Klimawandel

21. September 2017 12:44; Akt: 22.09.2017 11:49 Print

Gigantischer Eisberg treibt aufs Meer hinaus

Der immense Eisberg, der im Juli in der Antarktis abgebrochen ist, hat sich in Bewegung gesetzt.

Eine Gigatonne schwer: Die Satellitenaufnahmen vom Juli 2017 zeigen das Larsen-C-Schelfeis mit dem sich ablösenden Eisberg A68. (Video: Tamedia/ESA)
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Etwa zwei Monate nach dem Abbruch des gigantischen Eisbergs A68 in der Westantarktis treibt dieser nun aufs Meer hinaus. Das zeigen Satellitenbilder, die die europäische Raumfahrtagentur Esa veröffentlicht hat.

Auf einer Aufnahme vom 16. September ist zu sehen, dass eine 18 Kilometer grosse Lücke zwischen dem Eisberg und dem Larsen-C-Schelfeis entstanden ist. Schelfeise sind auf dem Meer schwimmende Eisplatten, die von Gletschern gespeist werden und mit ihnen noch verbunden sind.

Über Jahre hatten Forscher den Riss im Schelfeis beobachtet. Im Juli war dann eine riesige Eismasse abgebrochen. Es entstand einer der grössten Eisberge, der in den letzten Jahrzehnten beobachtet wurde. A68, wie er genannt wurde, wiegt nach Angaben von Experten des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) mehr als 1000 Gigatonnen und kommt auf eine Fläche von 5800 Quadratkilometern.

«Das geschieht sehr langsam»

Über Wochen verharrte A68 auf der Stelle. Nun driftet er mit der Meeresströmung entlang der antarktischen Halbinsel. «Das geschieht im Moment sehr langsam, weil das Meereis den Eisberg zurückhält», sagte die AWI-Glaziologin Daniela Jansen. Sie geht davon aus, dass A68 weiter nach Norden treiben wird und dann in den Zirkumpolarstrom gerät, der ihn nach Osten ablenkt. «Das wurde auch schon vorher für andere Eisberge beobachtet.»

Spannend für die Wissenschaftler ist vor allem, wie sich die Schelfeiskante nach dem Abbruch des Eisberges verändert. Auf Satellitenbildern sieht man nach Angaben von Jansen, dass sich nördlich von A68 mehrere kleine Eisberge gebildet haben. Zurzeit hingen diese noch fest, seien aber schon ganz vom Schelfeis abgetrennt. «Ob die Schelfeiskante stabil bleibt, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.»

(kfi/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas M am 21.09.2017 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    @Klimaskeptiker

    Wann wird endlich auch den letzen Klimawandel Skeptikern klar das sie falsch liegen? Klar gab es immer einen Klimawandel, aber nicht in diesem Tempo. Im Moment passiert das durch den Menschen ausgelöst fast 1000 mal zu schnell. Hurrikanes am Laufmeter, Schmelzendes eis, Auftauen des Permafrostes, Klimaflüchtlinge.... wollen wir wirklich noch länger wegschauen?

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  • Mark M. am 21.09.2017 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    An die obligaten Verleugner

    Und jetzt kommen wieder diese Leute die sagen "Klimawandel hats schon immer gegeben das ist nur Panikmache". Ja, es hat ihn natürlich schon immer gegeben, aber er kam noch nie so schnell! Die Natur hatte Zeit sich anzupassen, die hat sie heute nicht! Und dass unsere Treibhausgase (nicht nur CO2) daran schuld sind -und nicht Sonnenstürme oder Schmetterlingsflügel- gilt in wissenschaftlichen Kreisen als bewiesen! Und nein, ich meine hier keine industrielle (wie die Ölindustrie) bezahlte Wissenschaft, sondern unabhängige und Akademische...

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  • Filipe Domingues am 21.09.2017 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist schwerer? 1kg Eis oder 1kg Wasser??? 

    Für mich stellt sich nur die Frage, wie der Meeresspiegel ansteigen kann??? Die Eismasse verdrängt eine gewisse Menge Wasser. Wenn das Eis schmilzt, ist die gleiche Masse in flüssiger Form. 1kg Eis ist geschmolzen auch 1kg Wasser.. Warum soll denn da der Meeresspiegel ansteigen???

