Starker Vaginalausfluss

09. Juli 2018 20:55; Akt: 09.07.2018 20:55 Print

17-Jährige kann nicht ohne Binde vor die Tür

Drei Jahre leidet eine junge Amerikanerin unter kontinuierlichem Ausfluss im Schritt. Erst dann kommt eine Ärztin dem Mysterium auf die Spur.

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Nie ohne meine Binde – dieser Satz fasst das Leben einer 17-jährigen Amerikanerin ziemlich gut zusammen. Denn wegen ständigen Ausflusses im Genitalbereich konnte sie während drei Jahren das Haus nicht ohne Slipeinlage verlassen. Immer wieder hat sie deswegen Mediziner aufgesucht ... ... jedoch ohne Erfolg. Klar wurde nur, dass die Flüssigkeit in ihrem Schritt nicht durch Bakterien oder Pilze ausgelöst wurde. Auch Drogen-, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch konnten als Ursache ausgeschlossen werden, genauso wie Verletzungen, die beim Sex oder durch Selbstbefriedigung entstehen können. Das Rätsel gelöst haben schliesslich Forscher der Emory University School of Medicine in Atlanta. Ihnen erzählte die 17-Jährige, dass sie schon einmal wegen übermässigen Schwitzens in den Achselhöhlen in Behandlung gewesen war. Ausserdem sei ihre Unterhose vor allem nach sportlicher Betätigung nass. Als die Mediziner das hörten, kam ihnen ein Verdacht, der sich schon wenig später als richtig entpuppte: Die junge Frau leidet an einer seltenen Form der Hyperhidrose (übermässiges Schwitzen) – einer, bei der der Genitalbereich betroffen ist. Während bei den gängigen Formen der Hyperhidrose beispielsweise mit Botox-Injektionen und Gleichstrom-Behandlungen mehrere Behandlungsformen zur Auswahl stehen, blieb bei der Patientin aufgrund der delikaten Stelle nur eine Möglichkeit: Sie erhielt ein Präparat mit Aluminiumchlorid. Das zeigte Wirkung. Schon einen Monat nachdem sie mit dem Auftragen des Präparats im Genitalbereich begonnen hatte, konnte sie auf die Binden verzichten. Die Mediziner sind sich sicher: Solange ihre Patientin den Wirkstoff regelmässig anwendet, sollten ihre Beschwerden nicht wieder auftreten. Doch das ist nicht das Einzige, was es zum Thema Vagina zu wissen gibt. Oder hätten Sie gewusst, ... ... dass die Klitoris rund 8000 Nervenenden hat, die die sexuelle Lust fördern können? Im Penis hingegen sind nur 4000 Nervenenden vorhanden. Kein Wunder, ist das weibliche Geschlecht äussert sensibel. Der Orgasmusrekord einer Frau liegt bei 134 Höhepunkten während einer Stunde. Bei Männern waren es bloss 16. Der längste weibliche Höhepunkt, der je gemessen wurde, dauerte übrigens 43 Sekunden mit 25 aufeinanderfolgenden Kontraktionen. Wer Schwierigkeiten damit hat, sollte den Beckenboden trainieren. Selbst Frauen, die noch nie einen vaginalen Orgasmus hatten, können durch sogenanntes «Kegel-Training neue Höhepunkte erreichen. Das hilft übrigens nicht nur bei Orgasmen, sondern auch bei unkontrolliertem Harn-, Kot- oder Flatulenz-Drang. Die Vagina bildet die Verbindung zwischen dem Gebärmutterhals und der Vulva. Ausserdem ist sie grösser als angenommen. Normalerweise ist sie zwischen 8 und 12 Zentimeter lang. Bei Erregung dehnt sie sich jedoch in ihrer Länge und Breite aus und kann gut doppelt so gross werden. Die Innenwände sind normalerweise gefaltet. Beim Geschlechtsverkehr öffnen sie sich jedoch wie ein Regenschirm. Dadurch ist sie extrem dehnbar und passt sich dem Penis jedes Mannes an. Der G-Punkt ist teilweise noch immer ein Mysterium. Fakt ist: Es gibt ihn. Er liegt 5 bis 7 Zentimeter vom Scheideneingang entfernt, ist schwammartig und fühlt sich rau an. Eine Orgasmus-Garantie gibt er aber nicht: Während die einen durch Stimulation des G-Punkts sogar ejakulieren können, empfinden andere diese Art von Erregung als unangenehm. Was die Schamhaar-Frisur angeht, gehen die Meinungen auseinander. Während es die einen natürlich mögen, setzen andere auf Kurzhaar. Wieder andere stehen auf Komplettrasur - den sogenannten Hollywood-Cut. Was jedoch kaum einer weiss: Lässt man das Schamhaar spriessen, hat es eine Lebenserwartung von drei Wochen. Kopfhaar hingegen kann bis zu sieben Jahre alt werden. Die Vagina ist ein Organ, das sich selbst reinigt. Eine gewisse Menge an Ausfluss ist deshalb ein Teil des natürlichen Reinigungsprozesses. Sobald jedoch Schmerzen auftreten oder der Ausfluss verstärkt austritt oder unangenehm riecht, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Denn das kann ein Hinweis auf eine sexuell übertragbare Krankheit sein. Bei wiederkehrenden vaginalen Infektionen könnte der Verzehr von Probiotika oder probiotischen Lebensmitteln wie Joghurt Abhilfe schaffen. Denn in der Vagina wimmelt es nur so von Bakterien. Und einige davon befinden sich auch im Joghurt. Werden sie verzehrt, stärken sie die Scheidenflora. Doch auch eine übertriebene Intim-Hygiene kann zu genitalen Irritationen führen. Denn dadurch kann es beim Sex manchmal zu Reizungen, Juckreiz oder Schmerzen kommen. Nachzuvollziehen ist es aber: Denn direkt unter der Haut der Schamlippen sitzen kleine Drüsen, die Öl und Schweiss absondern. Beides braucht die Vagina, um sich in hitzigen Momenten selbst herunterzukühlen und unangenehmer Reibung vorzubeugen. Hätten Sie gewusst, dass die Vagina und ein Hai etwas gemeinsam haben? Squalen - ein organischer Stoff - kommt sowohl im Lebertran verschiedener Haie als auch im Sekret des weiblichen Geschlechts vor. Es dient als natürliches Gleitmittel der Scheide und spendet viel Feuchtigkeit. Das natürliche Milieu der Scheide besitzt übrigens - wie Wein - einen pH-Wert von 4,0 und ist damit also eher sauer. Krankheitserreger werden dadurch besser abgewehrt. Die Bezeichnung Vagina stammt übrigens aus dem Lateinischen und bedeutet Scheide im Sinne einer Schwertscheide. Sinnbildlich steckt also der Mann sein Schwert in die Scheide der Frau.

