Ornithologische Raritäten

04. November 2012 09:29; Akt: 04.11.2012 09:52 Print

Vögel - von Sandy verweht

«Sandy» - eine Mischung aus Tropensturm aus dem Süden und Winterwinden aus dem Norden - wirbelte auch die Vogelwelt auf dem Ozean durcheinander.

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Am 31. Oktober flog Präsident , wo er sich zusammen mit Gouverneur Chris Christie einen Überblick über die Schäden verschaffen wollte. An der Seite einer seiner grössten politischen Widersacher hat Obama in New Jersey Einwohner besucht, die von Supersturm Sandy betroffen waren. Blick aus der Luft auf eine zerstörte Brücke in . In den New Yorker Quartieren ohne Strom - wie etwa in Tribeca - treffen sich die Menschen an frei zugänglichen Generatoren, . In , Connecticut, hat der Sturm ein ganzes Haus am Stück von seinem Fundament weggerissen. Ja, das Haus im Hintergrund stand vor Kurzem noch vorne. Er hat - wie viele andere auch - alles verloren: Der 41-jährige Brian Hajeski steht in , New Jersey, vor dem, was von seinem Haus übriggeblieben ist. Eine Strasse in , North Carolina, ist von der Wucht des Sturms und den Wellen komplett aufgerissen worden. Dieser Tanker wird nicht so schnell wieder einsatzfähig sein. Er ist bei in New York gestrandet. Dieser Mann steigt in Matunuck, in , (Rhode Island, Washington) in die Hütte eines Freunds ein, um zu retten, was noch zu retten ist. Der Sturm Sandy zieht unterdessen weiter führen, weil er sich mit zwei Kaltwettersystemen auf dem Festland vereinigt hat. Jetzt erreicht der Sturm den , Ohio, wird von einer Welle beinahe verschluckt. , New Jersey. In , New York, kommt man nur noch per Boot weiter. Umgestürzte Bäume haben in , Kanada, Häuser eingedrückt. Vielerorts liegen tonnenweise Schutt und Trümmer auf den Strassen. Zum Beispiel in , Connecticut. Die Aufräumarbeiten werden lange dauern. Im Bild: , Maryland. Auch hat unter Sandy schwer gelitten. Weite Bereichen sind völlig überschwemmt. Zum Beispiel der Eingang zur Subway in ... ... oder der zwischen New York und Long Island. Arbeiter haben viel zu damit zu tun, die Trümmer wegzuräumen. Das Bild zeigt die in New York. Auch im New Yorker Bezirk haben Bäume parkierte Autos beschädigt. Schlimm hat es im New Yorker Stadtteil Queens getroffen. Ein Brand zerstörte 80 bis 100 Häuser. 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Ironisches Detail: Der Brand wütete ausgerechnet dort, wo eine Bronzestatue eines Feuerwehrmannes stand. Ein Bild der Zerstörung - ebenfalls aus dem Stadtteil . Auch der Trailerpark in , New Jersey, steht unter Wasser. Rettungskräfte gehen von Haus zu Haus (beziehungsweise von Wohnwagen zu Wohnwagen) und fragen die Bewohner, wie es ihnen geht. Auch in , New Jersey. , New Jersey, hats ebenfalls schlimm erwischt. In , New Jersey, bringt ein Vater sein Kind ins Trockene. Andere bringen sich mit eigener Kraft in Sicherheit. Geschäftsleute pumpen Wasser aus ihren Läden und verschaffen sich einen Überblick über die Schäden, die Sandy angerichtet hat. Dieser Shop steht in , Maryland. An den Küsten hat Sandy Boote durcheinandergewirbelt. So etwa im Hafen von , New York, ... ... oder in , New Jersey. Eine Einwohnerin schaut am Morgen des 30. Oktober auf die Überreste der Promenade in , New Jersey. Der Tropensturm brauste genau hier durch. Im Gegensatz zu Lower Manhattan im Hintergrund hat die am 30. Oktober noch Strom. Auf den der Morgenzeitungen ist «Sandy» das Titelthema. Auch im Weissen Haus in Washington, D.C., bereitet man sich auf den Tag danach vor. New York hat eine Horror-Nacht hinter sich. Im Bild ist die Statue von George Washington an der Wall Street zu sehen. In der 14th Street explodierten Transformatoren, nachdem im Grossteil von Lower Manhattan der Strom ausgefallen ist. In der Nacht von Montag auf wurde New York von den Wellen des Megasturms Sandy überflutet. Anblicke wie diese Strasse unter Wasser waren keine Seltenheit. Der Carey Tunnel (früher Battery Tunnel) war einer der ersten überfluteten Röhren der New Yorker Innenstadt. Der Tunnel war vorher gesperrt worden. Um ihre Arbeit machen zu können, waren die unterwegs. Im Stadtteil Chelsea, im Westen von New York, hat . Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Nachdem der Strom und danach auch das Notstromaggregat ausgefallen war, mussten die evakuiert werden. Die Kolonne von Ambulanzfahrzeugen wartet auf die Patienten des zu evakuierenden Spitals. Diese - und wohl auch viele andere - Tiefgarage im Financial Disctrict in New York wurde unter Wasser gesetzt. Gemäss Experten dürfte der Schaden, der durch den Sturm entsteht zwischen 10 und 20 Milliarden US-Dollar betragen. Auch die in Manhattan wurde überflutet. So ist man sich die Skyline von New York nicht gewohnt: Die meisten Gebäude sind dunkel, einzig ein Hochhaus leuchtet hell weiter. . Diese Bilder einer Überwachungskamera zeigen, wie eine , am Montagabend überflutet wurde. Die , eine Nachbildung eines historischen Schiffs geriet am 29. Oktober rund 200 Kilometer vor der Küste North Carolinas in Seenot. Die Küstenwache rettete die Crew per Heilikopter. Eine Frau ist an ihren Verletzungen gestorben, der Kapitän wird noch vermisst. Ein ist in Manhattan eingeknickt. Die Baustelle befindet sich in der West 57th Street. Es gab keine Verletzten, der Unglücksort wurde weiträumig abgesperrt. Eine Sechs-Zimmer-Wohnung in dem Luxusgebäude namens One57 wird zum Preis von 90 Millionen US-Dollar angeboten. Die Behörden sprechen bereits am 29. Oktober von einem sind am Montagnachmittag überflutet - doch es soll noch schlimmer kommen. Leser-Reporterin Melanie Wacker schickt uns dieses Bild von der Küste von : «Es regnet in Strömen und windet sehr stark. Sandy spielt verrückt!» In New York wurde der - aus Angst vor Überflutungen. In kämpft ein Beamter mit seinem Rechen gegen das Laub, das die Abwasserschächte zu verstopfen droht. Feuerwehrmänner stehen im hüfthohen Wasser, während sie einen Brand im löschen. Die Flut überschwemmt die Küste von , Connecticut. In , New Jersey, ist der Hudson River über die Ufer getreten. Auch , Pennsylvania, gleicht einer Geisterstadt. «Sandy» zwingt den US-Präsidenten , seine Termine abzusagen und zurück nach Washington zu reisen. Eigentlich wollte er in Orlando, Florida, Wahlkampf betreiben. Ein Bild mit Seltenheitswert: Die fast menschenleere . New York erwacht - doch aus aktuellem Anlass bleibt die am Montag, 29. Oktober, geschlossen. Nur ein Wachmann harrt der Dinge, die da kommen. Sandsäcke sollen das Schlimmste verhindern. In , Massachusetts, finden sich erste Kamerateams am - geschlossenen - Strand ein, um live über den Sturm zu berichten. Das vom Montag, 29. Oktober 2012, zeigt, wie sich der Hurrikan Sandy der US-Ostküste nähert. Meteorologen rechnen damit, dass der Sturm gegen Mittag Lokalzeit die Küste erreichen wird. Am 28. Oktober 2012 trifft sich mit der nationalen Katastrophenhilfe (FEMA) zu einer Krisensitzung in Washington. Er lässt sich von den Experten erklären, wie die Bedrohung von Hurrikan «Sandy» einzuschätzen ist. In steht der öffentliche Verkehr komplett still. Alle Regionalzüge, Busse und U-Bahnen bleiben in den Depots. Auch die ist beinahe menschenleer. Die Menschen decken sich mit dem Nötigsten ein. Vor den Supermärkten in New York bilden sich lange Schlangen. Vor allem Wasser, Konserven und Batterien sind sehr gefragt. Aber auch Lebensmittel wie Brot ist schnell ausverkauft. Nach «Isabel» und «Irene» bedroht jetzt Wirbelsturm «Sandy» die USA. Einige haben beim Verbarrikadieren ihrer Läden bereits Erfahrung gesammelt, wie dieser Shopbesitzer aus Point Pleasant Beach in New Jersey. Sandsäcke werden zum Schutz vor Überschwemmungen an neuralgischen Orten wie dem verteilt. Die Häuser werden mit Brettern verbarrikadiert. Noch kommen die Autos durch das Hochwasser in , Maryland. Doch wird in den nächsten Stunden noch viel mehr Regen erwartet. «Sandy» bewegt sich und könnte sich an der US-Ostküste zu einem Supersturm ausweiten, dem «Frankenstorm». Dieses Satellitenbild stammt vom 26. Oktober. Sandsäcke an der Rockaway Beach in sollten die Wellen abhalten. , Connecticut, macht sich auf Sandy bereit. Andere nehmens mit Humor. Bisher hat «Sandy» vor allem in der Karibik gewütet. Seinen Kühlschrank kann dieser Mann am 25. Oktober in retten, sein Haus wurde von Sandy mehrheitlich zerstört. Bei Einsturz eines Wohnhauses kam ein Säugling ums Leben, insgesamt forderte Sandy auf Kuba Zuvor hatte der Hurrikan auf Jamaica gewütet. In schauen sich Bewohner den Schaden an, den Boote angerichtet haben, die in ihren Vorgarten geschleudert wurden. Sandy war auf Jamaica noch nicht so stark wie später auf Kuba, trotzdem kostetet er auch hier etliche Menschen das Leben. Auf führte der Hurrikan zu Überschwemmungen.

