Titandioxid

19. Juli 2017 18:38; Akt: 19.07.2017 18:38 Print

Zusatzstoff E171 hat noch mehr Nebenwirkungen

E171 bleicht Kosmetika, Arznei- und Lebensmittel. Und er steht im Verdacht, Menschen krankzumachen. Neu ist, dass er Darmerkrankungen verschlimmert.

Titandioxid ist eines der meistproduzierten Nanopartikel weltweit. Allerdings werden immer mehr mögliche Nebenwirkungen bekannt. (Video: UZH)
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Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sollten vorsichtshalber auf Lebensmittel mit dem Zusatzstoff E171 verzichten, empfehlen Forscher der Universität Zürich um Gerhard Rogler.

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Hinter dem Kürzel verbirgt sich das weisse Pigment Titandioxid, das beispielsweise Zuckerguss, Kaugummis und Marshmallows, aber auch Zahnpasta weiss färbt.

Normalerweise verhindert die Darmbarriere, dass die Titandioxid-Nanopartikel von Körperzellen aufgenommen werden. Im Falle einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung ist diese jedoch beschädigt. Die Partikel könnten sie also passieren und doch in Zellen eindringen, wie Rogler und sein Team im Fachjournal «Gut» berichten.

Risiko bei beschädigter Darmbarriere

Zunächst wiesen die Forscher nach, dass die Partikel in der Petrischale in menschliche Darmepithelzellen und Immunzellen (Makrophagen) eindringen und sich in ihnen anreichern können, wie die Universität Zürich mitteilte. Im Zellinneren lösten die Partikel eine Immunreaktion und Produktion von Entzündungsbotenstoffen aus.

Zudem fanden die Wissenschaftler im Blut von Patienten mit Collitis ulcerosa, deren Darmbarriere geschädigt ist, erhöhte Mengen von Titandioxid. «Das zeigt, dass diese Partikel unter bestimmten Krankheitsbedingungen aus der Nahrung aufgenommen werden können», so Rogler in der Mitteilung.

Schliesslich verabreichten die Forscher Versuchsmäusen mit einer Darmerkrankung Titandioxid mit der Nahrung und stellten fest, dass dies zu einer stärkeren Darmentzündung und grösseren Schäden an der Darmschleimhaut führte. Ob sich dieser Effekt auch beim Menschen nachweisen lässt, sollen weitere Untersuchungen zeigen.

Bedenken rund um das Weisspigment

Die Studie fügt ein weiteres Puzzlestück zu Gesundheitsbedenken rund um das Weisspigment hinzu. Erst kürzlich teilte die Europäische Chemikalienagentur ECHA mit, Titandioxid solle als «möglicherweise krebserregend» eingestuft werden. Der Verdacht auf diese Wirkung bezieht sich dabei jedoch nur auf Inhalation grösserer Mengen der Nanopartikel in Form von Feinstaub. Was ausserhalb des Herstellungs- und Verarbeitungsprozesses kaum wahrscheinlich ist.

Gebunden in Sonnenmilch, Wandfarbe oder auch in Lebensmitteln, wertet die ECHA Titandioxid als unbedenklich. In Sonnencremes schützt es sogar vor Krebs, da es als UV-Barriere dient.

Für die Verwendung in Lebensmitteln gelten bislang keine Einschränkungen. Jedoch sollten Patienten mit einer Störung der Darmbarriere besser auf Titandioxid-haltige Nahrungsmittel verzichten, empfiehlt Rogler.

Vorsicht: Titandioxid kann auch unter einer anderen Bezeichnung in Inhaltslisten aufgeführt sein:
Einige Zahnpasten lösen womöglich Krebs aus

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel am 19.07.2017 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Was unternehmen wir dagegen?

    Und wann gedenkt das Beamtentum etwas gegen all die schädlichen Stoffe zu unternehmen? Es ist ja nicht nur Mikroplastik, Titandioxid und Triclosan.. Die Liste wird länger und länger.

