Super-Erde entdeckt

02. Februar 2012 17:23; Akt: 03.02.2012 01:36 Print

Forscher finden bewohnbaren Planeten

Sie trägt den klingenden Namen GJ 667Cc und könnte dereinst von Menschen bewohnt werden. In nur 22 Lichtjahren Entfernung von der Erde haben Astronomen eine Super-Erde entdeckt.

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Die Super-Erde GJ667Cc (rechts im Bild) umkreist den mittleren der drei Zwergsterne links. (Bild: Universität Göttingen / Carnegie Institution)

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Helle Aufregung unter Astronomen: Wissenschafter der Universität Göttingen und der Carnegie Institution for Science in Washington haben nach eigenen Angaben nur gerade 22 Lichtjahre von der Erde entfernt einen Planeten entdeckt - und der ist möglicherweise bewohnbar.

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Der Exo-Planet mit der eingängigen Bezeichnung GJ 667Cc hat die viereinhalbfache Masse unserer Erde und umkreist auf einer Umlaufbahn von 28,15 Tagen einen Zwergstern, wie die Universität Göttingen am Donnerstag auf ihrer Internetseite mitteilte.

«Diese Super-Erde bietet gute Voraussetzungen für die Existenz von flüssigem Wasser und von Leben, wie es auch auf der Erde vorkommt», erklärte einer der Leiter der Studie, Guillem Anglada- Escudé von der Universität Göttingen. Die Forschungsergebnisse wurden demnach im Internet veröffentlicht und sollen demnächst auch in der Fachzeitschrift «The Astrophysical Journal Letters» erscheinen.

GJ 667Cc kann gleich viel Energie aufnehmen wie die Erde

GJ 667Cc erhält den Angaben zufolge von dem Zwergstern, den er umkreist, etwa ein Zehntel weniger Licht als unsere Erde von der Sonne. Da ein grosser Teil dieses Lichts aber im infraroten Bereich liege, könne der Planet insgesamt etwa genauso viel Energie aufnehmen wie unsere Erde.

«Unsere Entdeckung zeigt, dass bewohnbare Planeten in unterschiedlicheren Umgebungen entstehen können als bisher angenommen», erklärte Anglada-Escudé. «Mit einer neuen Generation von Messinstrumenten könnten Wissenschaftler solche Zwergsterne systematisch auf ähnliche Planeten hin untersuchen und auf diesen wiederum gezielt nach spektroskopischen Anzeichen für Leben forschen.»

Kosmischer «Nachbar» der Erde

Die Distanz von 22 Lichtjahren entspricht etwa 209 Billionen Kilometern - der Planet befindet sich somit in unserer unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft. Die Forscher entdeckten ihn, als sie eigentlich eine andere Super-Erde in demselben Sternsystem untersuchen wollten.

In ihrer Studie analysierten sie mit einer neuen Methode Daten der Europäischen Südsternwarte (ESO) und des Magellan-II-Teleskops in Chile sowie des Keck-Observatoriums auf Hawaii. In zukünftigen Untersuchungen wollen die Wissenschafter nun herausfinden, ob sich in dem Sternsystem möglicherweise noch ein sogenannter Gasriese und eine weitere Super-Erde befinden.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jake Sully am 07.02.2012 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    bald

    es ist gerade mal ca. 60 jahre her dass wir einen menschen ins all und und heil wieder auf die erde gebracht haben. die raumfahrt steckt noch in den kinderschuhen aber ich bin sicher wir werden irgendwann fähig sein zu anderen planeten zu reisen.

  • Lisa am 07.02.2012 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Leben auf Gasplaneten?

    Leben auf einem Gasplaneten ist möglich? Kann mir das jemand erklären? ^^ Die Dichte müsste dann so hoch sein, dass man nicht einfach durch den Planeten durchfällt und irgendwann von der Gravitationskraft zerquetscht wird, oder sehe ich das falsch?

  • Jackman am 06.02.2012 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    One Way Ticket

    Selbst, wenn es die Möglichkeit gäbe, diesen Planeten in differenzierter Zeit zu erreichen, könnte es keine Verbindung mehr zur Erde geben. Ich kann es zwar nicht berechnen, aber nehmen wir mal an, die Reise würde ein Jahr dauern, mit Rückflug wären es 2 Jahre. Auf der Erde allerdings ist deutlich mehr als 2 Jahre vergangen, wieviel, kann ich nicht sagen, aber es dürfte sein, dass die Reise dorthin auf der Erde in den Geschichtsbüchern geschrieben steht. Bedeutet also, eine Reise dorthin ist eine Flug ohne Rückfahrschein.

    • Luc dg am 06.02.2012 23:56 Report Diesen Beitrag melden

      Weit. Zu weit weg

      22 Lichtjahre! Das ist die Distanz, die das Licht in 22 Jahren zurücklegt. Von wegen 2 Jahre.

    einklappen einklappen
  • Optimist am 06.02.2012 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder im Mittelalter?

    Der Gedanke, dass wir die Erde retten würden, indem wir uns auf unsere Probleme reduzieren, ist für mich nicht ganz fertiggedacht. Die Übergänge in der Forschung sind fliessend. Stoppt man die Forschung nach neuen Planeten, so stoppt man in gewisser Weise auch die Forschung in der Medizin. Zudem kann man politische Vorgänge nur schwer beeinflussen. Oder wollen wir mit den Forschungsgeldern die Politiker bestechen? ;D

  • özgür am 06.02.2012 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Fortschritte in der Technik

    Wer hätte vor 50 Jahren ans Internet gedacht ?