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In der Regel sind Frauen einmal im Monat auf sogenannte Damenhygieneprodukte angewiesen. Und auch wenn dies jeweils nur für ein paar Tage der Fall ist, reicht ihnen das schon.

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Eine 17-Jährige aus den USA wäre dagegen froh, wenn es ihr so gehen würde. Denn sie muss ständig Binden tragen. Schuld daran ist ihr starker Vaginalausfluss, der sie seit ihrem 14. Lebensjahr plagt.

Viele Arztbesuche, keine Diagnose

Immer wieder hat sie deswegen Gynäkologen und Urologen aufgesucht. Doch helfen konnte ihr keiner von ihnen. Auch von einer Diagnose war sie all die Zeit meilenweit entfernt, wie es im «Journal of Pediatric and Adolescent Gynecology» heisst.

Klar war lediglich, dass die klare Flüssigkeit in ihrem Schritt, die manchmal ein Jucken im Genitalbereich ausgelöst und manchmal unangenehm gerochen hatte, nicht durch Bakterien oder Pilze ausgelöst worden war. Auch Drogen-, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch konnten als Ursache ausgeschlossen werden, genauso Verletzungen, die beim Sex oder durch Selbstbefriedigung entstehen können.

Hyperhidrose im Schritt

Schliesslich fand ein Team um Krista Childress, Professorin für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Emory University School of Medicine in Atlanta die Ursache heraus. Ihnen erzählte die 17-Jährige, dass sie schon einmal wegen übermässigen Schwitzens in den Achselhöhlen in Behandlung gewesen war.

Als die Mediziner das hörten, kam ihnen ein Verdacht, der sich schon wenig später als richtig entpuppte: Die junge Frau leidet an einer seltenen Form der Hyperhidrose (siehe Box) – einer, bei der der Genitalbereich betroffen ist.