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Die neusten Leser-Kommentare

  • renes am 24.09.2017 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    fast 400ppm co2

    In den letzten 600'000 Jahren ist der CO2 Gehalt nie über 300ppm gestiegen, der Mensch hat es aber mit dem Verbrennen der Riesigen Oel, Kohle und Gas vorkommen in den letzten 150 Jahren vollbracht. In Kürze werden 400ppm CO2 in der Atmosphäre erreicht, und da gibt es immernoch Menschen die die Klimaerwärmung leugnen!!

    • JTM33 am 26.09.2017 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @renes

      und der anstieg um 100 parts per million rechfertigt, davon auszugehend das der klima wandel mensch gemacht ist?, es gibt tausende wissenschaftler die da aber anderer meinung sind! nur so..

    • Fadri Truog am 27.09.2017 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @renes

      Leider ist die 400ppm Marke bereits überschritten! 2100 werden wir 1000ppm haben, was die Konzentrationsfähigkeit des Gehirns einschränkt! Und natürlich einen katastrophalen Klimakollaps zur Folge hat!

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  • Phil Krill am 23.09.2017 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1 oder 1000

    ... ja was jetzt? 1 oder 1000 Gigatonnen schwer? ...

  • BK11215 am 22.09.2017 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fundamentales Verständnis

    Anders als Landeis, verdrängt Eis das im Meer schwimmt, seinen Körper durch seine Masse welche bei gleichem Salzgehalt identisch ist wie das Meerwasser. Das Volumen hingegen ist größer (geringere Dichte). Kristallisierung und Lufteinschlüsse bewirken dies. Da die Wasserverdrängung durch Gravitation verursacht wird ist es aber, bei einem schwimmenden Objekt nur die Masse die ausschlaggebend ist. Zudem, Eis das ins Meer fällt, verdrängt seine Masse und bewegt durch kinetische Energie zusätzlich Wasser. Diese Energie wandelt sich in Wärme um und lässt den Gesamtwasserspiegel unverändert.

    • Fadri Truog am 27.09.2017 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @BK11215

      Das ist nicht das Problem! Wenn Schelfeis weg ist, fliessen Inlandeisgletscher viel rasanter ins Meer...!

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  • Cooly am 22.09.2017 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Logische Konsequenzen

    Der riesen Eisberg wird das Meerwasser abkuehlen, somit wirkt dies der Klimaerwaermung entgegen! Was nun liebe Angstmacher??

    • Phil Krill am 23.09.2017 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cooly

      ... und die Hurikans werden wieder schwächer, weil kühleres Wasser weniger Energie abgeben kann ...

    • BK11215 am 23.09.2017 13:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cooly

      Nehmen sie einen Tank gefüllt mit Wasser. Die Hälfte gefroren die andere flüssig, die Temperatur im Tank konstant um den Gefrierpunkt, sodass das der Zustand beider Teile beibehält. Schmilzt das Eis, haben sie die Temperatur ansteigen lassen. Nicht nur des Eises sondern auch des flüssigen Teils. Diese Wärmeenergie ist die Kraft der Eisschmelze nicht Wärme im Wasser. Das Wasser um das Eis war ja schon um den Gefrierpunkt, d.h. es kann nicht kühler werden. Bei dem Schmelzen entsteht "neues" flüssiges Wasser um den Gefrierpunkt und "altes" darüber. Die Veränderung ist proportional zur Wärmezugabe

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  • Pascal S. am 22.09.2017 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Meeresspiegel steigt tatsächlich

    Salzwasser hat eine höhere Dichte. Da der Eisberg aus Süsswasser besteht sind die Folgen absehbar. Ausserdem dehnt sich warmes Wasser aus. Das sind die Gründe warum der Meeresspiegel steigen wird.

    • Markus im AG am 22.09.2017 15:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pascal S.

      Das Eis könnte auch auf Flüssigem Blei Schwimmen spielt keine Rolle die verschiedenen Dichten , das Eis ist im Waagegleichgewicht am Schwimmen der schmelzprozess erhöht das Niveau nicht. Nur wenn das Eis zuerst an Land war und abbrechend ins Wasser stürzt ändert sich das Niveau. Aber schwimmend an 1 grossen Stück oder jetzt in 2 Stücken ändert nix .

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