Auf Tauchgang

09. November 2016 23:22; Akt: 09.11.2016 23:22 Print

Hat er eine verschollene Atombombe entdeckt?

Sean Smyrichinsky suchte Seegurken und fand ein mysteriöses Ding aus Metall. Nun vermutet er, es könnte die Atomwaffe sein, die die US Air Force verloren hat.

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Der Kanadier Sean Smyrichinsky ist ein erfahrener Taucher. Doch kürzlich entdeckte er in den Gewässern vor British Columbia einen mysteriösen Gegenstand. Eigentlich auf der Suche nach Seegurken, sah er am Meeresgrund einen ... ... riesigen metallenen Gegenstand in der Form eines «halb aufgeschnittenen Bagels», wie er dem dem kanadischen Radiosender «CBC» sagte. Zunächst habe er an ein UFO gedacht. Zurück im Boot erzählte Smyrichinsky seiner Crew von seinem Fund. Ein älterer Tauchkollege vermutete, dass es sich um eine seit dem Jahr 1950 verschollene Atombombe der US Air Force handeln könnte. Schliesslich sei in der Region damals der amerikanische Langstreckenbomber Convair B-36 B «Peacemaker» (Friedensstifter) abgestürzt, der sich auf geheimer Mission befunden habe. Ziel des Flug war es, so vermuten Militärhistoriker, zu testen, ob die Maschinen dieses Typs ... ... in der Lage sind, Nuklearwaffen zu transportieren. Deshalb hatte der Bomber eine Atombombe vom Typ Mark IV an Bord. Doch kurz nach dem Start brach ein Feuer an Bord der «Peacemaker» aus. Die Besatzung entschied, die Bombe über dem Pazifik abzuwerfen. So sollte eine Detonation beim Aufprall verhindert werden. Während das Wrack der Maschine später in den Bergen von British Columbia gefunden wurde ... ... fehlte von der Mark IV jede Spur - zumindest bis jetzt: Das von Smyrichinsky informierte Canadian Department of National Defence (DND) hält es für möglich, dass es sich bei dem Metallgegenstand tatsächlich um die verschollene Bombe handelt. Untersuchungen sollen für Aufklärung sorgen.

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Ein UFO – das war der erste Gedanke, der Sean Smyrichinsky durch den Kopf schoss, als er in den Gewässern vor der Küste der kanadischen Provinz British Columbia etwas Metallenes erblickte. Schliesslich hatte der Gegenstand die Form eines «halb aufgeschnittenen Bagels», wie er dem kanadischen Radiosender «CBC» sagte.

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Zurück beim Boot erzählte Smyrichinsky seiner Crew von seinem Fund. Auf die Ratlosigkeit der ersten Minuten folgte eine haarsträubende Erklärung, an der aber etwas dran sein könnte: So vermutete ein älterer Tauchkollege, dass es sich um eine seit dem Jahr 1950 verschollene Atombombe der US Air Force handeln könnte (siehe Bildstrecke).

Geheime Mission, mysteriöser Verbleib

Damals war in der Gegend vor British Columbia der amerikanische Langstreckenbomber Convair B-36 B «Peacemaker» (Friedensstifter) abgestürzt, der sich auf geheimer Mission auf dem Weg von der Eielson Air Force Base in Alaska zur Carswell Air Force Base in Texas befunden hatte.

Ziel des Flug war es, so vermuten Militärhistoriker, zu testen, ob die Maschinen dieses Typs in der Lage sind, Nuklearwaffen zu transportieren. Deshalb hatte der Bomber eine Atombombe vom Typ Mark IV an Bord.


Die USA waren stolz auf ihren Langstrecken-Bomber. (Video: Motion Picture Division of the U.S. National Archives)

Verschollene Bombe? Gut möglich

Doch rund sieben Stunden nach dem Start brach ein Feuer an Bord der «Peacemaker» aus. Weil der Absturz der Maschine unausweichlich schien, entschied sich die Besatzung, die Bombe über dem Pazifik abzuwerfen. So sollte eine Detonation beim Aufprall verhindert werden. Die Crew selbst rettete sich mit Fallschirmen. Zwölf der 17 Personen überlebten.

Während das Wrack der Maschine später in den Bergen von British Columbia gefunden wurde, fehlte von der Mark IV jede Spur – zumindest bis jetzt: Das von Smyrichinsky informierte Canadian Department of National Defence (DND) hält es gemäss BBC für möglich, dass es sich bei dem Metallgegenstand tatsächlich um die verschollene Bombe handelt.

