GrasSwipe

11. Juli 2018 11:27; Akt: 11.07.2018 11:27 Print

17-Jährige erfinden WC-Papier aus Gras

WC-Papier ist Gift für die Wälder dieser Welt. Allein in der Schweiz liegt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch bei 21 Kilo. Fünf Schüler wollen das ändern.

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Es sieht aus wie ganz normales Toilettenpapier, doch anders als dieses wurde es nicht aus Holz gewonnen, sondern aus Gras. Entwickelt haben es fünf Schüler aus dem deutschen Bad Honnef, die für ihre Idee mit dem ersten Platz im Deutschlandfinale des Wettbewerbs «business@school» der Boston Consulting Group ausgezeichnet wurden. Die Jury attestierte der Idee der Gymnasiasten eine «unschlagbare Ökobilanz». Bis das Produkt GrasSwipe auf den Markt kommt, dürfte es aber noch dauern: Das Team möchte erst Abitur machen. Doch es gibt auch Alternativen – manche davon sind weniger gut als andere, wie die nächsten Bilder zeigen. Was aussieht wie Putzlumpen, ist in Wahrheit wiederwendbares WC-Papier aus Stoff. Statt nach dem Gebrauch im WC hinuntergespült zu werden, wandern diese in die Wäsche – zusammen mit der anderen Wäsche. Doch so gut die Idee tönt: Sie ist es nicht, wie Gesundheitsexpertin Kelly Reynolds von der University of Arizona «USA Today» erzählte. Demnach birgt die textile WC-Papier-Alternative ein grosses Gesundheitsrisiko, weil sich Keime ausbreiten können. Die laut ihr einzige Möglichkeit, dies zu unterbinden, sei, beim Waschen Bleichmittel einzusetzen und die Lumpen in die Kochwäsche zu geben. Allerdings sei dann der ökologische Nutzen wieder zunichtegemacht. Die Anbieter des wiederverwertbaren Toilettenpapiers stehen mit ihrer Idee nicht allein da. Schon seit einigen Jahren setzen einige Hersteller auf sogenannte. Diese reinigen mit Wasser und föhnen den Allerwertesten hinterher auch gleich wieder trocken. Eine Alternative zum WC-Papier – dem Wegwerfartikel Nummer eins – zu finden, ist sicher ein guter Ansatz. Denn der Verbrauch ist gross. Allein in der Schweiz liegt der bei 21 Kilogramm WC-Papier. Weil auch in anderen Ländern der Gebrauch von WC-Papier an der Tagesordnung liegt und es noch keine ernst zu nehmende Alternative gibt, wird am 26. August eines jeden Jahres der gefeiert. Dieser soll an die Unentbehrlichkeit des Klopapiers erinnern. wurde WC-Papier im 6. Jh. in China. Im 14. Jh. wurden in der heutigen Provinz Zhejiang jährlich zehn Millionen Packungen mit je 1000 bis 10'000 Blatt produziert. Kaiser Hongwu (Bild) und seine Familie sollen 1393 15'000 Blatt einer besonders weichen und parfümierten Sorte verwendet haben. Das hat 22 Karat und kostet rund eine Million Franken. Doch wer es jetzt noch haben möchte, kommt zu spät. Laut Hersteller «Toilet Paper Man» ist die Rolle ausverkauft. Ob da die persönliche Übergabe inklusive einer Flasche Champagner eine Rolle gespielt hat? So gut wie täglich irgendwo auf der Welt ein Thema: Die Frage, wie die WC-Papierrolle auf den Halter gehört. Dabei hat dies ihr Erfinder Seth Wheeler bereits Während einige darüber nachdenken, den Toilettenverbrauch zu reduzieren, stellen andere themenfremde Dinge mit WC-Papier an. So gibt es etwa in New York einen Wettbewerb, bei dem das ausgezeichnet wird.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Suche nach Alternativen zu klassischem WC-Papier treibt mitunter merkwürdige Blüten. So ist die Idee vom wiederverwendbaren Toilettenpapier – konkret: waschbaren Stofflappen – nur auf den ersten Blick gut. Denn tatsächlich droht eine Übertragung von Fäkalkeimen auf andere Wäschestücke.

