«SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche»

10. April 2017 23:28; Akt: 11.04.2017 16:20 Print

Pulitzerpreis für die Panama Papers

Das Journalisten-Netzwerk hinter den Panama Papers hat einen Pulitzerpreis gewonnen. Auch die «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» waren an der Enthüllung beteiligt.

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Preis für «erklärende Berichterstattung»: Die Journalisten freuen sich über ihren Preis. (Bild: Icij.org)

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Die Enthüllung der Panama Papers und die Berichterstattung mehrerer Medien zu US-Präsident Donald Trump sind mit Pulitzerpreisen ausgezeichnet worden. Für die Panama Papers bekam das in Washington ansässige Internationale Netzwerk Investigativer Journalisten (ICIJ), der in Kalifornien sitzende Medienkonzern McClatchy und der «Miami Herald» den Preis für «erklärende Berichterstattung», wie die Organisatoren am Montag in New York mitteilten.

Auch die Schweizer ICIJ-Partner «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» sowie die «Süddeutsche Zeitung» waren an dieser Enthüllung beteiligt gewesen. Die Pulitzer-preise zeichnen allerdings nur US-amerikanischen Journalismus aus. Indirekt gehöre die Ehrung aber auch allen anderen weltweit beteiligten Medien, sagte der Vorsitzende des Pulitzerpreis-Gremiums, Mike Pride. «Es ist keine Frage, dass dies ein viel grösseres Projekt war.»

Berichterstattung zu Trump beschert Preise

Die beteiligten Medien auf der ganzen Welt hatten im April 2016 über rund 200'000 von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen parkiert haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und zu einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

Für ihre Trump-Berichterstattung wurden unter anderen die «Washington Post» und das «Wall Street Journal» ausgezeichnet. Reporter David Fahrenthold von der «Washington Post» hatte über den geheimen Videomitschnitt aus dem Jahr 2005 berichtet, in dem der Immobilienmogul und heutige Präsident sich mit sexuellen Übergriffen gegen Frauen brüstete. Ausserdem recherchierte er zu Trumps Selbstdarstellung als grosszügiger Spender für wohltätige Zwecke, die sich als vielfach unwahr herausstellte.

Missbrauch aufgedeckt

Den Preis in der Königskategorie «Dienst an der Öffentlichkeit» gewannen die Lokalzeitung «New York Daily News» und die stiftungsfinanzierte Recherchegruppe «ProPublica» für die Aufdeckung von diskriminierendem Missbrauch von Zwangsräumungsregelungen in New York.

Die «New York Times» bekam insgesamt drei Pulitzerpreise, unter anderem für Reportage und Fotos. Auch die «Chicago Tribune» und der «New Yorker» wurden ausgezeichnet, aber auch kleinere Medien wie die «Charleston Gazette-Mail» aus West Virginia und die «East Bay Times» in Kalifornien.

101. Ausgabe

«Wir sind nicht in einer Phase des Niedergangs des Journalismus, sondern mitten in einer Revolution», sagte Pride. Journalisten stünden heute unter anderem dank des Internets völlig neue Mittel zur Verfügung, und sie nutzten sie gewinnbringend.

Die Pulitzerpreise, die in diesem Jahr bereits zum 101. Mal vergeben werden, gibt es in 21 Sparten, darunter auch Schauspiel, Musik, Poesie und Belletristik. 14 Sparten betreffen journalistische Arbeiten.

(mch/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sangas am 11.04.2017 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Delaware, Cayman Islands etc...

    Ich finde es wäre dringend einmal Zeit die US-Steueroase Delaware, die britischen Cayman Islands oder BVI zu thematisieren. Es darf doch nicht wahr sein, dass die USA weltweit Finanzplätze wegen unmoralischen Praktiken (Steuerhinterziehung, Geldwäsche etc.) belangen, obwohl man dort genau dasselbe in noch grösserem Stil betreibt. Die restliche Welt muss hier dringend einmal handeln.

  • Mike K. am 12.04.2017 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Danke für den Kommentar

    Endlich mal jemand der das Thematisiert, der grösste Schurkenstaat, die USA tadeln die ganze Welt, nur damit das ganze Geld zu ihnen wandert. Sie gehen in fremde Länder um deren Rohstoffe zu klauen und die ganze westliche Welt klatscht in die Hände. Die USA sollte dringend einmal lernen ihr eigenes Geld zu verdienen und nicht Raubzüge auf der ganzen Welt zu machen. Wie im Mittelalter.

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  • Mike K. am 12.04.2017 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Danke für den Kommentar

    Endlich mal jemand der das Thematisiert, der grösste Schurkenstaat, die USA tadeln die ganze Welt, nur damit das ganze Geld zu ihnen wandert. Sie gehen in fremde Länder um deren Rohstoffe zu klauen und die ganze westliche Welt klatscht in die Hände. Die USA sollte dringend einmal lernen ihr eigenes Geld zu verdienen und nicht Raubzüge auf der ganzen Welt zu machen. Wie im Mittelalter.

  • sangas am 11.04.2017 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Delaware, Cayman Islands etc...

    Ich finde es wäre dringend einmal Zeit die US-Steueroase Delaware, die britischen Cayman Islands oder BVI zu thematisieren. Es darf doch nicht wahr sein, dass die USA weltweit Finanzplätze wegen unmoralischen Praktiken (Steuerhinterziehung, Geldwäsche etc.) belangen, obwohl man dort genau dasselbe in noch grösserem Stil betreibt. Die restliche Welt muss hier dringend einmal handeln.