Alk & Arbeitszeit

14. Januar 2015 23:32; Akt: 14.01.2015 23:32 Print

Wer viel und lange arbeitet, greift eher zur Flasche

Längere Arbeitszeiten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, viel Alkohol zu trinken. Mehr als 48 Stunden pro Woche können schon Auswirkungen haben.

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Überstunden und lange Arbeitszeiten sind für viele gang und gäbe. Das ist nicht nur lästig, sondern kann auch gesundheitliche Folgen haben. Grund dafür sind beispielsweise Schlafmangel und eine unausgewogene Work-Life-Balance. Ausserdem sind die Betroffenen deutlich trinkfreudiger als jene, die nur Teilzeit arbeiten, wie Forscher im «British Medical Journal» berichten.

Das Team um Marianna Virtanen vom finnischen Institut für Arbeitsgesundheit hatte für seine Auswertung über 60 Studien mit mehr als 330'000 Teilnehmern aus 14 Ländern analysiert, die den Zusammenhang zwischen Arbeit und Alkohol dokumentieren.

Nicht mehr als 48 Stunden

Dabei zeigte sich, dass Personen mit über 48 Arbeitsstunden pro Woche im Vergleich zu jenen, die im selben Zeitraum zwischen 35 und 40 Stunden arbeiten, eher dazu tendieren, ein riskantes Trinkverhalten an den Tag zu legen. Als solches wird der Konsum von mehr als 14 (bei Frauen) und mehr als 21 alkoholischen Getränken (bei Männern) pro Woche definiert und gilt als Mitverursacher von Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt und Leberschäden.

Je nach Studie war das Risiko um ganze elf bis 13 Prozent höher, wobei es laut Virtanen keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen, Altersgruppen, geografischer Region und sozioökonomischem Status gibt.

Auch Unfälle werden weniger

Das mag auf den ersten Blick nicht allzu viel sein. Dennoch halten die Forscher die Zahlen für alarmierend. Denn hochgerechnet auf die gesamten Berufstätigen in den untersuchten 14 Ländern sind damit zwei Millionen Menschen betroffen.

Deshalb sei es ratsam, die Arbeitszeit zu begrenzen, so Virtanen. Denn dadurch verringere sich nicht nur die Wahrscheinlichkeit zur Flasche zu greifen, sondern auch die Zahl der müdigkeitsbedingten Arbeitsunfälle.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B. S am 15.01.2015 03:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das stimmt

    Ich hatte eine Zeit, in welcher ich Beruflich sehr gefordert war. Dazu einen schrecklichen Todesfall von meinem Partner. Dadurch Steuer Probleme und drei Jahre jede freie Zeit auf dem Notariat um die Sache auseinander zu fädeln. Ich begann meine Arbeit morgens um 0800 und war um 01:00 fertig. Konnte dann nicht mehr abstellen weil alle Gedanken kreisten. Trank dann einen Liter Wein um schlafen zu können. Drei Jahre lang. Dann konnte ich das mir den Behörden endgültig lösen und mein Leben wurde langsam wieder normal. Ich bin froh, dass es mir wieder gut geht.

  • Bruno am 14.01.2015 23:55 Report Diesen Beitrag melden

    Das hat was

    Das hat was, in den 80ern gabs eine Zeit, in der ich meist 10 oder mehr Std pro Tag arbeitete. Wir tranken über Mittag meist bis wir leicht angesäuselt waren, ich hatte zumindest das Gefühl die Zeit gehe schneller rum und es laufe alles runder. Zudem konnte ich Nachts besser abschalten und schlafen. Ich hörte damit wieder auf, sobald ich mich auf Feierabend freuen konnte, wo ich noch etwas für mich machen konnte. Abends noch etwas an die Sonne raus entspannt, man kann abschalten und ist weniger agressiv

  • Lola am 15.01.2015 00:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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    Bei Teilzeit bleibt kein Geld für Alk. Und dass Menschen die mehr arbeiten auch müder sind und mehr Unfälle haben, hätte ich auch ohne Studie sagen können.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Zitrone am 15.01.2015 14:29 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt schon

    Wenn ich viel gearbeitet habe denke ich mir auch gerne mal: "Das hab ich jetzt verdient". Wenn das lange und viel Arbeiten zur gewohnt wird, muss man sich aber wohl eine bessere "Belohnung" ausdenken. Ein heisses Bad oder ein Stück Kuchen sind vermutlich weniger bedenklich als immer nur Alkohol...

