tierheime stossen an ihre Kapazitätsgrenzen. Grund dafür sind laut Tierschützer zunehmende unüberlegte Käufe sowie die unkontrollierte Vermehrung der gepanzerten Tiere.

Eltern liessen ihre Kinder eine kleine Schildkröte auswählen und würden dann – spätestens wenn die Kinder ausziehen – vor einer grossen Herausforderung stehen, sagt Nadia Brodmann, Mitglied der Geschäftsleitung des Zürcher Tierschutzes zur «Sonntagszeitung». Dann würden die kleinen Tierchen einfach abgeschoben.

Schildkröten im Online-Verkauf

Hinzu kommt, dass Schildkröten nicht nur in Zoohandlungen und auf Reptilienbörsen gekauft werden können. Sogar auf Online-Verkaufsplattformen wie tutti.ch und anibis.ch werden sie laut Bericht angeboten.

Gekauft sind die Tierchen also schnell. Den Besitzern sei oftmals jedoch nicht bewusst, dass die tiergerechte Haltung auch die Anschaffung eines Aquariums erfordert, wie Antonella Stefanellli vom Tierheim Pfötli gegenüber der «Sonntagszeitung» betont. Es seien sehr aktive Tiere, die ohne ausbruchsicherers Gehege schnell entwischen würden.

Zahl ausgesetzter Tiere verdoppelt sich

Die Schildkröteninteressensgemeinschaft Schweiz (SIGS) würde nun deshalb zum «Stopp des massenhaften Ausbrütens von Schildkröteneiern» aufrufen. «Notwendig ist eine Unterbrechung des stetigen Nachschubs an niedlichen Jungtieren, welche Käufer zur Anschaffung von Schildkröten animieren», schreibt die SIGS.

Im Jahresbericht 2016 des Zürcher Veterinäramts wird festgehalten, dass sich die Anzahl ausgesetzter und gefundener Schildkröten in den letzten neun Jahren mehr als verdoppelt hat. Die nicht heimischen Arten würden zudem einheimische Tiere bedrohen, in dem sie Froschlaich und Eier von Bodenbrütern essen.

(kaf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frau am 06.08.2017 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egoismus

    Immer noch ist für viele Mitbürger ein Tier nur ein Spielzeug, dass man auch gegebenenfalls entsorgen kann wenn kein Bedarf mehr ist. Mit dem Erwerb eines Tieres übernimmt man eine lebenslange Verantwortung des Tieres. Das heisst auch Tierarzt-Kosten, artgerechte Unterbringung etc. Wann endlich lernt die Spezies Mensch wie viel Schaden sie anTieren anrichtet aus purer Egoismus.

  • carmen diaz am 06.08.2017 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    es werden auch...

    ...hunde, katzen, hasen, wellensittiche, ratten, schlangen, vogelspinnen, fische, meerschweinchen, hamster, pferde, ziegen, schafe, bartagamen, geckos, pfeilgiftfrösche und rennmäuse bei tutti und nibis angeboten. das hat ja wohl nichts damit zu tun ob schildkröten auch im internet angeboten werden, wo alle anderen tiere ja auch angeboten werden...

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  • René B. am 06.08.2017 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ursache des Problems

    Die Ursache des Problems liegt bei der Überbevölkerung. Mehr Menschen halten auch mehr Haustiere, damit meine ich nicht nur Schildkröten sondern auch alle anderen Tiere. Das gleiche Problem besteht ja auch schon lange bei Hunden, Katzen usw. Diese Ursache gilt es zu bekämpfen. Das

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Swissgirl am 08.08.2017 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung liegt bei den Eltern

    Ein Tier zu halten bedeutet Verantwortung zu übernehmen. Das ist wohl der eine Gedanke der die Eltern dazu bewegt, ihren Kindern Tiere zu kaufen. Dass diese in den allermeisten Fällen nicht reif genug sind, die Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen, bedenken die wenigsten. Die Eltern sind oft selbst nicht dafür bereit. Dann sieht man wieder weggeworfene Büsi, entlang der Autobahn angebundene Hunde usw. Wenn diese Glück haben, finden sie ein neues Zuhause. Tiere sollte man nicht einfach so kaufen können wie Milch und Süssigkeiten.

  • Teichputzer am 07.08.2017 23:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachbarschaftshilfe

    Einfach in den Teich des Nachbarn setzen. Der freut sich. So kam ich auch mal zu 15 zusätzlichen Exemplaren. Das Futter wurde leider nicht mitgeliefert.

  • C.K. am 07.08.2017 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haltebewilligung für alle Haustiere

    Ganz einfach: Haltebewilligung für alle Haustiere!! Z.b. Muss man eine solche für Giftschlangen haben, dabei muss man auch Nachkommen, Verkauf und Kauf dokumentieren!! Auch für Chamäleons ist eine solche Pflicht! Darum sind diese Tiere nicht so verbreitet, weils kostet!! Und da man sich vor der Anschaffung informieren und einen Kurs machen muss, haltet sich der Bestand in Grenzen! Ein Katzenbaby kauft man aus ner Laune raus und wenn der Jöheffekt da ist ist es passiert... Man sieht's und gekauft! Die Gesetzesänderungen sind einfach zu machen vom Veterinäramt!

  • Silvia am 07.08.2017 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Katzen und Hundebebys

    Ja sicher kann man die auf Tutti etc. kaufen. So wie unzählige Katzen und Hundebaby... auch da gibt es viel zu viele und meine Schildkröten verrichten ihr Geschäft nicht in Nachbars Garten.

  • Koni am 07.08.2017 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibt anderes.

    Viel besser wäre wen man endlich was gegen die vielen Katzen macht.Vögel Mäuse Blindschleichen Frösche sind halt nicht schützenswerte.

    • Karoni am 08.08.2017 11:14 Report Diesen Beitrag melden

      Mensch der schlimmste Feind

      Koni es gibt auch zuviele Menschen. Da könnte man ganz einfach (nur verhüten) wäre auch dringend nötig.

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