Zweifel und eine Beruhigung

Zweifel hegt dagegen Militärhistoriker Dirk Septer. Gegenüber Spiegel.de erklärt er, der von Smyrichinsky genannte Fundort weiche zu sehr von den bekannten Daten der Flugroute und dem Fundort des Bomberwracks ab.

Weitere Untersuchungen sollen zeigen, worum es sich beim «halb aufgeschnittenen Bagel» aus Metall wirklich handelt. Derweil beruhigt das ebenfalls kontaktierte US-Militär: Die Bombe soll damals zwar mit TNT und Blei bestückt worden sein, aber nicht mit Plutonium. Deshalb sei sie nicht zu einer atomaren Explosion fähig gewesen.


Bomber in geheimer Mission: Was genau sich damals abgespielt hat, lässt sich nur vermuten. (Video: Youtube/bdrmfg)

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • James am 10.11.2016 06:13 Report Diesen Beitrag melden

    Moment mal

    Die Atombombe ist also gar keine Atombombe? Dann sind diese News auch keine News.

  • afedial am 10.11.2016 03:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was da wohl noch alles ist?

    Es ist sehr gut möglich, dass es sich bei diesem Typ um die verschwundene Atombombe handelt. Allerdings war sie ja, wie im Text beschrieben, zu Testzwecken nur mit TNT und Blei befüllt, nicht mit atomaren Sprengstoff. Ich möchte nicht wissen, was noch alles auf unserem Meeresgrund herumliegt

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  • ozzi am 10.11.2016 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die seegurke

    was ist den das für eine Nachricht...wir wissen nicht mal was er gesehen hat....es gibt ja unterwasser kameras etc....aber nix...kein einziges foto...nur von der seegurke...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Melina am 10.11.2016 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eine ernsthafte frage

    Kann mir mal einer erklären wie man eine der tödlichsten und stärksten Massenvernichtungswaffen der Menscheit verlieren kann?

    • Zürcher am 10.11.2016 18:41 Report Diesen Beitrag melden

      @Melina

      Nein, du kannst einfach den Artikel lesen. Steht alles genau drin.

    • Melina am 10.11.2016 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zürcher

      ja das hab ich schon gelesen aber anscheinend gibt es über 50 verschollene Atombomben. und wenn es ein Testflug ear warum benutzt man dafür eine echte Atombombe? eine Massenvernichtungswaffe kann also nicht so gesichert werden dass sie wider gefunden werden kann? immerhin handelt es sich um Massenvernichtungswaffen die lässt man nicht mal irgendwo herumliegen

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  • Peter Grassi am 10.11.2016 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Atombombe oder keine Atombombe?

    Das ergibt doch gar keinen Sinn: Die Crew warf die "Atombombe" über dem Meer ab, damit es nicht zu einer nuklearen Explosion beim Aufprall des Flugzeugs kommt und das Militär vermeldet, dass es gar keine richtige Atombombe war? Hmm, weshalb dann die Mühe?

  • Pater Noster am 10.11.2016 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Eine von sehr, sehr vielen

    Wenn das ne A-Bombe ist, ist das eine von sehr, sehr vielen verschollenen A-Bomben. Man weiss von 56, inkl. A-Reaktoren von U-Booten, welche verschollen sind. Also von bekanntgewordenen Unfällen etc. Man vermutet aber mind. von zwei- bis zu dem dreifachen der Anzahl an verschollenen Bomben etc., denn wer will schon zugeben, dass sie eine verloren haben ? Das groesse Problem ist einfach, dass diese seit Jahrzehnten vor sich hin gammeln und eine tickende Zeitbombe sind.

    • Chnops am 10.11.2016 15:01 Report Diesen Beitrag melden

      Die Wahren Zeitbomben

      Ich würde mich eher um die 15´000 Sprengköpfe sorgen, die immer noch in Händen von Menschen sind.

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  • Renaldo am 10.11.2016 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    wenn schon

    dann nennt es Atombomben-Attrappe, da es ja offensichtlich keine richtige Atombombe war, so ganz ohne Spaltmaterial.

    • Skywalker99 am 10.11.2016 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Renaldo

      ne, das war keine Attrappe. Das war eine richtige einfach ohne eingesetzten Kern. Der würde bei dem Modell erst im Flugzeug, unmittelbar vor dem Abwurf, eingesetzt.

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  • Alfred A. am 10.11.2016 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Langsam aber sicher fällts auf!

    Offensichtlich kennt die notorische Angsmacherei vor Allem und Jedem, das mit nuklearem Material auch nur ansatzweise zu tun hat, keine Grenzen mehr. Hört auf damit, das ist nur noch peinlich.