Erfolgreiche Behandlung mit offenen Fragen

Während bei den gängigen Formen der Hyperhidrose mit Botox-Injektionen, Gleichstrom-Behandlungen, Operationen oder Verödung mittels Mikrowellen gleich mehrere Behandlungsformen zur Auswahl stehen, blieb bei der 17-Jährigen aufgrund der delikaten Stelle nur eine Möglichkeit: Sie erhielt ein Präparat mit Aluminiumchlorid.

Und das zeigte Wirkung. Schon einen Monat nachdem sie mit dem Auftragen des Präparats im Genitalbereich begonnen hatte, konnte sie auf ihre unliebsamen Alltagsbegleiter verzichten. Die Mediziner sind sich sicher: Solange ihre Patientin den Wirkstoff regelmässig anwendet, sollten ihre Beschwerden nicht wieder auftreten.

Unklar ist allerdings, welche Langzeitfolgen auf die 17-Jährige zukommen werden. Schon seit längerem steht Aluminiumchlorid in Deos in Verdacht, Krebs auszulösen. Dazu trug auch eine Studie von Forschern der Clinique des Grangettes in Genf dabei.

Aluminium im Deo kann definitiv zu Krebs führen

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Senna am 09.07.2018 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hyperhidrose

    Ich leide auch seit Jahren an einer extremen Hyperhidrose, jedoch kümmert man sich in der Schweiz leider nicht über diese Art von Krankheit, weil wenige betroffen sind. Hauptsache die Ärzte verschreiben verschiedene Medikamente, Botox, usw. und da bei mir nichts gewirkt hat, hiess es am Schluss keine Ahnung, die Hyperhidrose muss noch geforscht werden - SEIT 12 JAHREN!!!

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  • Schockierte frau am 09.07.2018 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Puh...

    Meine Güte, man sollte doch wissen was Alluminium auslösen kann! Ich bin einmal mehr schockiert! Ich würde fast wetten: in 15 Jahren hat die gleiche Dame Krebs! Nie würde ich das Präparat verwenden! Lieber einfach täglich frische Unterhosen und halt zwischendurch Slipeinlage wechseln.

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  • Sisasu am 10.07.2018 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne slipeinlage

    Kenne das auch, allerdings reicht bei mir eine Slipeinlage. Ohne ist es kaum vorstellbar. Weiss nicht, wie andere Frauen ohne Slipeinlagen leben können. Klar gewöhnt Frau sich daran, würde aber gerne darauf verzichten...:-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Daisy am 10.07.2018 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Normaler Alltag seit jeher

    Ich kenne nicht viele Frauen, die ohne Slipeinlage auskommen, ich jedenfalls auch nicht. War es früher Ausfluss, so hat man im reiferen Alter das Übel, dass man bei Niesanfällen oder Husten unten nicht mehr ganz "dicht" ist. Dagegen möchte ich gewappnet sein. Auch sonst fühle ich mich besser und sicherer, wenn ich eine Einlage trage.

  • Ein Mann am 10.07.2018 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Muss das sein?

    Es reicht wenn man schon im TV mit Damenhygiene "belästigt" wird. Dann muss ich das nicht noch lesen. Klar das es im Leben dazu gehört. Aber man muss Mann nicht mit der Nase auf diese "Probleme" immer wieder damit konfrontieren. Damenbinden, OB, vaginaler Juckreiz, Binden für Blasenschwäche.... Männer haben auch ihre Probleme, sehe davon aber nichts in der Werbung - was auch gut ist. Wo bleibt da die Gleichberechtigung? In diesem Fall aber durch das Weglassen solcher Werbungen. DANKE!

  • Annelies am 10.07.2018 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Tampon

    Und dann steigen solche Frauen in ein Whirlpool. Letzthin schwamm ein Tampon neben mir hoch. Einfach nur ecklig

    • Bruno am 10.07.2018 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Annelies

      Der musste bestimmt mal Luft holen.

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  • Herrcool.es am 10.07.2018 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aua!

    Da muss ich als Mann ja aufpassen; denn ich schwitze bei der kleinsten Anstrengung wie ein Brunnenputzer

  • Mia am 10.07.2018 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schwitzen normal?

    ist es nicht normal dass man in dem Bereich schnell schwitzt? unabhängig davon geh ich auch nicht ohne Einlage aus dem Haus