Robotik

25. Juni 2010 15:24; Akt: 25.06.2010 15:24 Print

ETH-Forscher erfinden künstliche Libelle

Ein Schwarm von Flugrobotern, der in einem Waldbrandgebiet die Lage erkundet - auf dem Weg zu diesem Zukunftsszenario haben ETH-Forscher ein Problem gelöst: Sie entwickelten eine einfache Methode, damit Roboter fast überall landen können.

(Video: École polytechnique fédérale de Lausanne)
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Das Team um Mirko Kovac vom Labor für Intelligente Systeme baut kleine Roboter, die fliegen können. Die Gerätchen sind zum Beispiel geeignet, um Sensoren oder Minikameras in ein unzugängliches Gebiet zu bringen, wie die ETH Lausanne mitteilte. Dazu müssen die Roboter in der Lage sein, irgendwo abzusitzen oder sich festzuklammern.

Solche «Landemechanismen» herzustellen ist ein Problem. Viele bisherige Vorrichtungen sind kompliziert: Sie verlangen komplexe Flugmanöver, damit der Flugroboter sein Tempo verlangsamen und landen kann. Kovac und seine Kollegen präsentieren nun im Fachmagazin «Journal of Micro-Nano Mechatronics» (Artikel) eine einfachere Lösung.

Arme und Nadeln

Die Forscher entwickelten ein nur 4,6 Gramm schweres Gerätchen, das aus zwei Ärmchen besteht, die mit je einer Nadel ausgerüstet sind. Fliegt der Miniroboter in eine Wand oder in einen Baum, spickt eine Sprungfeder die Ärmchen nach vorn, und die Nadeln bohren sich in die Oberfläche.

Das Ausklappen der Sprungfeder erzeugt dabei einen Impuls, der dafür sorgt, dass der Flugroboter abbremst und beim Aufprall nicht beschädigt wird. Mittels Fernbedienung können die Forscher später einen Minimotor betätigen, der die Nadeln aus der Wand zieht und dem Roboter den Weiterflug ermöglicht.

Auch für andere Roboter

Wie die Forscher schreiben, führten sie nacheinander 110 solcher Landeanflüge durch und erreichten eine 100-prozentige Erfolgsquote. Das Landegerät kann ihnen zufolge einfach für andere Arten von Robotern angepasst werden. Eine Möglichkeit wäre, einen früher von Kovac gebauten Roboter damit auszurüsten, der hüpfen kann wie eine Heuschrecke.

Schwärme von kleinen Robotern seien in der Lage, mit einer neuen Art von künstlicher Intelligenz bei der Lösung diverser Probleme helfen, schreibt die ETH Lausanne. Sie könnten zum Beispiel in einem Waldbrandgebiet auf Baumstämmen landen und von dort aus die Lage erkunden. Solche Szenarien könnten laut Kovac bald Realität werden.

(sda)