Spitzenmedizin

21. Oktober 2016 12:16; Akt: 21.10.2016 12:16 Print

Mini-Roboter heilen von innen

von A. Söldi - Sie transportieren im Inneren des Körpers Medikamente oder nehmen kleine Operationen vor: Mikro-Roboter könnten bald die Medizin revolutionieren.

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Der winzige Roboter soll Medikamente direkt in Blutgefässe spritzen. (Bild: ETH Zürich)

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Intelligente Geräte prägen immer mehr unseren Alltag. Künftig sollen winzige Roboter sogar in unsere Körper eindringen.

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Bereits vor zwei Jahren ist es dem ETH-Forscher Bradley Nelson gelungen, einen Schwarm von 80'000 Mikro-Robotern in die Bauchhöhle einer Maus zu spritzen. Die lediglich ein Tausendstel Millimeter grossen Metallteilchen wurden über ein Magnetfeld zu einer bestimmten Stelle geleitet, wo sie einen Wirkstoff abgaben.

Im Einsatz gegen Krebs und Erblindung

Nun arbeitet der Professor für Robotik daran, die kleinen Maschinen für den Einsatz im Menschen weiterzuentwickeln. Von der neuen Methode verspricht er sich bahnbrechende medizinische Fortschritte, zum Beispiel bei der Behandlung von Krebs: Könnten Medikamente direkt beim Tumor freigesetzt werden, bräuchte es viel kleinere Dosen. «Das würde die Nebenwirkungen von Chemotherapien senken», sagt Nelson.

Ein weiteres Einsatzgebiet sieht er bei der Makula-Degeneration – einer häufigen Augenkrankheit, die ohne Behandlung zur Erblindung führen kann. Auch hier sollen die winzigen Roboter Medikamente direkt an die betreffende Stelle im Auge bringen. Etwas grössere Arten könnten beispielsweise Gewebe-Proben im Körperinnern entnehmen.

Gut Ding will Weile haben

Allerdings: «Erste Versuche an Menschen dürften frühestens in fünf Jahren stattfinden», so Nelson. Bisher gibt es nämlich keine Möglichkeit, die Minimaschinen wieder aus dem Körper zu entfernen.

Deshalb arbeitet sein Team zurzeit an einer neuen Generation von Mikro-Robotern, die aus Kunststoffen bestehen. Diese sollen sich nach ihrem Einsatz einfach im Körper auflösen. Idealerweise reagieren sie auf Unterschiede in Temperatur, pH-Wert oder den Lichtverhältnissen – und finden so selbstständig zu ihrem Bestimmungsort. Produziert werden die winzigen Alleskönner vom 3-D-Drucker.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sehnsucht 67 am 21.10.2016 12:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute sache.

    Könnte man diesen Roboter ein wenig größer machen dann könnte der für mich arbeiten hihi. Ich finde es erstaunlich wie es gelingt solch kleine Roboter zu bauen die solche filigrane Arbeit verrichten.

  • Badwolf am 21.10.2016 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naniten

    Nanobot oder wie ich es gerne nenne Naniten. Diese Technologie wird vermutlich nicht nur die medizinische Versorgung Revolutionieren sondern fast alles. Ich freue mich schon darauf. Doch natürlich hat auch sie ihre dunklen Tage.

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  • Yannick Sccacwich am 21.10.2016 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Titel

    Wenn ich keine andere Wahl hätte, wieso nicht.. Aber sonst lieber Medis

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Staub am 22.10.2016 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind die Borg

    Widerstand zwecklos! Sie werden assimiliert und dem Kollektiv hinzugefügt

  • Veronique am 21.10.2016 23:24 Report Diesen Beitrag melden

    Könnte ein Hot werden

    Kann man auch den Gehirnlapen der SVP damit operieren? Wäre eine gute Sache.

  • Operierter am 21.10.2016 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abbaubare

    Erst, wenn die sich im Körper abbauen, nachdem sie ihre Arbeit getan haben. Musste mir zwei Stenz einbauen lassen und die sind mir unheimlich, wenn die die Arterie eine gewisse Zeit offen gehalten haben, sollten die sich auch abbauen und die Arterie sollte an dieser Stelle nicht mehr zugehen. Ich finde Fremdkörper in meinem Leib nicht sehr sympathisch.

    • Christian am 21.10.2016 23:27 Report Diesen Beitrag melden

      Verbleib neutraler

      manchmal ist der Verbleib im Körper neutraler als wen sich der Nano in seine Chemischen Supstanzen auflöst. Mann stelle sich das vor als ein im Körper befindliches Piersing das aber Seriler ist als ein am Körper. 2-5 mm sind so klein das man es nicht wahr nimmt im Körper. Der Körper kapselt es ein und so hat es sich.

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  • gogg am 21.10.2016 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grundsätzlich gut

    Mir ist es immer wieder suspeckt wenn Technik in den Körper implantiert werden. In der Medizin ist das eine andere Sache. Menschen damit von Krankheiten zu befreien ist gut. Aber der werte Herr Profitgeier sieht darin mehr Potenzial und dann wirds gefährlich und ungesund. Beispielsweise chipimplantate zum Bezahlen und dergleichen, damit man noch mehr Geld ausgibt, das wir eigentlich gar nicht haben und wir nun zur streng kontrollierbaren nummer, in der Datenbank des Weltgrossmeisters werden.

  • Der Bücherwurm am 21.10.2016 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Buchreihenempfehlung

    Ein gute Buchempfehlung dazu wäre die Buchreihe "BZRK" von Michael Grant. Ein Schreibstil mit hin und wieder ironischen Eingriffen und dennoch Fokus auf die Handlung.