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«UrbanFarmers»
27. Januar 2011 19:01; Akt: 28.01.2011 10:06 Print
«Stadtbauern» wollen hoch hinaus
von Fee Riebeling - Gemüseanbau und Fischzucht mitten in der Grossstadt? Was utopisch klingt, soll mit Schweizer Know-how Wirklichkeit werden.
Grüne Salate, knackiges Gemüse, frische Fische: Wenn sie in Grossstädten im Einkaufswagen landen, haben sie alle schon mehrere Kilometer hinter sich – selbst wenn sie aus der Region sind. «Das ist nicht nachhaltig», sagt Andreas Graber von UrbanFarmers, einem Spin-off der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil. Deswegen will die junge Firma Städte so ausstatten, dass die Produkte direkt vor Ort produziert werden können.
Vision: Auf Flachdächern entstehen Gewächshäuser für Salate, Gemüse, Kräuter und sogar Fische. (UrbanFarmers)
Ausgezeichnete Geschäftsmodelle
«Social Entrepreneurs» sind Firmen, die nicht nur an Gewinnmaximierung denken, sondern auch soziale und ökologische Verantwortung übernehmen. Sie verbessern entweder bestehende Geschäftsmodelle oder betreten Neuland. Um die Ideen von Start-ups zu unterstützen, wurde der Wettbewerb «Social Entrepreneurship Initiative» lanciert. Gestern fand die erste Preisverleihung statt. Auch die Stadtbauern schafften es unter die ersten fünf, mussten den ersten Platz aber dem Projekt Orphanbiotec überlassen, welches Medikamente gegen seltene Krankheiten entwickelt.
Aber brach liegende Nutzflächen am Boden gibt es kaum. Deshalb gehen die «Stadtbauern» in die Höhe und verwandeln beispielsweise Flachdächer in urbane Farmen. Ein Gewächshaus ermöglicht einen ganzjährigen Betrieb.
Möglich macht das «Aquaponic». Bei dieser speziellen Anbaumethode werden sowohl Fische als auch Pflanzen in separaten Wasserbecken gezüchtet. Die Pflanzen werden von speziellen Vorrichtungen an der Oberfläche gehalten. Die Becken sind miteinander verbunden. Dadurch wird ein Kreislauf geschaffen, von dem beide Seiten profitieren. Das Wasser aus den Fischteichen wird zu Salat, Gemüse und Kräutern gepumpt. Die Pflanzen werden natürlich gedüngt, denn die Ausscheidungen der Fische sind nährstoffreich. Zusätzliche Düngemittel braucht es nicht. Ein weiterer Vorteil: Auf diese Weise reinigen Gemüse & Co. das Wasser, das zurück zu den Fischen fliesst. Das verringert den Wasserverbrauch, denn in herkömmlichen Fischzuchten muss das Wasser regelmässig ausgetauscht werden.
«Der Kreislauf ist in sich geschlossen, biologisch und damit nachhaltig», so Andreas Graber, technischer Leiter von UrbanFarmers. Jahrelang hat der Aquabiologe an der ZHAW in Wädenswil zu derartigen Anlagen geforscht, sie für die Nutzung in der Schweiz optimiert und auf die bestehenden Richtlinien abgestimmt. Bis die Städter ihre selbst gezüchteten Produkte essen können, dauert es noch: Standorte müssen bestimmt und Mitstreiter gewonnen werden.

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