Gefährliche Hirnhautentzündung

08. Oktober 2017 12:09; Akt: 08.10.2017 17:53 Print

Keine Zecken-Impfung – immer mehr FSME-Fälle

Seit Jahresbeginn sind 214 Menschen an einer Hirnhautentzündung erkrankt, die von einer Zecke verursacht worden war. So viele wie seit zehn Jahren nicht mehr.

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Sie lauern im Wald: Eine Zecke versucht sich an der Haut festzusaugen. (Archivbild) (Bild: Keystone/Patrick Pleul)

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Gegen die Form von Hirnhautentzündung, die von Zecken ausgelöst wird, gibt es eine wirkungsvolle Impfung. Offenbar ist die Angst vor der sogenannten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) aber nicht gross genug: Seit Jahresbeginn sind 214 Menschen daran erkrankt. Das sind so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Zwei Personen sind sogar daran gestorben.

«Die starke Zunahme der Krankheitsfälle ist sehr beunruhigend», sagt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit. Er geht davon aus, dass die Zahl in diesem Jahr noch steigen wird. Dies, weil es eine Weile dauere, bis die Krankheit nach dem Stich ausbreche. Zudem beginne jetzt die Pilzsaison, die viele Sammler in die Wälder locke.

Neu auch Fälle in der Westschweiz

Zecken lauern in der ganzen Schweiz, aber nicht überall sind sie Träger von FSME-Viren. Risikogebiet ist vor allem die Ostschweiz und das Seeland. «Bisher blieb die Westschweiz weitgehend verschont, neuerdings verzeichnen wir aber auch Fälle im Jura», sagt Koch.

Der Bund empfiehlt Menschen, die sich in Endemiegebieten aufhalten, die Zeckenimpfung. Trotzdem liegt die Durchimpfungsrate in den betroffenen Regionen bei unter 60 Prozent, genaue Zahlen liegen keine vor.

In Österreich ist die Durchimpfungsrate deutlich höher und beträgt heute bei 83 Prozent. Die FSME-Fälle pro Jahr gingen dort in den vergangenen Jahren stark zurück: von teilweise bis zu 700 jährlich zu 80 Fällen.

(kfi)