Wachmacher

21. Juni 2016 06:54; Akt: 21.06.2016 07:36 Print

Kaffee wirkt, aber nur zwei Tage lang

Wer müde ist, trinkt Kaffee, um fit zu werden. Doch irgendwann bringt der flüssige Wachmacher nichts mehr – und das schneller als gedacht.

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Kaffee wirkt bei Übernächtigung Wunder - allerdings nur während zweier Tage, wie US-Forscher herausgefunden haben. Danach zeigt das Koffein keine Wirkung mehr. Noch mehr Wissenswertes über das wach machende Gebräu erfahren Sie in den nächsten Bildern. Die Kaffeebohnen sind eigentlich Kerne, die immer paarig in einer kirschenähnlichen Frucht am Kaffeestrauch wachsen. Von den unterschiedlichen Kaffeesorten, die in ungefähr 70 Ländern angebaut werden, werden zur Kaffeeproduktion hauptsächlich Arabica und Robusta verwendet. Bis die Bohne in der Maschine landet, muss die Kaffeekirsche zuerst bis zu elf Monate reifen. Aus rund 2,5 kg Kirschen gibt es gerade mal 500 Gramm Kaffeebohnen. Bedingt durch diesen geringen Ertrag bei der Kaffeeernte und der stetig steigenden Nachfrage nach dem edlen Arabica-Kaffee, wird künftig immer mehr Regenwald abgeholzt werden müssen, um genügend Kaffeebohnen produzieren zu können. Das im Kaffee enthaltene Koffein hat eine allgemein anregende Wirkung und kann die körperliche Leistungsfähigkeit positiv beeinflussen. Diese stimulierende Wirkung nimmt bei einem regelmässigen Konsum koffeinhaltiger Getränke ab (Gewöhnungseffekt). Wer kaum Kaffee trinkt und plötzlich zu mehreren Tassen greift, kann mit Nebenwirkungen wie Zittern, erhöhter Nervosität, Schlafstörungen, Herzrasen, Kopfschmerzen oder unregelmässigem Puls darauf reagieren. Kaffee kann eine positive Wirkung auf Herz-Kreislauf-Krankheiten haben und migränebedingte Kopfschmerzen mildern, indem die Blutgefässe im Hirn erweitert werden. Auch im Sport wird Koffein eingesetzt, da sich die Wahrnehmung von Müdigkeit, Belastung und Schmerzen reduzieren lässt und Koffein direkt auf die Muskelzellen wirkt. Von 1984 bis 2004 stand Koffein sogar auf der Dopingliste des IOC. Kaffee wird immer noch eine harntreibende Wirkung nachgesagt. Studien haben gezeigt, dass Kaffeetrinken die Nierentätigkeit zwar anregt, doch beinahe im gleichen Ausmass wie beim Trinken derselben Menge Wasser. Kaffee darf also als Flüssigkeit betrachtet werden und muss nicht zwingend mit einem Glas Wasser kompensiert werden. Eine Tasse Kaffee zum Frühstück kann die Verdauung in Schwung bringen und eines der Hausmittel bei zu Verstopfung neigenden Menschen sein. Auch die Ausschüttung von Magensaft wird angeregt. Die Tasse Kaffee nach dem Essen hilft also auch beim Verdauen. : empfindliche Menschen können auf Kaffeegenuss mit Sodbrennen reagieren. Bei der Verträglichkeit von Koffein bestehen grosse individuelle Unterschiede. Für Gesunde gilt die Faustregel, dass täglich bis zu unbedenklich sind. Ein hoher Koffeinkonsum in der Schwangerschaft kann zu einem verringerten Geburtsgewicht des Neugeborenen führen. Daher wird schwangeren Frauen empfohlen, nicht mehr als ein bis drei Tassen Kaffee pro Tag zu trinken. Auch in der Stillzeit ist ein massvoller Koffeinkonsum empfehlenswert, da Koffein in die Muttermilch übertritt. Nicht nur die Zubereitungsmöglichkeiten des Kaffees sind vielfältig, sondern auch die möglichen Zutaten. Lieber schwarz, mit viel Zucker und Rahm oder gar mit süssen Toppings? Manche Kaffeegetränke entpuppen sich als wahre Kalorienbomben und die positiven gesundheitlichen Wirkungen gehen verloren.

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Zu sehr sollten sie sich jedoch nicht auf die Wirkung des Koffeins verlassen, denn Forscher um Tracy Jill Doty vom Walter Reed Army Institute of Research haben herausgefunden, dass Koffein nur zeitlich begrenzt wirkt, wie die «American Academy of Sleep Medicine» berichtet.

