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24. April 2012 23:58; Akt: 25.04.2012 00:33 Print

Paraplegiker steuert Roboter nur mit Gedanken

Weltpremiere: Einem Paraplegiker im Wallis ist es gelungen, mit Gedanken einen Roboter in Lausanne zu steuern.

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Allein mit Gedankenkraft, einer Elektrodenkappe und zwei Computern steuerte ein Paraplegiker im Suva-Spital in Sitten im Wallis einen Roboter durch die Räume der ETH Lausanne. Mit der gestrigen Demonstration hat das Forscherteam um José Millán von der ETH Lausanne bewiesen, dass eine Mensch-Maschinen-Interaktion auch über grosse Distanzen hinweg möglich ist. Eine Elektrodenkappe übertrug die Hirnströme des Paraplegikers auf einen Computer direkt vor ihm. Dieser gab das Signal weiter an einen Computer im Konferenzsaal in Eclubens im Waadtland. Dieser war beweglich und mit einer Kamera ausgerüstet. Der Roboter liess sich somit aus grosser Distanz – mit dem Zug benötigt man rund eine Stunde von Sitten nach Lausanne – fernsteuern.

Auf diese Weise könnten bettlägrige Patienten im Spital zumindest virtuell am Leben ihrer Familie teilnehmen, erklärten die Forscher. Ähnlich funktioniert ein Rollstuhl, der ebenfalls über elektrische Impulse vom Gehirn gesteuert wird – auch von Millán entwickelt. Diese so genannten Neuro-Prothesen stecken alle noch in der Entwicklungsphase. «Wir wollen den Patienten keine falschen Hoffnungen machen», sagte Millán. Bis zur Marktreife könnte es noch über zehn Jahre dauern.

(sda/20 Minuten)