Klimawandel

17. Oktober 2012 15:24; Akt: 17.10.2012 15:58 Print

Schmelzen die Gletscher, wird es kritisch

Sämtliche Gletscher der Welt haben zusammen fast das Volumen des Roten Meeres. Schmelzen sie komplett, würde der Meeresspiegel um 43 Zentimeter ansteigen, wie Schweizer Forscher berechneten.

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Die Forscher erwarten, dass die Gletscherschmelze zum Meeresspiegelanstieg beitragen wird. Im Bild: der schuttüberdeckte Glacier du Miage im italienischen Val Verni.

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Auf der Erde gibt es rund 200 000 Gletscher, in denen enorme Mengen an Süsswasser gespeichert sind. Das weltweite Gletschereis umfasst 170 000 Kubikkilometer. Schmilzt dieses Eis, könnte der Meeresspiegel in einen kritischen Bereich ansteigen, wie die Universität Freiburg am Mittwoch in einem Communiqué schreibt.

Während man die Fläche der Gletscher mit Satellitendaten relativ einfach bestimmen kann, wurde das globale Eisvolumen bisher nur mit sehr einfachen Näherungsformeln berechnet. Entsprechend gross waren daher die Unsicherheiten, wie stark der Meeresspiegelanstieg ausfallen könnte.

Nun haben Matthias Huss von der Universität Freiburg und Daniel Farinotti von der ETH Zürich mit einem neuen Computermodell die Berechnungen verfeinert. Sie berichten darüber in der US-Zeitschrift «Journal of Geophysical Research».

Ihr Modell verwendet Daten der Oberflächenstruktur sowie die Umrisse der Gletscher, die aus einem unlängst vollendeten, kompletten Inventar der weltweiten Gletscher stammen. Dann berechnet es anhand von theoretischen Grundlagen über das Fliessen von Gletschern die lokale Eisdicke für jede Stelle der Gletscher.

43 Zentimeter Anstieg

Diese Methode wendeten die Forscher auf fast 200 000 Gletscher an, deren Fläche grösser ist als die von der Schweiz, Italien und Deutschland zusammen. Der Datensatz deckt alle Gletscher der Erde ab, mit Ausnahme der Eisschilde von Grönland und der Antarktis.

Huss und Farinotti errechneten ein Gesamt-Volumen von 170 000 Kubikkilometern Eis. So gross sind in etwa die gesamten ober- und unterirdischen Süsswasserressourcen Frankreichs. Wenn dieses Eis schmilzt, würde der Meeresspiegel um 43 Zentimeter ansteigen.

Dies ist rund ein Drittel weniger als aufgrund bisheriger Schätzungen des Gletschervolumens erwartet worden war, schreibt die Uni Freiburg. Der Unterschied kommt daher, dass für die Berechnungen erstmals ein vollständiger Datensatz der aktuellen Gletscherausdehnung zur Verfügung stand und die Methode zudem die Eigenschaften jedes einzelnen Gletschers berücksichtigt.

Wenn die Antarktis auftaut

Ihre Ergebnisse seien die Basis für weitere Schätzungen zum Beitrag der schmelzenden Gletscher zum Meeresspiegelanstieg, schreiben die Forscher. Sie zeigten überdies, dass mehr als die Hälfte des weltweiten Gletschereises in der Arktis liegt. Weitere bedeutende Eisreserven befänden sich in Alaska, Zentralasien und Südamerika.

Die Forscher erwarten, dass das Schmelzen der Gletscher vor allem in diesem Jahrhundert zum Meeresspiegelanstieg beitragen wird. Längerfristig könnte jedoch das Abschmelzen der Eispanzer auf Grönland und der Antarktis die Ozeane um mehrere Meter ansteigen lassen, schreiben sie.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Koni am 19.10.2012 06:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum

    Warum müssen wir das wissen was vielleicht sein könnte ?

  • Arthur Klein am 18.10.2012 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht tragisch!!

    Aber mit Kernspaltung rumspielen. Das ist das wirklich gefährliche!! Das Leben geht auch mit Klimaerwärmung weiter... ob mit oder ohne Menschen. Wenn aber die Atomkraftwerke nicht mehr gewartet werden können dann ist Ende.

  • A. Lander am 18.10.2012 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur Panikmache

    Immer die selbe Panikmache, wie damals beim "Waldsterben" :-) Ein etwas grösserer Vulkan bricht aus und unser CO2 Ausstoss macht dann im Vergleich noch Promille aus, ganz zu schweigen vom CO, SO und NO Ausstoss, bricht z.B. der Yosemite Park aus, sinkt die durchschnittliche Temp. innert 2-3 Jahren um über 5°

  • M.M am 18.10.2012 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bedeutungslos

    Die Erde dreht sich nun schon seit 4.6 Milliarden Jahre. Unser da sein auf dieser Murmel ist nicht mehr als ein Wimpernschlag und sie wird sich weiter drehen auch nach uns!

  • Sabrina Vasic am 18.10.2012 17:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie weiter

    Wie entstehen dann die Flüsse, wenn keine Gletscher mehr vorhanden sind? Die Meisten Quellen entstehen ja durch Gletscherschmelzwasser.