Getrübte Sicht

04. Januar 2013 15:42; Akt: 04.01.2013 15:47 Print

Dieser Mann hat Haare auf den Augen

Ein 19-jähriger Iraner muss mit einer äusserst seltenen Krankheit leben: Auf seinem Augapfel prangt eine Zyste, aus der kleine Haare wuchern.

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Seltenes medizinisches Phänomen: Aus einer Zyste im Auge wachsen kleine Härchen. (Bild: The New England Journal of Medicine)

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Haarige Probleme kennen die meisten Menschen. Die einen haben zuwenig davon, anderen wachsen sie an unliebsamen Körperstellen oder sie entsprechen, zumindest was die Kopfhaare betrifft, trotz Coiffeurbesuch und langwierigem Styling einfach nicht dem, was man von ihnen erwartet. Ein junger Iraner hingegen hat mit den Haaren, die auf seinem Körper wachsen, ganz andere Probleme. Auf seinem Augapfel wuchern Härchen aus einer Zyste, die im Laufe seines Lebens immer grösser geworden ist.

Der 5 mal 6 Millimeter grosse Tumor, der dem 19-Jährigen schon im Mutterleib herangewachsen ist, befindet sich auf dem Limbus, dem Rand der Hornhaut im Auge. Die Geschwulst ist mit Hautgewebe überzogen, aus der Haare, Knorpel oder, in seltenen Fällen, sogar Zähne spriessen können. «Allerdings ist mir bis jetzt kein einziger Fall bekannt, bei dem Zähne auf einem Augapfel gewachsen wären», sagt Dr Richard Meetz, klinischer Professor an der Indiana University School of Optometry in Bloomington der englischen Zeitung «Daily Mail». Solche Tumore seien grundsätzlich relativ selten. «Mir sind in meiner Karriere nur ein paar wenige Fälle bekannt, verglichen mit den über 10'000 Patienten, die ich schon betreut habe.» Solche Zysten seien immer angeboren. Es handelt sich dabei um Hautzellen, die sich in der Gebärmutter in die Augen verirrt haben und dann dort zu wachsen beginnen.

Tumor muss operiert werden

Beim 19-jährigen Iraner hatten Ärzte der Tabriz Universität die Diagnose gestellt, wie das New England Journal of Medicine schreibt. Er habe keine Schmerzen, doch werde das Sehvermögen stark beeinträchtigt und verfälscht. Scharfes Sehen von klaren Konturen sei unmöglich. Zudem würde die Zyste beim Blinzeln ein irritierendes Gefühl hinterlassen, schreibt das Wissenschaftsmagazin.

Weil der Fremdkörper im Auge den jungen Iraner in seinem Alltag immer stärker behinderte, haben die Ärzte nun zum Skalpell gegriffen und ihm die haarige Zyste von seinem Augapfel entfernt.


(bee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anh am 05.01.2013 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Besserung!

    Ich hoffe es ist alles gut gelaufen, bei so schönen Augen und Wimpern :) Gute Besserung!

  • Vanessa am 05.01.2013 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute besserung

    Der hat aber wunderschöne augen! *_*

  • Student am 05.01.2013 01:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spannend!

    Ich studiere selbst Optometrie an der FH in Olten und fand diesen Beitrag unglaublich spannend! Habe noch nie davon gehört, und mein erster Gedanke war auch zuerst ob die Haare nicht auf der Hornhaut kratzen? Anscheinend nicht... Und ja, einige Kommentare hier sind tatsächlich unterstes Niveau, alle die ihr Augenlicht noch haben sollten dankbar sein!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anh am 05.01.2013 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Besserung!

    Ich hoffe es ist alles gut gelaufen, bei so schönen Augen und Wimpern :) Gute Besserung!

  • Seger Leon am 05.01.2013 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Da soll

    mal einer sagen Schweizer hätten keinen Humor. Musste sehr oft lachen bei den Kommentaren

  • Vanessa am 05.01.2013 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute besserung

    Der hat aber wunderschöne augen! *_*

  • dr.prof. frank-ein-stein am 05.01.2013 10:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die zyste, möglicher organspender?

    interesant....wenn aus einer zyste(kp was das genau ist) haare und sogar zähne wachsen....kann dann auch ein ganzer mensch daraus wachsen? könnte man die zellen künstlich züchten und daraus ersatzorgane produzieren? oder schon nur haut für hauttransplantationen? sorry die haut ist ja auch ein organ....seltsame sachen gibt es....fragt sich nur weshalb so eine zyste überhaupt existiert...die ägypten kannten keine tumore oder volkskrankheiten...ich wette auch zysten gab es damals nicht..

    • andi am 05.01.2013 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      stammzelle

      kann man, aber eher aus stammzellen.

    • Joel am 05.01.2013 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Man kann vieles

      Organträger kann man auch anders machen. Gibt da einen Film, die Insel glaub ich. Da werden Menschen auch "gezüchtet" um sie dann zu töten und die Organe zu Spenden... Sie könnten z.B. ihr Kind als Organspender brauchen... Ps: Krank!

    • Fabio Hasler am 05.01.2013 15:18 Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      nein, da ja nur einige Hautzellen während der embryonalentwicklung an einen falschen Ort gewandert sind. Und Tumore gabe es ganz sicher auch schon bei den Ägyptern, nur waren die vlt noch nicht bekannt. Tumore sind keine neue Erkrankungen, sondern ganz einfach ein Fehler in der Zellentwicklung.

    • Pete G. am 05.01.2013 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Alle Lebewesen bestehen aus Zellen

      Was läst dich denken, dass die Ägypter keine Tumore znd kein Krebs hatten? Solche Mutationen gab es schin immer und überall, auch bei Tieren und Pflanzen.

    • Ben am 05.01.2013 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Das stimmt

      Wäre rein theoretisch möglich, da wird auch intensiv geforscht daran. Jedoch liegt die grösste Hoffnung in Stammzellen (die ersten Zellen bei der Entwicklung) und nicht ausdifferenzierten (normalen) Körperzellen. Es handelt sich bei dieser Zyste kaum um Stammzellen, somit ist sie nicht mehr wert als jede andere Zelle des Körpers. Jede Zelle hätte das Genom Zähne auszubilden, nur machen das nur ganz wenige im Mundbereich.

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  • Roberto am 05.01.2013 04:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wunder der Medizin

    Im Bereich der Medizin gibt es leider fast gar nichts, was nicht existiert. Viele Mediziner leisten in dieser Hinsicht grossartiges. Meine Mutter hatte etwas ähnliches, jedoch nicht im Auge. Und auch da kamen Haare zum Vorschein. Die Gynäkologin hat vor der Operation auch gesagt, man müsse rechnen, dass da Zähne zum Vorschein kommen.