Spurenelemente

10. Oktober 2017 07:31; Akt: 10.10.2017 08:58 Print

43 Kilogramm Gold landen jährlich im Abwasser

Spurenelemente im Wert von rund drei Millionen Franken fliessen durch unsere Röhren. Eine Rückgewinnung lohnt sich aber kaum.

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Jährlich gehen in der Schweiz Gold und Silber im Wert von je rund 1,5 Millionen Franken via Abwasser und Klärschlamm verloren. Zu diesem Schluss kommt die Schweizer Forschungsanstalt Eawag in einer Studie zu Schwermetallen in Abwasser und Klärschlamm.

Hochgerechnet auf die Schweiz und das ganze Jahr kommen die Forscher auf beträchtliche Mengen: etwa 3000 Kilogramm Silber, 43 Kilogramm Gold, 1070 Kilogramm Gadolinium, 1500 Kilogramm Neodym oder 150 Kilogramm Ytterbium. Dies teilte die Anstalt Eawag in Dübendorf ZH am Dienstag mit.

64 Kläranlagen untersucht

Laufend würden in der Hightech-Industrie oder der Medizin mehr Spurenelemente genutzt. Zum Beispiel das Übergangsmetall Tantal oder das Halbmetall Germanium in elektronischen Bauteilen, Niob und Titan in Legierungen und Beschichtungen oder Gadolinium als Röntgenkontrastmittel und für Leuchtfarben. Nun sei erstmals untersucht worden, wo und in welchem Umfang diese Elemente landen, wenn sie ihren Dienst getan hätten.

Eine Forschergruppe um die Eawag-Umweltchemiker Bas Vriens und Michael Berg untersuchten mit 64 Schweizer Kläranlagen, welche Elemente mit dem gereinigten Abwasser bachab fliessen oder mit dem Klärschlamm entsorgt werden. Die Studie wurde vom Bundesamt für Umwelt Bafu in Auftrag gegeben.

Viel Gold im Tessin

Im Jura etwa wurden erhöhte Werte von Ruthenium, Rhodium und Gold gefunden – vermutlich aus der Uhrenindustrie. In Teilen von Graubünden und des Wallis wiesen die Forscher erhöhte Arsengehalte vermutlich geologischen Ursprungs nach.

An einzelnen Orten im Tessin sei die Goldkonzentration im Klärschlamm so hoch, dass sich eine Rückgewinnung lohnen könnte, heisst es in der Mitteilung. Die Erklärung dürften Goldraffinerien in der Region sein.

Insgesamt lohnt sich eine Rückgewinnung von Elementen aus Abwasser oder Klärschlamm zur Zeit aus Sicht der Forschenden jedoch kaum, weder finanziell noch mengenmässig.

An den allermeisten Orten seien keine ökotoxikologisch relevanten oder gesetzlich festgelegten Grenzwerte überschritten. Einzig die Schwermetalle Kupfer und Zink lägen in den Abläufen oder Schlämmen an einigen Orten zu hoch, berichten die Autoren der Studie. Sie betonen jedoch, dass von vielen der neuen Elemente noch wenig über ihre mögliche toxikologische Wirkung bekannt sei.

(fur/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Angi-lee am 10.10.2017 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inder

    Das haben die Inder schon längst entdeckt. Siehe Galileo "die schlimmsten Arbeitsorte der Welt". Sehr eindrücklich.

  • Hr Schmidt am 10.10.2017 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist nicht alles

    Möchte nicht wissen, was sonst noch alles um Abwasser herumschwimmt und nicht gefiltert werden kann: Medikamentenrückstände und Gifte aller Art. Und die Leute baden friedlich in Flüssen, Seen und dem Meer...

    einklappen einklappen
  • Ernährungsberaterin am 10.10.2017 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Carpe diem

    Das wird ja immer toller. Bisher verwendete ich Goldstaub für Desserts. Beim Umschichten der Goldbarren habe ich das als Zugabe. Auch da bleibt uns rein nichts erspart. Aber jetzt leben wir noch!

Die neusten Leser-Kommentare

  • patrick h. am 10.10.2017 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Mengen

    In jedem iPhone stecken 0.034 Gramm Gold. Schon noch einiges, wenn man bedenkt, dass es weltweit nur 171'300 Tonnen Gold gibt.

  • Markus im AG am 10.10.2017 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gold im Essen

    wird es wohl am schluss in der Kläranlage zu finden sein ; da der Schlamm zum teil in der KVA oder Zementindustrie landet ist das Endergebniss : Kehrichtschlacke und im Bauzement.

  • Hr Schmidt am 10.10.2017 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist nicht alles

    Möchte nicht wissen, was sonst noch alles um Abwasser herumschwimmt und nicht gefiltert werden kann: Medikamentenrückstände und Gifte aller Art. Und die Leute baden friedlich in Flüssen, Seen und dem Meer...

    • patrick h. am 10.10.2017 09:54 Report Diesen Beitrag melden

      Rangliste

      Rangliste der Länder mit dem saubersten Trinkwasser (Hahnenwasser) der Welt. Platz 1: Schweiz. Aber man kann natürlich auch einfach so Angst und Panik schüren. Und für alle die möchten das es so bleibt... Die rechtsbürgerlichen und Firmen freundlichen Parteien möchten gerne den Wasserschutz verwässern. Man muss den Linken und dem Stimmvolk danken, das dies (noch) nicht passiert ist.

    • Right am 10.10.2017 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @patrick h.

      So ein Quatsch; die Rechtsbürgerlichen wollen genau so sauberes Wasser wie alle anderen!

    • lexy am 11.10.2017 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hr Schmidt

      Ich würde mich mehr sorgen was wir davon Trinken. Beim Baden ist denke ich das nicht ganz so bedenklich wie bein Trinken oder Kochen.

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  • Ernährungsberaterin am 10.10.2017 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Carpe diem

    Das wird ja immer toller. Bisher verwendete ich Goldstaub für Desserts. Beim Umschichten der Goldbarren habe ich das als Zugabe. Auch da bleibt uns rein nichts erspart. Aber jetzt leben wir noch!

  • Angi-lee am 10.10.2017 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inder

    Das haben die Inder schon längst entdeckt. Siehe Galileo "die schlimmsten Arbeitsorte der Welt". Sehr eindrücklich.