Gesundheitsrisiko

04. Juni 2017 16:16; Akt: 04.06.2017 16:16 Print

Finger weg von Alu-Grillschalen!

von Fee Riebeling - Um krebserregenden Qualm zu vermeiden, setzen viele beim Grillieren auf Alu-Schalen. Gesund ist aber auch das nicht.

Bildstrecke im Grossformat »
Bratwürste, Bauchfleisch, Steaks: Beim Grillieren schwören viele Menschen auf Alu-Schalen, die das Entstehen von gesundheitsschädlichem Rauch verhindern sollen. Doch mariniertes Fleisch hat auf Alu-Schalen nichts zu suchen. Genauso wenig wie säure- und salzhaltige Lebensmittel. Denn treffen diese Stoffe – Salz, Säure, Marinade – auf die Schale, kommt es zu einer gefährlichen Reaktion: Die Substanzen greifen das Aluminium an und lösen es aus der silbrigen Unterlage. Doch es gibt auch Alternativen – beispielsweise aus Edelstahl, Keramik oder Gusseisen. Zwar geht das Grillieren damit länger, dafür können die Schalen wiederverwendet werden. Als natürliche Alternative bieten sich Bananen-, Mangold-, Rhabarber- oder Weinblätter an. Auf diese kann das Essen entweder gelegt oder darin eingelegt werden. Sind die Blätter zu fest und damit starr, sollte man sie vor der Verwendung kurz blanchieren. In den USA und in Kanada schwören derzeit viele Menschen auf das sogenannte Plankengrillen. Die dabei verwendeten Bretter sind meist aus Zedern- oder Buchenholz. Nimmt man das Holz alter Whiskey-Fässer, bekommt man ausserdem eine spezielle Note. Wichtig: Die Bretter müssen vor Gebrauch eine Stunde lang gewässert werden, damit sie nicht anbrennen und kein Rauch entstehen kann. Langlebiger und nachhaltiger sind wiederverwendbare Grillmatten aus Teflon. Zwar braucht das Grillgut in diesen Unterlagen etwas länger und es gibt – wie bei den anderen Alternativen – keine richtige Kruste, dafür sind sie in der Regel sogar spülmaschinenfest.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Schalen aus Aluminium sollen verhindern, dass beim Grillieren Fleischsaft, Fett und Marinade in die heisse Glut tropfen und krebserregende Substanzen freisetzen, beispielsweise polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Das klingt gut, birgt jedoch Gefahren.

Umfrage
Wie grillieren Sie in der Regel?
28 %
7 %
2 %
10 %
53 %
Insgesamt 11410 Teilnehmer

Der Grund: Viele Marinaden enthalten Salz und Säure. Treffen diese Stoffe auf die Schale, kommt es zu einer gefährlichen Reaktion: Die Substanzen greifen das Aluminium an und lösen es aus der silbrigen Unterlage. Von dort aus gelangt es zunächst ins Grillgut, dann in den menschlichen Körper.

Spätfolgen drohen

Zwar wird ein Teil des aufgenommenen Leichtmetalls über den Urin wieder ausgeschieden, doch im Laufe des Lebens reichert es sich im Körper an. So kann es mit der Zeit gesundheitliche Probleme geben.

Aluminium steht im Verdacht, das Nervensystem, den Knochenaufbau, die Lunge und die Fruchtbarkeit des Menschen negativ zu beeinflussen. Deshalb rät die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa), eine wöchentliche Alu-Aufnahme von einem Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht nicht zu überschreiten.

Verzicht statt Nachsicht

Doch genau das passiert häufig, denn der Mensch nimmt Aluminium auf vielen Wegen auf: durch die Luft, über Medikamente, Kosmetika und sogar Wasser.

Deshalb empfehlen Experten, die Alu-Aufnahme so gering wie möglich zu halten – und beim Grillieren von Säure- und Salzhaltigem auf Alu-Schalen zu verzichten.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sepp Hitz am 04.06.2017 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Grillieren

    Mal ganz ehrlich, gibt es heute überhaupt auch noch etwas was gesund ist? Wenn wir nichts mehr essen dürfen verhungern wir eben und das ist doch auch nicht gesund. In unserer Kindheit hatten wir Kartoffeln auf einen Stecken gesteckt und direkt in die Kohle gegeben bis sie schwarz waren. Ich bin mittlerweile 70.Jahre alt und lebe immer noch.

    einklappen einklappen
  • CJPDX am 04.06.2017 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aluschale != Grillen

    Richtig grillen kann man mit Aluschalen sowieso nicht. Direkt auf den Rost - dann gibt es auch eine schöne Kruste. Dampfgaren kann ich auch in der Pfanne.

    einklappen einklappen
  • Meli am 04.06.2017 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Was darf man noch?

    Ach herje, was ist jetzt das wieder für ein Mist!! Jeden Tag was neues, was nicht gesund oder krebserregend ist. Aber atmen darf man noch...?!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dominik am 05.06.2017 23:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ui sofort ein Verbot für Grillschalen

    Ja und? Vermutlich sind die Medikamentenrückstände die noch im Fleisch sind und die Zusatzstoffe viel schlimmer als?der Rauch und das Bisschen gelöstes Alu

  • Otto Normalo-Schweizer am 05.06.2017 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    alles quatsch

    Holzholhe, Gas, Elektro Grill... alles schwachsinn Grillieren ist nur echt über offenem Feuer mit Holz. und dann einen schönen Eisenrost nehmen, und alles wird wunderbar . Da bracuht es auch keine Aluschalen , oder Blätter etc. All die mode erscheinungen sind völliger Blödsinn und nur Business.

  • destiny95 am 05.06.2017 17:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ihr kommt ja früh!

    Die kommen aber gewaltig früh mit dieser erkenntnis, obwohl es diese grills bereits jahrzente auf dem markt sind. Zeigt doch nur wieder das man die produkte und deren tests schönschreibt um richtig kasse zu machen. Gesundheit wird nicht berücksichtigt.

  • CreActiveX am 05.06.2017 17:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach & Gut

    Richtig schönes, dickes Steak direkt in die Glut (echtes Holz, nicht Briketts) - Danach etwas Salz & Pfeffer, einige Minuten in Alufolie packen zum durchziehen... Bon Appetit!

  • Eduard J. Belser am 05.06.2017 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Solargrill

    Es gibt leicht, faltbare Solargrills. Diese arbeiten sauber, ohne Rauch, hinterlasse keine verbrannte Rasenstellen und nutzen die kostenlose Sonnenenergie. Bei trübem Regenwetter macht das Grillen eh keinen Spass, also fehlt dann auch die Sonne zum Grillen mit dem Solargrill nicht.