    • Lina am 15.01.2015 17:24 Report Diesen Beitrag melden

      Alkohol und Kuchen

      schlagen deftig zu B(a)uche, gesundheitsgefährdend ist dann zusätzlich noch das Übergewicht. Das heisse Bad ist wohl die beste Lösung

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  • Marco am 15.01.2015 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ahhhja

    Bin Lastwagenfahrer, eine 48H. Woche sind schon Ferien... Und hey trinke keinen einzigen Alk :)

    • Zitrone am 15.01.2015 14:32 Report Diesen Beitrag melden

      Sehr verantwortungsbewusst

      Restalkohol könnte in diesem Beruf für sie und alle anderen beteiligten gefährlich werden. Löblich, löblich sowas :)

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  • Der Staat am 15.01.2015 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist Stress

    Das kenne ich auch gut, seit ich einen Unfall hatte und nicht mehr 100% arbeiten konnte. Es kam ein Problem zum anderen. Die Versicherungen weigerten sich zu Bezahlen obwohl ich im Recht wahr. Also musste ich gegen die Versicherungen kämpfen. Da ich nur noch 50% arbeiten konnte verdiente ich kaum genug um zu überleben. Doch der Staat meinte das ich so verdiene wie immer und wollte mir auch nicht helfen. Wo sie nur konnten legten sie mir Steine in den Weg (Steuern, ALV, IV). Die Ärzte machten mich Tabelleten abhängig (mehr als 3 Mt. musste ich das Medi. x nehmen). Klar kann man das nicht einfac

  • Elle Driver am 15.01.2015 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Lange Arbeitszeiten machen unglücklich

    Dass lange Arbeitszeiten und mangelnde work life balance unglücklich machen und deshalb zu Alkohol (und auch Drogen) gegriffen wird, ist klar. Dass so ein Leben auf Dauer ungesund ist und auch einsam und unglücklich macht, dafür braucht es keine Studie. Ich hoffe, dass immer mehr Arbeitsgeber begreifen, dass ausgeruhte zufriedene Angestellte viel effizienter und produktiver sind und dazu noch weniger Fehler machen.

    • Ella am 15.01.2015 17:02 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn etwas spass macht, keinen stress

      Ja da gebe ich ihnen recht. jedoch gibt es auch menschen, die gerne arbeiten, denen ist es egal ob sie 12 Std im Büro sitzen... es hat was mit der einstellung zu tun. Denn was einem Spass macht, macht keinen Stress...

    • Elle Driver am 15.01.2015 17:28 Report Diesen Beitrag melden

      Hobby zum Beruf

      Das stimmt. Ich denke, das trifft vor allem auf Menschen zu, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Das ist jedoch leider nur ein kleiner Teil aller arbeitenden Leute. Die meisten gehen halt einem ganz normalen Brotjob nach, würde schätzen gut 98%, die halt einfach nur für ihr täglich Brot arbeiten. Bei diesen 98% ist lange Arbeiten leider gleichbedeutend mit Stress. Man will ja arbeiten um zu leben...

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  • Ich, weiblich am 15.01.2015 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Ich arbeitete lange Zeit 50 - 55 Stunden die Woche. Ich habe nie Alk getrunken. Hatte gar keine Zeit dazu. Ich kippte immer gleich ins Bett.

    • Ich, männlich am 15.01.2015 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Geht nicht um dich

      Hallo du. Eine Studie schleisst meist auf die Allgemeinheit und nicht auf einzelne Individuen. Also kann es auch Ausnahmen geben zu denen du dich zählen darfst. Toll!

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