Nasa-Experiment

29. August 2016 09:49; Akt: 29.08.2016 11:47 Print

1 Jahr leben wie auf dem Mars – sie langweilten sich

Wassergewinnung aus Gestein und Langeweile als grösster Feind: Ein Forscher-Team hat während seiner Mars-Simulation auf Hawaii Hürden aller Art bewältigen müssen.

Das Marsteam nach der einjährigen Isolation. (Quelle: University of Hawaii via Storyful)
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365 Tage hat eine internationale Forschergruppe am Hang eines Vulkans auf Hawaii verbracht – und dort ein Leben wie auf dem Mars simuliert. Am Sonntag ging das entbehrungsreiche Experiment am Hang des Vulkans Mauna Loa auf Hawaii zu Ende.

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Die drei Frauen und Männer traten aus ihrem kleinen Domizil in 2500 Metern Höhe in die karge Lavalandschaft - diesmal ohne Raumanzüge, die sie ein Jahr lang jedes Mal hatten tragen müssen, wenn sie ins Freie gingen. Um die Bedingungen auf dem Roten Planeten möglichst authentisch nachempfinden zu können, mussten sie zudem mit begrenzten Ressourcen auskommen, experimentieren und nebenbei zwischenmenschliche Konflikte vermeiden.

Begrüsst wurde das internationale Team von seinen Kollegen mit dem Zuruf: «Willkommen zurück auf der Erde.» Nach einer Reihe von Umarmungen gab es erst einmal etwas Frisches zu essen, vor allem Früchte, Salat und Gemüse, worauf sich die deutsche Geophysikerin Christiane Heinicke aus Sachsen-Anhalt nach eigenen Angaben besonders gefreut hatte.

Wasser aus trockenem Boden

Bei dem gemeinsamen Projekt der Universität Hawaii und der US-Weltraumbehörde Nasa hatte die kleine Gruppe von Forschern getestet, wie man unter widrigen Bedingungen für lange Zeit auf engem Raum zusammenleben kann. Denn sollten ferne Pläne verschiedener Raumfahrtnationen für einen Besuch auf dem Mars eines Tages Wirklichkeit werden, könnte allein die Reise zum Roten Planeten bis zu ein Jahr dauern.

Für Cyprien Verseux, ein aus Frankreich stammendes Teammitglied, war das Projekt ein voller Erfolg. Die Simulation habe demonstriert, dass eine Mars-Mission in naher Zukunft glücken könne. «Ich denke, dass die technologischen und psychologischen Hürden überwunden werden können», sagte Verseux.

Jeder Wissenschaftler hatte in der Vulkan-Isolation auch spezielle Forschungsaufgaben. Heinicke etwa war für die Wassergewinnung aus Lavagestein zuständig. Es habe sich gezeigt, dass es möglich sei: «Man kann wirklich Wasser aus dem Boden bekommen, der trocken zu sein scheint», sagte die 30-Jährige am Sonntag. «Es würde auf dem Mars funktionieren.»

Einer der grössten Feinde: Langeweile

Künftigen Crews rät die Forscherin vor allem eines: «Bringt etwas Sinnvolles mit, woran ihr arbeiten könnt. Einer eurer grössten Feinde ist Langeweile.» Ausserdem müssten Teilnehmer bereit und in der Lage sein, sich auf die anderen einzustellen. «Wenn ihr dazu nicht fähig seid, solltet ihr nicht dabei sein.»

Heinicke selbst würde eigenen Worten zufolge auch zum «wirklichen» Mars reisen, wenn sie die Gelegenheit hätte. Aber nur dann, «wenn die Technik ausgereift ist, die richtigen Menschen dabei sind und es einen Rückflug zur Erde gibt», wie sie bereits vor Ende des Experiments verriet. Zunächst einmal hat sie sich als Astronautin bei einer privaten Initiative beworben, die die erste deutsche Frau auf die Internationale Raumstation ISS bringen will.

(kko/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susanne B. am 29.08.2016 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Bewunderung

    Ich bewundere alle die so etwas freiwillig tun. Ich könnte es nicht.

    einklappen einklappen
  • peter walker am 29.08.2016 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Äpfel und Birnen

    Das ist aber eine mutige Behauptung: "Es [Wasser aus dem Gestein zu kriegen] würde auf dem Mars funktionieren." - Wenn man auf der Erde Wasser aus Lavagestein kriegt, heisst das noch lange nicht, dass es dort auch geht. Zuerst muss es mal haben ...

  • Bishop am 29.08.2016 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin der lustige Astronaut und singe

    Wer den Film "Moon (2009)" gesehen hat, wird das Problem mit der Langeweile schon kennen. Das wurde dort ausführlich tematisiert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Xiaomi78 am 29.08.2016 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bericht von gestern...

    Einfach die 50 besten Videospiele aller Zeit mitnehmen und Alles wird Gut...vielleicht noch Sid Meier's "Alpha Centauri","UFO Enemy Unknown" dazupacken :) PS:Logischerweise ein paar gute Buecher nicht vergessen

  • Mister M am 29.08.2016 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BigBrother Mars

    OMG. Ich sehe die Schöpfer von BigBrother schon bei den Lizenzverhandlungen.

  • peter walker am 29.08.2016 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Äpfel und Birnen

    Das ist aber eine mutige Behauptung: "Es [Wasser aus dem Gestein zu kriegen] würde auf dem Mars funktionieren." - Wenn man auf der Erde Wasser aus Lavagestein kriegt, heisst das noch lange nicht, dass es dort auch geht. Zuerst muss es mal haben ...

  • Mihi am 29.08.2016 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach.

    Es wird geraten was sinnvolles zum Arbeiten mitzunehmen. Ich will einen alten Pickup restaurieren. Kann ich den auch mitnehmen :)

  • Bishop am 29.08.2016 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin der lustige Astronaut und singe

    Wer den Film "Moon (2009)" gesehen hat, wird das Problem mit der Langeweile schon kennen. Das wurde dort ausführlich tematisiert.