Biodiversität

26. Februar 2016 15:17; Akt: 26.02.2016 16:07 Print

Uno ruft zur Rettung der Bienen auf

Ein UNO-Gremium beklagt ein schleichendes Verschwinden von Bienen, Schmetterlingen und anderen Bestäubern. Das könnte verheerende Folgen für die Nahrungsmittelsicherheit haben.

storybild

Experten empfehlen den Verzicht von Pestiziden: Eine Biene sammelt Pollen von einer Sonnenblume. (Archivbild) (Bild: Keystone/Charlie Riedel)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Weltweit sind immer mehr Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäubertiere vom Aussterben bedroht. Das könnte weltweit schwere Konsequenzen für die Nahrungsmittelsicherheit haben, warnte der Weltrat für Biologische Vielfalt (IPBES) heute in einer ersten weltweiten Bestandesaufnahme der Bestäuber.

Aber die Risiken können gemindert werden, hielt der vor vier Jahren von 124 Ländern gegründete Rat, eine UNO-Organisation, fest. Zu den Bestäubern gehören auch Fliegen, Wespen, Käfer, Vögel und Fledermäuse, wie es in dem Bericht heisst, den der Weltrat in Kuala Lumpur in Malaysia präsentierte.

Betroffen seien Ernten im Milliardenwert und damit Millionen von Menschen. Nahrungsmittel im Wert von 235 bis 577 Milliarden US-Dollar im Jahr entstehen aufgrund der bestäubenden Tiere, wie der Rat festhielt.

Viele Bedrohungen habe der Mensch zu verantworten. Die Experten nannten unter anderem die Reduktion von landwirtschaftlichen Flächen, den Anbau von Monokulturen, starke Verwendung von Pestiziden und den Klimawandel.

Teilweise dramatisches Bienensterben

Weltweit seien 16 Prozent der Wirbeltier-Bestäuber vom Aussterben bedroht. Für die Insekten gebe es keine globalen Analysen. Aber in einigen Regionen seien mehr als 40 Prozent der Bienen- oder Schmetterlingsarten gefährdet. In Nordwesteuropa und in Nordamerika sei die Zahl der wilden Bestäuberpopulationen zurückgegangen, heisst es in dem Bericht weiter.

«Die gute Nachricht ist: Es kann viel getan werden, um die Risiken für Bestäuber zu senken», sagte der Co-Vorsitzende des Treffens, Zakri Abdul Hamid. Zum Beispiel könnten Landwirte Wildblumen zwischen Felder pflanzen, sie könnten mehr natürliche Pflanzenschutzmittel einsetzen, und Imker könnten Bienenkolonien besser managen, damit sich weniger Krankheiten ausbreiten.

Die meisten Früchte betroffen

Nach Einschätzung des IPBES hängen vom Bestäubungsvorgang zwischen fünf und acht Prozent der weltweiten landwirtschaftlichen Produktion ab. Das gilt etwa für die allermeisten Früchte, nicht aber für Reis und Weizen.

In Europa seien neun Prozent der Bienen- und Schmetterlingsarten vom Aussterben bedroht, erklärte die UNO-Organisation. Bei den Fledermäusen und Vögeln seien weltweit 16 Prozent der Arten bedroht.

Der IPBES ist in seiner Rolle zur Erhaltung der Arten vergleichbar mit dem Weltklimarat (IPCC) beim Klimaschutz.

(nag/sda/afp)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paddy am 26.02.2016 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Und gleichzeitig berät die EU

    dass Glyphosat wieder zugelassen wird für die nächsten 15 Jahre. Was bleibt, ist Kopfschütteln ...

    einklappen einklappen
  • ekiM am 26.02.2016 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Ende

    Wenn die Bienen sterben, stirbt auch der Mensch.

    einklappen einklappen
  • fu am 26.02.2016 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schlafkappen !!!

    wow haben die das auch schon bemerkt .... 20 jahre zu spät :-(

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Soros am 27.02.2016 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Monsanto

    Monsanto- Glyphosat , dieses Gift wird auf der ganzen Welt versprüht im großen Stil. Alleine in Deutschland sind 60 % Der Felder damit verseucht. Nur leider ist diese Mega Firma Monsanto von Obama so geschützt, dass diese von keinem Gericht verurteilt werden kann. Google mal im Internet über die Firma Monsanto und deren Chef Soros. Ihr werdet kaum glauben was für Absichten diese Firma hat.

  • Franz Elsener am 27.02.2016 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Aber auf der anderen Seite Herbizide

    und Pestizide aller Arten zulassen, damit die Bauern heute noch keine Ausfälle haben und die Umsätze der Industrie nicht einbrechen. Wollen wir Bienen, Schmetterlinge und tausend andere Kleinsttiere retten und die Lebensqualität steigern, gibt es nur das Eine: drastische Reduktion von diesen Giften. Ohne Rücksicht auf Bauern und Industrie.

  • Fredi am 27.02.2016 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ganz einfach

    Die Bienen können ganz einfach gerettet werden: kein Pestuzide mehr benutzen.

    • ronny am 27.02.2016 08:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fredi

      aha und was ist mit der varroamilbe dem beutekäfer???? Das sind übrigens die Hauptprobleme der bienen

    • Pumuckel am 27.02.2016 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fredi

      Gut und sie haben dann keine Nahrung mehr da die Käfer mehr schaden an richten an den Ackerkulturen.

    einklappen einklappen
  • ue/imker am 27.02.2016 00:14 Report Diesen Beitrag melden

    Unternehmensgewinne vor Überleben

    Die Menschheit wiederholt die gleichen Missetaten mit jeweils anderen chemischen Mitteln! Die nächste Episode folgt bestimmt!!!

  • hummel am 26.02.2016 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bienen helfen

    Es wäre doch auch hilfreich für die Bienen u. Schetterlinge in einem Ecken seines Rasens einmal nicht zu mähen,so würden doch auch mal die Blumen blühen,die da wären.