Aggressive Tiere

27. Juli 2012 21:40; Akt: 27.07.2012 21:40 Print

Gefährliche Kuh, rabiates Huhn, böser Schwan

Tierangriffe können Menschen erheblich verletzen. Besonders bei Kühen, Auerhühnern und Schwänen ist Vorsicht geboten. Arglos hingegen sind Wölfe, Bären und Luchse.

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Vom Auerhahn bis zur Mutterkuh: Unter besonderen Umständen kann dem Menschen auch von harmlos scheinenden Tieren Gefahr erwachsen. Bekannt ist das Aggressionspotenzial von Mutterkühen, wenn diese sich bedroht fühlen.

Im Juli ist es auf einer Walliser Alp sowie im Kanton Solothurn zu zwei Mutterkuh-Attacken gekommen, bei denen sich jeweils eine Person erhebliche Verletzungen zugezogen hat. Dazu kommen drei Attacken mit Verletzungsfolge aus dem vergangenen Jahr.

Weil einerseits immer mehr Mutterkühe gehalten und andererseits die Zahl der Wanderer und Biker stetig zunimmt, kommen sich Mensch und Kuh immer häufiger ins Gehege. Dass trotzdem kein markanter Anstieg bei den Angriffen zu verzeichnen ist, wertet Heinz Feldmann, Sicherheitsfachmann bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung und Landwirtschaft (BUL) als Zeichen dafür, dass die «Prävention greift».

Scheue Jäger

Wenig zu befürchten haben Wanderer entgegen der weitverbreiteten Meinung vor den gemeinhin als gefährlich geltenden Wildtieren, die in der Schweiz vorkommen - dem Braunbären, dem Wolf und dem Luchs. Sie alle fürchten sich vor dem Menschen, wie Philippe Steiner vom Westschweizer Sekretariat von Pro Natura auf Anfrage sagte.

Wie sich allerdings im Fall des Jungbären «JJ3» gezeigt hat, können die Tiere bei ihrer Nahrungssuche in bewohnte Gebiete vorstossen, ihre natürliche Scheu überwinden und zu «Problembären» werden. Das «Konzept Bär» des Bundes sieht in diesem Fall den Abschuss vor.

Zurzeit hält sich mit dem zweieinhalbjährigen Männchen M13 ein Braunbär in der Schweiz auf. Er war erstmals am Ostersamstag im Unterengadin aufgetaucht und wurde kürzlich im Schweizer Nationalpark beobachtet.

Der Wolf ist harmlos

Keinerlei Gefahr für die Wanderer stellt der Wolf dar. Attacken auf Menschen seien nur in Rudeln möglich, sagte Steiner. Wolfsrudel wurden bisher in der Schweiz noch nicht beobachtet. Praktisch ausgeschlossen werden kann die Begegnung mit einem Luchs - zumindest bei Tageslicht.

In Ruhe gelassen werden will das scheinbar harmlos erscheinende Auerhuhn. Der seltene Hühnervogel fühlt sich gemäss Steiner durch die Anwesenheit des Menschen gestresst - eine Attacke mit dem scharfen Schnabel kann die Folge sein. Der Vogel hält sich gerne in Waldlichtungen auf und kann mit etwas Glück im Waadtländer Jura sowie beim Chasseral (BE) beobachtet werden.

Gefährliche Biber und Schwäne

Vor dem Biber muss sich zwar nicht der Mensch, dafür aber dessen bester Freund in Acht nehmen. «Wird der Biber von einem Hund attackiert, weiss er sich zu verteidigen», so Philippe Steiner. Pro Natura empfiehlt, Hunde an Flüssen mit Biberbestand an der Leine zu führen.

Obwohl friedfertig und anmutig wirkend, kann der Schwan durchaus aggressiv auftreten. Mit einem Flügelschlag ist er imstande, einen Armbruch zu verursachen. Besonders Kinder sollten sich Schwänen nicht übermässig nähern.

(sda)