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  • Alex am 19.07.2017 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Basta

    Hört endlich auf uns mit dem Essen krankzumachen! Leider können sich nicht alle den bio Kram leisten. Es braucht mehr Kontrolle und schärfere Regeln für alles was mit Lebens- und Arzneimittel zu tun hat.

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  • Kurt am 19.07.2017 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Dass man immer alles färben muss

    Oder bleichen wie z.B. Margarine. Lasst doch die Produkte in deren natürlichen Farben. Bei so wenig Erdbeeren im Erdbeerjoghurt wird mit Farbstoff nachgeholfen. Lasst das Joghurt sein wie es ist. Auch die Biojoghurts werden gefärbt was soll das? Die Lebensmittel Industrie vergiftet uns regelrecht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • egööli am 20.07.2017 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    Sagt was oder schweigt!

    "Vorsicht: Titandioxid kann auch unter einer anderen Bezeichnung in Inhaltslisten aufgeführt sein: " schliesst ihr Artikel. Aber welche anderen Bezeichnungen das sind, verraten Sie uns nicht, alles bleibt unklar.. Also machen Sie uns nicht klüger, nur unsicherer. Wem soll sowas nützen?

  • Sildenafilo Citrato am 20.07.2017 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    Gemach, gemach!

    Es gibt Medikamente, die nimmt man nicht wegen ihrer eigentlichen Wirkung. Die nimmt man vor allem wegen ihrer Nebenwirkung. Und wer keine Zahnpasta wegen den Nanos verwendet, hat spätestens mit den Dritten wieder schöne Zähne.

  • Detlef am 20.07.2017 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Blödsinn

    Vergesst es - und schreit nicht nach dem Staat. Jedes Essmittel und jede Substanz kann krank machen. In jeder Frucht hat es hunderte von Substanzen welche irgendwie krebserregend sein könnten. Die Menge ist das Geheimnis sowie Deine eigene DNA und Konstitution. Was dem einen hilft kann dem anderen schaden. Panik ist nicht angebracht... karpe diem

  • spartakus am 20.07.2017 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gift

    ich glaube hier gibt es ein paar Leute die keine Ahnung haben, Natur bedeutet es wächst mit der Natur ohne menschliche Hilfe, Chemie ist wenn es vom Mensch verarbeitet wird, sintetisch hergestellt wird, klar gibt es natürliche chemische Reaktion aber dass ist ohne Menschlichen Einfluss dass von Menschen hergestellt Lebensmittel dass ist Chemie wie ich es verstehe, und mann weiss es schon lange dass Lebensmittel Industrie uns vergiften will, aber die Politiker verdienen ja dass Geld damit,und. da wird sich auch nichts ändern, schaut euch Monsanto und dan versteht ihr dass besser mit unsere Lebensmittel Industrie vor hat..

  • Michi am 20.07.2017 16:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötiger Artikel

    Hört mal auf mit diesem ewigen schlechtmachen. Jeder weiss das heutzutags praktisch alles was wir Essen, Eincremen, Shamponieren usw. mit irgendwelchen Stoffen versetzt ist welche uns nicht gut tun. Immer diese Angstmacherei welche durch solche Artikel verstärkt werden. Lernt damit zu leben... In dieser Welt laufen weitaus schlimmere Projekte die Tödlicher enden können und dies im Geheimen. Und ihr jammert wegen einem möglicherweise "Krebderegendem" Stoff in der Zahnpasta.

    • ursus bernensis am 20.07.2017 16:19 Report Diesen Beitrag melden

      du bist, was du isst

      anbetracht dessen, erstaunt mich deine aussage wenig. dein körper wird aus den molekülen der zugeführten nahrung gebildet. was nicht benötigt wird, wird idealerweise über die die ausscheidungsorgane ausgeführt oder reichert sich im körper an. jetzt mag dir die qualität deiner Nahrung egal sein, doch das könnte sich rasch ändern, wenn degenerative erkrankungen oder krebs bei dir diagnostiziert würde, die eine folge deiner unbedachten ernährungsweise sein könnten. doch dann bring alles jammern nichts mehr. es ist an dir, welcher qualität deine letzten lebensjahre sein werden.

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