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Konservendose
23. August 2010 14:31; Akt: 23.08.2010 15:16 Print
200 Jahre Dosenfutter
Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet im Feinschmeckerland Frankreich wurde die Konservendose erfunden. Und das exakt vor 200 Jahren.
Die Idee hatte der aus der Champagne stammende Koch und Feinbäcker Nicolas Appert. Geködert mit einer Belohnung von
Appertisieren heisst es heute noch, wenn Speisen luftdicht abgefüllt und durch Erhitzen haltbar gemacht werden. Appert kam Ende des
Der Franzose experimentierte monatelang und kochte - zunächst in Champagnerflaschen - alle möglichen Lebensmittel ab. Dann stieg er auf Glasbehälter um und schlug sein Verfahren dem Kaiser vor. Der schickte die Marine drei Monate lang Konservengläsern mit auf den Weg und war zufrieden, dass Fleisch und Gemüse «in voller Frische» erhalten waren.
Vom Glas in die Metallbüchse
Auf die Idee mit der Metalldose kam kurz darauf ein Franzose namens Peter Durand, der nach der Französischen Revolution 1789 nach England ausgewandert war. Er packte das Essen in Blechkanister, bevor er es abkochte; die hielten mehr aus und gingen auf Feldzügen nicht zu Bruch. Am
Allerdings verzeichnete er mit seiner Erfindung zunächst Rückschläge, denn das Essen aus der Dose brachte regelrecht den Tod: Dutzende englische Soldaten starben an schleichenden Vergiftungen, weil die Blechbehälter anfangs noch mit dem gefährlichen Blei verlötet waren.
Ausserdem war der Behälter recht umständlich zu öffnen - nämlich mit Hammer und Meissel. Der Dosenöffner wurde erst ein paar Jahrzehnte später erfunden.
Vom Alltags- zum Kunstobjekt
Heute laufen bei Dosenherstellern bis zu tausend Büchsen pro Stunde vom Band, aus Weissblech oder Aluminium, innen beschichtet mit Kunststoff, und nicht einmal der Dosenöffner ist unbedingt nötig, viele haben am Deckel einen Verschluss.
Gemüse, Früchte, Thunfisch in Öl, Tierfutter sowie Farben und Lacke halten sich in der Dose jahrelang. Ravioli in Tomatensauce verkaufen sich dutzende Millionen Mal im Jahr.
Die berühmtesten Konservendosen der Welt kommen aus Amerika: Der US-Künstler Andy Warhol malte 1962 sämtliche Suppendosen aus dem Sortiment der Firma Campbell ab - die Serie «Campbell's Soup Cans» hängt im Museum für Moderne Kunst (MoMA) in New York.
(sda)























