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Ausgrabungen
18. März 2010 20:48; Akt: 19.03.2010 16:32 Print
Pesttote in Luzern
von Joel Hanhart - Die Entdeckung eines 400 Jahre alten Friedhofs mitten in Luzern sorgte letzte Woche für Aufsehen. Die Archäologen vermuten, dass es sich bei den Beerdigten um Opfer einer Pestepidemie handelt. Lauert die Krankheit noch immer in den Gräbern?

Archäologie: Riskanter Knochenjob? (Bild: DA Luzern)
«Wir arbeiten zwar vorsichtshalber mit Handschuhen», sagt der Luzerner Kantonsarchäologe Jürg Manser. «Aber Angst vor einer Ansteckung haben wir nicht.» Die Erreger seien längst abgestorben. Dies bestätigt Nadia Schürch, Leiterin der Abteilung Bakteriologie des Labor Spiez, dem schweizerischen Fachinstitut für Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Bedrohungen: «Ohne Wirt überlebt der Pesterreger höchstens ein paar Tage.»
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Anders wäre es, wenn die Toten dem Milzbrand erlegen wären. Denn das Bakterium Bacillus anthracis kann in seinem Innern Sporen bilden, die lange Zeit im Boden überleben. Das merkte die britische Regierung, nachdem sie während des Zweiten Weltkriegs auf Gruinard Island Tests mit der Bazille durchgeführt hatte. Die unbewohnte schottische Insel blieb rund 50 Jahre lang verseucht, bis man sie in den Achtzigern aufwändig dekontaminierte.
In Luzern bestünde auch bei Milzbrand keine Gefahr, versichert Schürch. Denn Jahrhunderte lang überlebe auch dieser Erreger nicht.























