Ruhig bleiben

02. April 2014 15:35; Akt: 02.04.2014 15:35 Print

Stress verschlimmert den Heuschnupfen

Wer die Nase voll hat vom Heuschnupfen, sollte einfach entspannter durchs Leben gehen. Denn Stress und Allergieschübe bilden einen Teufelskreis.

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Stress verstärkt die Symptome einer Pollenallergie und erhöht die Zahl der Anfälle. Das könnte zu weiterem Stress führen. (Bild: Keystone)

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Stress alleine verursacht zwar keine Allergien. Trotzdem ist es hilfreich, sich im Kampf gegen Niesattacken, tränende Augen und laufende Nasen einfach mal zu entspannen. Das berichten Forscher der Ohio-State-Universität im Fachmagazin «Annals of Allergy, Asthma & Immunology».

Für ihre Studie hatten die Forscher während zwölf Wochen 179 Heuschnupfen-Patienten beobachtet. 39 Prozent davon erlitten im Untersuchungszeitraum mehr als einen Allergie-Schub. Die Analyse zeigte, dass diese Patienten grösserem Stress ausgesetzt waren als diejenigen, die über keinerlei Symptome klagten. Dabei folgten die Schübe nicht auf kurzfristige Anspannung, sondern traten eher infolge von länger anhaltenden Stressmomenten auf.

Verhängnisvolle Wechselwirkung

«Dauerhafte Anspannung hat zahlreiche negative Auswirkungen auf den Körper», sagt Amber Patterson, Allergologin und Hauptautorin der Studie. So verstärke Stress auch die Symptome einer Pollenallergie und erhöhe die Zahl der Anfälle. Das könnte zu weiterem Stress führen. «Unsere Studie hat gezeigt, dass die Allergieattacken bei den Betroffenen schlechte Laune bewirken, was möglicherweise zu weiteren Ausbrüchen führt», so die Expertin.

Diese Wechselwirkungen sind auch dem Leiter der Allergiestation am Unispital Zürich, Peter Schmid-Grendelmeier, bekannt. Meist komme der Stress aber mit dem Heuschnupfen. «Doch Stress ist nicht nur negativ: Zwar kann er unangenehme Symptome verstärken, aber er kann eben auch von ihnen ablenken», sagt der Experte. So könne eine laufende Nase in Vergessenheit geraten, wenn es genug anderes zu tun gebe. Trotzdem sei Entspannung nie verkehrt.

Einfache Tricks verschaffen Erleichterung

Doch es gibt auch andere Möglichkeiten, wie man sich vor den herumfliegenden Pollen schützen kann, weiss Schmid-Grendelmeier. Wer am Tag nicht dazu kommt, sich zu erholen, sollte zumindest in der Nacht ruhig durchschlafen können. Deshalb sollten sich Betroffene vor dem Schlafengehen in einem anderen Zimmer umziehen und die getragene Kleidung dort liegen lassen. «Das abendliche Haarewaschen reduziert die Pollenbelastung weiter», so der Allergologe.

An der frischen Luft helfen Sonnenbrillen, den reizenden Blütenstaub von den Augen fernzuhalten. Weil Autoabgase die Pollen aggressiver machen, ist es ratsam — sofern möglich —, zu verkehrsschwachen Zeiten das Haus zu verlassen. Gleiches gilt für das Lüften.

Weitere Informationen finden Betroffene auf den Seiten des Allergiezentrums Schweiz.

(fee)