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Sie sind unter den ersten, die sich nach dem Megasturm «Sandy» wieder ins Freie trauen. Im verwüsteten Manhattan bauen sie ihre Stative auf und mustern eingehend die Ufer des Hudson oder die Bäume und Wiesen der umliegenden Parks: Vogelbeobachter.

«Sandy» - eine Mischung aus Tropensturm aus dem Süden und Winterwinden aus dem Norden - wirbelte nämlich auch die Vogelwelt auf dem Ozean durcheinander. Über Tausende von Kilometern wurden manche Vögel vom Sturm verweht, in Gefilde, wo sie zuvor nie gesehen worden waren.

Völlig erschöpft wurden viele Gefiederte in der US-Metropole an Land geblasen. Und deshalb liest sich die Liste der inmitten von New York beobachteten Vögel wie ein Who-is-Who der offenen Weltmeere. Gesichtet wurden etwa ein Wellenläufer und die nur starengrosse Sturmschwalbe.

Arten, die man sonst nie zusammen sieht

Dieser Vogel lebt gewöhnlich auf hoher See und geht nur zum Brüten an entlegenen Felsatollen an Land. Er gehört zu den grössten Raritäten, von denen Ornithologe Andrew Farnsworth von der Cornell Universität berichtet. «Der Sturm hat Arten zusammengewirbelt, die man niemals sonst zusammen sehen kann», sagt er.

Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen der Beobachter wurde ein sonst in der Karibik heimischer Rotschnabel-Tropikvogel gesichtet. Der schneeweisse Vogel wurde nach seinem wahrscheinlich viele Tausende Kilometer langen Irrflug erschöpft in New Jersey aufgegriffen und in ein Tierhospital gebracht.

Unweit davon hatte sich eine Art aus der komplett entgegengesetzten Richtung verflogen: Eine arktische Rosenmöwe begeisterte die Birdwatcher-Gemeinde bei Ithaca im Bundesstaat New York. «Derselbe Sturm, der den arktischen Vogel hergebracht hat, wehte uns auch den Vogel aus der Karibik heran», staunt Ornithologe Farnsworth.

Unzählige verenden unbemerkt

Was die Vogelbegeisterten freut, ist nur eine Seite der Medaille oder auch die Spitze des Eisbergs: Denn auf jeden gesichteten seltenen Vogel nach einem Sturm kommen ungezählte, die ums Leben kommen und unbemerkt im Meer versinken.

In der Geschichte der Ornithologie sind zahlreiche solcher Massensterben bei Unwettern dokumentiert. Das bekannteste dürfte der Tod von nicht weniger als 1,6 Millionen Spornammern sein. Die ziehenden Singvögel starben im März 1904 in einem Schneesturm in Minnesota und Iowa.

Ian Newton, Ornithologe an der Universität Oxford, hat weitere dramatische Fälle zusammengestellt. In Deutschland zum Beispiel starben im September 1931 bei einem Kälte- und Schneeeinbruch nach Aufzeichnungen von Vogelkundlern Millionen Rauchschwalben, bevor sie in die rettenden wärmeren Gefilde aufbrechen konnten.

Überqueren Zugvögel ein Gebiet mit schlechter Sichtbarkeit, sei ihre natürliche Reaktion, zu landen. «Über dem Meer endet das oft tödlich», sagt Newton der Nachrichtenagentur Reuters. Der Forscher erwartet durch den Klimawandel eine weitere Zunahme heftiger Stürme, «mit häufigeren und dramatischeren Konsequenzen für ganze Vogelpopulationen».

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • J.G. am 04.11.2012 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natur

    Das ist die echte Natur mit ihren eigenen Regeln!

    • Marzella am 05.11.2012 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Lokal, global

      Ja, sehr. Und von solchen Katastrophen können sich die Populationrn auch wieder erholen, da diese lokal und nur ausnahmsweise auftreten. Die Verarmung der Biodiversität, das Verschwinden der Brutplätze, Hochhäuser in der Flugrouten und die zunehmende Lichtverschmutzung finden aber kontinuierlich statt und dezimieren die Vögel weltweit.

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  • Sara Miler am 04.11.2012 13:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rache

    Die Rache vom Universum

    • allan am 04.11.2012 14:36 Report Diesen Beitrag melden

      unsinn

      das universum rächt sich also mit einem sturm auf einem der unzähligen planeten an uns, weil wir das universum ja so geschadetn haben. aha, aha...

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