ISS

02. März 2016 04:19; Akt: 02.03.2016 15:19 Print

Nach 340 Tagen im All zurück auf der Erde

Nasa-Astronaut Scott Kelly und sein russischer Kollege Michail Kornijenko verliessen mit einer Sojus-Kapsel die Internationale Raumstation.

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Landen gemeinsam in Kasachstan: Scott Kelly (links) und Michail Kornienko. (21. Januar 2016) (Bild: Keystone/Nasa)

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Nach fast einem Jahr im Weltall sind der US-Astronaut Scott Kelly und der Russe Michail Kornijenko wohlbehalten von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt. Forscher erwarten von der Langzeit-Mission wichtige Erkenntnisse für eine mögliche Mars-Reise.

Nach 5440 Erdumrundungen benötigten Scott Kelly und Michail Kornijenko zum Verlassen der Landungskapsel fremde Hilfe. Rettungskräfte packten entschlossen zu und trugen die Astronauten vom Sojus-Transporter zu Klappstühlen.

Die Bewegungseinschränkung ist für Forscher eine wichtige Erkenntnis. Nach fast einem Jahr in der Schwerelosigkeit scheinen die Muskeln des Amerikaners und des Russen schwächer als vermutet. Beweglichkeit ist aber eine zentrale Voraussetzung etwa für eine Landung auf dem Mars. Dort kann den ersten Astronauten niemand beim Aussteigen helfen.

Kraftverlust und psychische Belastung

«Der Kraftverlust des Muskel- und Skelettsystems ist das Hauptproblem», sagt der deutsche Mediziner Jens Titze. Nach einem Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation ISS dauere es «Wochen bis Monate» bis zur Normalität. Gravierender sei aber die psychische Belastung eines Flugs zum Roten Planeten, meint der Professor der Vanderbilt University in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee.

«Im Vergleich zu einer Mars-Mission sind Aufenthalte auf der ISS quasi kleine Probleme. Die Raumstation kreist rund 400 Kilometer über der Erde, während der Mars etwa 228 Millionen Kilometer von uns entfernt ist. Die Rückkehr nach Hause ist von der ISS also ziemlich einfach», meint Titze. Er betreute 2011 das Isolationsexperiment Mars500 in Moskau, als sechs Männer einen Flug zum Mars simulierten.

In der Steppe von Kasachstan winkten Kelly und Kornijenko auf ihren Klappstühlen in die Kameras. Bei Minustemperaturen war auch der Russe Sergej Wolkow in eine Decke gehüllt, er kehrte nach 182 Tagen im All mit den beiden Kollegen zurück.

Keine Kniebeugen nach Ausstieg

«Dobroje utro», rief Kelly Helfern als Morgengruss auf Russisch zu. Es war das Ende eines spektakulären Dienstflugs, fast 340 Tage nach dem Start Ende März 2015 in Baikonur. In der Nähe der Raumfahrer lag die Sojus-Kapsel im Steppengras, auf dem Rückweg zur Erde haben Temperaturen bis zu 1000 Grad Celsius ihren Hitzeschild in der Erdatmosphäre braun-schwarz verfärbt.

Eigentlich sollten Kornijenko und Kelly das Raumschiff eigenständig verlassen und ein spezielles Übungsprogramm absolvieren, zu dem auch Kniebeugen gehörten. Nun finden die ersten medizinischen Tests für die beiden Russen in Moskau und für Kelly in Houston in den USA statt.

«Es ist eigentlich eine Drei-Jahres-Mission, da die Untersuchungen nach der Landung noch lange fortgesetzt werden», sagt ein Mitarbeiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos der Agentur Tass.

Vergleich mit Zwilling auf der Erde

«Die Reise ist noch nicht zu Ende», meint auch Scott Kelly. Er ist für Wissenschaftler besonders interessant: Der Astronaut hat einen Zwillingsbruder – für die Forschung war Mark Kelly in den vergangenen rund zwölf Monaten ein idealer Vergleichsproband auf der Erde.

Das Ziel der Zwillings-Studie: Erkenntnisse gewinnen, wie sich lange Weltraumreisen auf den Menschen auswirken. Interessant sind vor allem die Belastungen, denen der Körper ausgesetzt ist – höhere Dosen kosmischer Strahlung, Muskel- und Knochenschwund, geschwächtes Immunsystem, Probleme mit den Augen und Folgen für das Erbgut.

Der deutsche Raumfahrer Thomas Reiter ist sicher, dass die Jahresmission wichtige Antworten für eine bemannte Reise zum Mars gibt. «Natürlich kann man etwa die Belastung durch kosmische Strahlung nicht zu 100 Prozent simulieren. Auch würde man auf dem Weg zum Mars nur die Sonne sehen, nicht den Heimatplaneten Erde, diesen psychologischen Aspekt können wir nicht testen», sagt Reiter.

Muskeltraining und Weltraumsalat

Die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf Knochen und Muskeln sei aber zentral – so habe der deutsche Astronaut Alexander Gerst mit intensivem Training im All sogar Muskelmasse aufbauen können.

