Google-Earth-Archäologie

15. August 2012 10:45; Akt: 15.08.2012 13:18 Print

Forscherin will neue Pyramiden entdeckt haben

Unter der Sahara in Ägypten liegen hunderte Pyramiden begraben. War früher viel Glück nötig, um eine Ausgrabungsstätte zu finden, erleichtern heute Satellitenbilder den Archäologen die Arbeit.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Auf der Suche nach den Überresten alter Zivilisationen verbringt die Archäologin Angela Micol viel Zeit am Computer. Sie durchforstet Satellitenaufnahmen nach Hinweisen, wo sich eine Ausgrabung lohnen könnte. Ihr neuester Fund: Verdächtige Erhebungen in der ägyptischen Wüste, die auf Pyramiden hindeuten.

Pyramiden gibt es hunderte in Ägypten und nur ein Bruchteil wurde bisher entdeckt und freigelegt. Doch Micols Entdeckung könnte bedeutend sein, da fast alle bekannten Pyramiden in der Region um Kairo liegen. «Die Bilder sprechen für sich selbst», schreibt die Archäologin auf ihrem Blog. Es sei «offensichtlich», was sich unter den Erhebungen verberge. Doch ob es sich tatsächlich um Pyramiden handle, müsse vor Ort überprüft werden.

Dazu braucht Micol die Genehmigung der staatlichen ägyptischen Altertümerverwaltung - und Geld. Laut ihrem Blog bemüht sich die Archäologin derzeit, die nötigen Mittel aufzubringen. Endlos Zeit hat sie nicht: An einem der Objekte könnte sich jemand zu schaffen gemacht haben, wie eine Aufnahme neueren Datums zeigt (siehe Bildstrecke oben).

Satelliten revolutionieren Archäologie

Fernerkundung über Satelliten kann Archäologen die Arbeit bedeutend erleichtern. Die Erforschung neuer Stätten kostet viel Zeit und Geld, vor allem in abgelegenen, unwirtlichen Regionen – wie der Wüste. Eine Luftaufnahme ersetzt zwar nicht die Arbeit am Boden, doch sie kann dabei helfen, ein Untersuchungsgebiet entscheidend einzugrenzen.

Die wohl berühmteste Vertreterin dieser Forschungsrichtung ist die amerikanische Archäologin und Ägyptologin Sarah Parcak. Mittels Infrarot-Satellitenaufnahmen lokalisierten sie und ihr Team der Universität von Alabama 17 Pyramiden, über 1000 Gräber und 3000 Siedlungen in Ägypten. Die britische BBC zeigte 2011 eine Dokumentation über Parcaks Arbeit (siehe Video unten).

Wer will, kann es Angela Micol nachtun und auf Google Earth den ägyptischen Wüstensand durchforsten. Die Koordinaten ihrer Entdeckung hat sie aus verständlichen Gründen nicht publiziert.

«Ägyptens verlorene Städte»

(Video: Youtube/FlowersTours)

(kri)