Luft wird sauberer

19. Juli 2012 12:34; Akt: 19.07.2012 12:44 Print

CO2-Ausstoss geht weiter zurück

Im letzten Jahr ist in der Schweiz rund 4 Prozent weniger CO2 in die Atmosphäre gelangt. Um den Zielwert des Kyoto-Protokolls zu erfüllen, muss der Wert aber noch weiter reduziert werden.

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Der CO2-Ausstoss in der Schweiz hat sich zwischen 2010 und 2011 um knapp 4 Prozent vermindert. Zurückgegangen sind der Verbrauch von Brennstoffen und Treibstoffen. Die Brennstoffemissionen liegen 18 Prozent unter dem Niveau von 1990, die Treibstoffemissionen dagegen noch immer rund 12 Prozent darüber. Dies geht aus der am Donnerstag veröffentlichten CO2-Statistik 2011 des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) hervor. Mit dieser Statistik wird überprüft, ob die vom Parlament im CO2-Gesetz festgelegten CO2-Verminderungsziele erreicht wurden.

Damit die Jahre statistisch vergleichbar sind, wird der Einfluss des Winterwetters auf den Heizöl- und Gasverbrauch mit der sogenannten Klimakorrektur rechnerisch ausgeglichen. Zieht man die Klimakorrektur in Betracht, verminderte sich der CO2-Ausstoss 2011 beim Verbrauch von Brennstoffen gegenüber dem Vorjahr um 6,1 Prozent. Seit 2006 ging der CO2-Ausstoss aus Brennstoffen im Mittel um gut 2 Prozent pro Jahr zurück. Vorher lag die Absenkrate bei weniger als einem halben Prozent pro Jahr.

Umweltfreundlichere Neuwagen

Im Treibstoffsektor, wo keine Klimakorrektur vorgenommen wird, nahm der Ausstoss um 1,1 Prozent ab. Seit 2008 gingen die Emissionen im Mittel in diesem Bereich um etwa 0,8 Prozent pro Jahr zurück. Vorher waren Zunahmen von 0,5 bis 2 Prozent pro Jahr registriert worden. Das BAFU macht dafür unter anderem den Rückgang des CO2-Ausstosses von 175 auf 155 Gramm pro Kilometer bei Neuwagen verantwortlich, trotz gleichzeitiger Zunahme der Verkehrsleistung.

Trotz des Rückgangs lag der CO2-Ausstoss aus Treibstoffen im letzten Jahr noch immer rund 12 Prozent über dem Niveau von 1990. Wird der Kauf von ausländischen Emissionszertifikaten im Umfang von 2,8 bis 3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr berücksichtigt, liegen die Emissionen 6,5 bis 7,8 Prozent unter dem Wert von 1990.

Noch keine definitiven Zahlen

Der gesamte CO2-Ausstoss lag, ebenfalls unter Berücksichtigung des Kaufs von ausländischen Emissionszertifikaten, im Jahr 2011 um rund 14 Prozent unter dem Niveau von 1990. Als Zielwert für die Jahre 2008 bis 2012 ist gemäss CO2-Gesetz eine Reduktion um 10 Prozent vorgeschrieben.

Der definitive Vergleich mit den Zielwerten wird laut BAFU erst in einem Jahr möglich sein. Die im Januar 2012 vom BAFU publizierte Schätzung der Zielerreichung für CO2-Gesetz und Kyoto-Protokoll für die Periode 2008 bis 2012 bleibe weiterhin gültig, da die damalige Prognose bereits mit einem Rückgang des Ausstosses gerechnet hatte.

Auf Grund der vorliegenden Daten schätzen die Bundesstellen den generellen Ausstoss von Treibhausgasen wie CO2, Methan, Lachgas und verschiedenen synthetischen Gasen gemäss Kyoto-Protokoll für 2011 auf rund 50,1 Millionen Tonnen. Dies entspricht einer Reduktion von 7,5 Prozent gegenüber 2010 bzw. von 5 Prozent gegenüber 1990.

Unter Einberechnung der ausländischen Emissionszertifikate liegt dieser Ausstoss ungefähr 10 Prozent unter dem Wert von 1990. Für den definitiven Vergleich mit dem Zielwert des Kyoto-Protokolls, welches ein Minus von 8 Prozent gegenüber 1990 vorsieht, muss laut BAFU wie beim CO2-Gesetz die gesamte Periode 2008 bis 2012 betrachtet werden.

(sda)