Auch die Frage der Ernährung wird bei einer Reise zum Roten Planeten entscheidend sein. Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt verzehrten Astronauten im vergangenen Sommer Gemüse, das in der Schwerelosigkeit gewachsen war. Fast fünf Wochen lang beleuchteten LED-Lampen auf der ISS Salatpflänzchen. «Schmeckt wie Rucola», sagte Kelly, als er einige Blätter probierte.

(chk/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alumdria841 am 02.03.2016 05:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorschlag für nächster Kandidat

    Als nächstes könnte man Howard wolowitz rauf schicken. Er möchte ja unbedingt wieder ins All :D

  • Gurke am 02.03.2016 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Kerbal Space Program!

    Game Empfehlung für Raumfahrt Begeisterte: "Kerbal Space Program" Dank diesem Spiel habe ich so viel über die Raumfahrt gelernt, und es macht extrem Spass!

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  • Chris am 02.03.2016 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Die Astronauten heissen...

    Timothy Peake und Tim Kopra. Nicht anders rum.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pasci am 03.03.2016 10:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gehalt eines ISS Astronauten?

    Mich würde wunder nehmen, was so ein Astronaut verdient, für das er 340 Tage, Tag und Nacht als Arbeitstag hat.

    • Das Brot am 03.03.2016 17:07 Report Diesen Beitrag melden

      Unglaublich viel...

      ... ist es nicht, je nachdem ein Jahresgehalt von ~65'000$ - 140'000$ (NASA Rekrutierung-Raumflug) bzw. ~60'000 - 85'000 (ESA Rekrutierung-Raumflug) bzw. ~90'000 C$ - 174'000 C$ (CSA Rekrutierung-Raumflug) also ziemlich im "normalen" Bereich - offenbar verdient man bei den Kanadiern am Besten. - Soweit zumindest die Infos die ich auf die Schnelle aus Google rauskitzeln konnte.

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  • Michele am 02.03.2016 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wer nach der Wahrheit sucht..

    47 Nationen. Sie verbergen es vor uns. Die Antarktis. Go Pro, Fisheye Lens. Youtube channel : Cae sar. Nachforschen. Wahrheit finden.

    • Das Brot am 03.03.2016 00:45 Report Diesen Beitrag melden

      Au ja...

      ... noch so ein Flat-Earth-Troll. (ich nehm an dass das Trolle sind, kein vernunftbegabter Mensch kann ernsthaft glauben, die Erde sei Flach...). - Es gibt ja durchaus Verschwörungstheorien, denen auch ich einen gewissen Funken Wahrheit abgewinnen kann, oder sie gar als "Alternativmöglichkeit" akzeptiere, aber der Flat-Earth-Schwachsinn gehört definitiv nicht dazu.

    • Uli W. am 03.03.2016 15:11 Report Diesen Beitrag melden

      @Das Brot

      Mit dem Cea sar hab ich grad die letzten Tage intensiv diskutiert. Er schnallt es tatsächlich nicht, das sind keine Trolle. Die glauben tatsächlich an die flache Erde. Dabei ignorieren sie völlig den Fakt, dass bei uns von Nord bis Süd Tag sein kann, und man gleichzeitig in NewYork nicht mal die Sonne sieht. Die haben echt nen Schuss weg, und können in keinster Weise logisch denken. Hab ihn auch gefragt, was er bezüglich Mond denkt: rund oder nicht? Antwort: "Welche Messung der Rundung überzeugt dich?" Fazit: Mit ihm kann man schlicht keine ernsthafte Diskussion führen.

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  • Gurke am 02.03.2016 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Kerbal Space Program!

    Game Empfehlung für Raumfahrt Begeisterte: "Kerbal Space Program" Dank diesem Spiel habe ich so viel über die Raumfahrt gelernt, und es macht extrem Spass!

    • Das Brot am 02.03.2016 11:25 Report Diesen Beitrag melden

      Schonmal...

      ...Rendez-Vous und Docking versucht? - Und keine Sorge wenns beim ersten Versuch nicht klappt, auch die NASA hats nicht im ersten Anlauf gebacken gekriegt :D - Spielte KSP schon zu EarlyAccess-Zeiten und habs nie bereut. - Für absolut jeden zu empfehlen der sich für Raumfahrt interessiert - Oder einfach ein paar Kerbals auf eine Rakete schnallen will.

    • Pit am 02.03.2016 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      KSP

      Da kann ich nur zustimmen. Habe schon 300 Spielstunden bei diesem Spiel. Noch nie hat mich ein Game so begeistert.

    • René am 02.03.2016 13:32 Report Diesen Beitrag melden

      haben muss!

      Habe mir gerade einige Videos auf Youtube angeschaut. Wenn ich heute nachhause komme gleich Kreditkarte schnappen, Steam starten und kaufen ;-)

    • Housi am 02.03.2016 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      Erste Mün Landung...

      ... auch bekannt als "Ok, dann ist das jetzt eine Mün Base" Schonmal die Rescue Mission planen :D

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  • Chris am 02.03.2016 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Die Astronauten heissen...

    Timothy Peake und Tim Kopra. Nicht anders rum.

  • Alumdria841 am 02.03.2016 05:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorschlag für nächster Kandidat

    Als nächstes könnte man Howard wolowitz rauf schicken. Er möchte ja unbedingt wieder ins All :D