Striemengrasmaus

28. Juni 2010 16:17; Akt: 28.06.2010 16:17 Print

Der Nebenbuhler hockt im Loch nebenan

Die Striemengrasmäuse aus dem südlichen Afrika verteidigen ihr Territorium gegen benachbarte Mäuse viel aggressiver als gegen fremde.

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Dafür haben die Mäuse gute Gründe, wie das Team um Carsten Schradin von der Universität Zürich im Fachmagazin «Frontiers in Zoology» berichtet. Die Nachbarn haben es nämlich notorisch auf die Partnerinnen der Striemengrasmäuse abgesehen. Wie die Forscher herausfanden, haben 28 Prozent der jungen Mäuse ein Männchen aus der Nachbarschaft als Vater.

In 7 Prozent der Fälle ist ein fremdes Männchen der Vater. Nachbarn seien für Striemengrasmäuse also die gefährlichsten Konkurrenten, was die Vaterschaft anbelange, schreiben die Forscher. Aus diesem Grund richte sich die Aggressivität während der Brutsaison verstärkt gegen Nachbarn.

Drei Lebensstrategien

Bei der Striemengrasmaus lebt ein dominantes Männchen mit bis zu vier brütenden Weibchen. Zur Gruppe gehören auch junge erwachsene Söhne, die sich ab und zu mit Weibchen aus der Nachbarschaft fortzupflanzen versuchen. Eine dritte Strategie der männlichen Mäuse besteht darin, als Einzelgänger durch die Landschaft zu streifen.

Schradin und seine Kollegen liessen für ihre Studie in Südafrika immer zwei männliche Striemengrasmäuse zusammentreffen. Es zeigte sich, dass sich die Tiere während der Brutsaison viel aggressiver verhielten als davor und danach. Besonders aggressiv waren dominante Männchen während der Brutzeit gegenüber Mäusen aus der Nachbarschaft.

Den Grund dafür fanden die Wissenschaftler, als sie für 101 junge Mäuse aus neun Gruppen einen Vaterschaftstest durchführten. In 65 Prozent der Fälle war das dominante Männchen der eigenen Gruppe der Vater. Bei 28 Prozent kam der Vater aus der Nachbarschaft, und sieben Prozent der Mäuse hatten unbekannte Väter.

(sda)