Irgendwann ist Schluss

Für die Studie setzten Doty und ihre Kollegen insgesamt 48 Teilnehmer zunächst einem leichten Schlafentzug aus: Sie durften während eines Zeitraums von fünf Tagen nicht länger als fünf Stunden pro Nacht schlafen.

Jeweils am darauffolgenden Tag mussten die Probanden eine Reihe von Aufmerksamkeitstests absolvieren. Zudem wurden sie in zwei Gruppen aufgeteilt: Die Mitglieder der einen erhielten zweimal täglich 200 Milligramm Koffein. Das entspricht etwa zwei bis drei Tassen Filterkaffee. Die anderen Teilnehmer bekamen stattdessen nur einen Placebo.

Die Auswertung der Testergebnisse zeigte, dass Koffein tatsächlich in der Lage ist, die Aufmerksamkeit zu steigern. Dies jedoch nur zwei Tage lang, denn schon nach der dritten kurzen Nacht zeigte der Stoff keine Wirkung mehr.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi am 21.06.2016 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mix 1 zu 1

    Ist bei amerikanischem Kaffee auch kein Wunder, bei gefühlten 1 Bohne pro Liter Wasser! Die hätten die Studie besser mit brauchbarem Ristretto durchgeführt

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  • nicht 0815 am 21.06.2016 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    48 Teilnehmer?

    Was soll denn eine Studie mit nur 48 Teilnehmern für die ganze Welt aussagen?

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  • Köbeli am 21.06.2016 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Motivation

    Kaffee trinkt man des Genusses wegen! Nicht wegen der Wirkung.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Koffeinjunkey am 22.06.2016 23:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entwöhnen

    Ich konsumiere immer 4 Wochen Koffein dann wieder 4 Wochen keins. Nach den 4 Wochen wird es mir nach nem Kaffe fast schlecht und bin wieder voll aufgeputscht. Aber vom Koffein merk ich immer etwas! Aber die Wirkung wird schon mit der Zeit schwächer aber nicht nach 2 Tagen! Ich finde sogar diesen milden Koffeinflash angenehmen um Konzentriert zu sein als dieser nach 4 Wochen Pause.

  • Mr.Koffein am 22.06.2016 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    wie nimmt man den Kaffee

    Es ist schon wissenschaflich erwiesen, dass Zusätze (wie Milch, Zucker, Fruchtzucker oder anderes wie Säuren) einen grossen Einfluss auf die Wirkung des Kaffees haben. Milch ist Gift. Sollte man vermeiden. Zucker ok, sogar gut für den Transport. Frisch gepresster Grapefruitsaft mit einem schwarzen Kaffee ist der Hammer (Wirkung kann auf Stunden verlängert werden). Nicht auf längere Zeit (Monate) zu empfehlen, da sonst die Leber schwer belastet wird (Man wird immer mehr müde). Sprich der Nebenefekt: Die Leber kann das Koffein nicht verarbeiten und lagert die Giftstoffe ab (Leber wird belastet).

  • Mr.Koffein am 22.06.2016 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz richtig

    Kaffee sollte man auch nicht als Wachmacher nehmen. Ansonsten müsste man fortlaufend die Dosies verdoppeln. Wurde auch bei den Sportlern früher so gemacht. Da gibt es aber viel besseres (teils verboten). Der Kaffee hat trotzdem seine Vorzüge. Gerade für die Steigerung der Hirnleistung ist der Kaffee schon ok. (in vielen Büros wäre ohne Kaffee Game over ;-).Daher denkt man, dass es ohne Kaffee nicht geht. Ist aber mehr die Konzentration. Und die Studie, die da beschrieben wird ist ehh für die Katz. Da müsste man schon mehr und auf längere Zeit etwas machen um verlässliche Ergebnisse zu erzielen

  • Black Coffee am 22.06.2016 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Beschränkt aussagekräftig

    Dieses Studiendesign beantwortet nicht die Frage, ob oder wie schnell eine Koffeingewöhnung eintritt, wenn die Schlafzeiten von normaler Dauer sind. Es wird hier einzig gezeigt, dass bei mehrtägiger, chronischer Übermüdung Koffein keinen Unterschied mehr auszumachen scheint...

  • Dani B. am 21.06.2016 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kaffee als Schlafmittel (ernst gemeint):

    Man trinke das Koffein (etwa Filter- od. Türkischen Kaffee od. starken Grüntee od. Mate) fünf Stunden vor der Bettruhe.