Deutlich vernünftiger klingt da die Erfindung von fünf Gymnasiasten aus dem deutschen Bad Honnef: Rebekka Ballering, Helene Balles, Joana Baumann, Julius Langenbach und Tim Stauf haben Toilettenpapier aus Gras entwickelt.

Dafür wurden sie mit dem ersten Platz im Deutschlandfinale des Wettbewerbs «business@school» der Boston Consulting Group ausgezeichnet.

«Unschlagbare Ökobilanz»

Die Idee: Statt wie bei gewöhnlichem WC-Papier auf einen nur aufwändig verarbeitbaren Rohstoff wie Holz zu setzen (siehe Box), setzen sie auf einen, der die Ressourcen schont, rasch nachwächst, regional angebaut werden kann und nur unwesentlich teurer ist als Holz. «Eine unschlagbare Ökobilanz», urteilte die Jury.

Konkret wollen die 17-Jährigen das Papier aus Graspellets herstellen. «Das sind kleine Stifte aus gepresstem Gras. Die ersetzen herkömmlichen Zellstoff, der aus Holz gewonnen wird», so das Team gegenüber «Orange by Handelsblatt».

Erst Abitur, dann WC-Papier

Doch auch wenn der Geschäftsplan steht und mit Essity bereits ein Unternehmen gefunden wurde, das die Idee umsetzen will: Bis das nachhaltige WC-Papier auf den Markt kommt, dürfte es noch eine Weile dauern.

Die Jungentwickler müssen nämlich erst mal noch die Schulbank drücken, wie Joana Baumann dem «Bonner General-Anzeiger» sagte: «Erst mal machen wir Abitur.» Doch vom Tisch sei ihre Idee damit nicht. «Ich werde auf alle Fälle dieses Thema noch einmal ansprechen.»

(fee)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • chregi f am 11.07.2018 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    Jede gute Idee soll man fördern. Weiter so.

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  • rogerb am 11.07.2018 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Hoffnung Aufschwung verliehen

    Vielen Dank an die Jugendlichen. Es wird tatsächlich noch intelligente Forschung betrieben. Wünsche ihnen ein guter Schulabschluss und weiterhin viel Erfolg im Projekt

  • Tinu am 11.07.2018 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal eine Idee,

    die das Klo runtergespült werden will (und das eben nicht im übertragenen Sinn)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Leser am 14.07.2018 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Hole in One

    Super Idee! Am besten eignet sich dafür das Gras, welches täglich auf Trumps Golfplätzen gemäht wird. Sein Logo auf jedem Blatt darf dann auch nicht fehlen. Ein Segen wäre das für die ganze Welt, vorallem in den Shitholecountries.

  • Alfred A. am 14.07.2018 02:27 Report Diesen Beitrag melden

    Würde auch helfen

    Das WC Papier weder bleichen noch färben würde wohl die Umwelt auch etwas weniger belasten.

  • Oliii am 13.07.2018 19:49 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung

    Kommt immer darauf an vorher das Gras kommt. Wenn sich die Idee durchsetzt werden unkontrolliert Wild und Naturwiesen abgeerntet ohne dass man mehr was dagegen machen kann. Da Problem ist dass da die meisten Insekten entstehen und mehr Pestiziede eingesetzt würden um das Gras zu fördern. Eigentlich mal eine gute Idee doch den Missbrauch durch Industrie und Mensch bleibt zu befürchten

  • fränzi am 13.07.2018 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    so richtig gut währen..

    die 17 jährige, wenn sie aus wc papier gras machen könnten:)

  • Dani am 13.07.2018 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ein Quatsch

    Der Aufwand diese mit Kot beschmierten Grastücher zu reinigen ist viel zu hoch und unökologisch. Besser ist es Dusch WC's zum Produktionsstandard zu erklären und den Klopapierverbrauch zu minimieren (Das Waschen mit Wasser ist viel hygienischer als die Poreinigung mit Papier).

    • Jan Rom am 14.07.2018 12:10 Report Diesen Beitrag melden

      Genauer lesen hilft

      Sie sollten den Artikel aufmerksamer lesen. Es wird lediglich erwähnt das es wiederverwendbares Klopapier gibt unf sollte als Beispiel dienen das es verschiedene Ideen gibt um das Problem zu lösen. Das hat aber nichts mit dem Klopapier aus Gras zu tun. Das soll wie das normale Klopapier auch, einfach mit runter gespült werden.

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